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Reportagen & Analysen

Politischer und ökonomischer Zusammenbruch des Regimes in Sri Lanka, drohende Wirtschaftskrisen in Nepal, Bangladesch und Pakistan, anti-muslimischer Hindu-Autoritarismus und eine andauernde Gewalt gegen Frauen, Dalits und Adivasi in Indien, immer häufigere extreme Wetterereignisse und soziale Verwerfungen in der ganzen Region, Militarisierung der Machtregime, identitätspolitische Auseinandersetzungen – die Menschen in Südasien sind in ihrem Kampf ums Überleben einmal mehr betroffen von einer Vielzahl von Krisen, Angriffen auf ihre fundamentalen Rechte und von sozialen und kommunalen Konflikten. Ein starkes Wirtschaftswachstum hat die Ungleichheiten mit ethnischen, religiösen, vergeschlechtlichten, Kasten- und Klassenvorzeichen verschärft wie auch die Konflikte um überlebensnotwendige Infrastrukturen und Ressourcen beschleunigt. Das alles geschieht ohne größere Beachtung in den deutschsprachigen Medien. Diese Website will in diese Informations- und Analyselücke stoßen. Sie präsentiert aktuelle zeitdiagnostische Beiträge der Medieninitiative Speak Up!, vor allem kritische zivilgesellschaftliche Stimmen aus dem Subkontinent und die Perspektive sozialer Bewegungen, und verweist auf weitere interessante Beiträge. Verantwortlich ist das Redaktionsnetzwerk Südasien. Zusätzlich werden einige ältere Texte der Herausgeber*innen aufgenommen.


The political and economic collapse of the regime in Sri Lanka, looming economic crises in Nepal, Bangladesh and Pakistan, Hindu authoritarianism against muslim citizens and persistent violence against women, Adivasi and Dalits in India, increasingly frequent extreme weather events and social upheavals across the region, militarization of power regimes, identity-political struggles – the people of South Asia are once again affected by a multitude of crises, attacks on their fundamental rights, and also social and communal conflicts in their struggle for survival and democracy. Economic growth has modernized and exacerbated ethnic, religious, gender, caste, and class inequalities, as well as accelerated conflicts over infrastructure and resources necessary for people’s livelihoods. All this happens without much coverage in the German-language media. This website wants to fill some of the prevailing information and analysis gaps. It presents contemporary analysis from the media initiative Speak Up!, above all critical civil society voices from the subcontinent and the perspectives of social movements, and it provides links to other interesting material. The editorial Network South Asia is responsible. In addition, some older texts by the editors are included.


50 Jahre Chipko: Dorfbewohner*innen in Uttarakhand
beschreiben, wie sich ihr Leben verändert hat

Varsha Singh, 30.11.2022, The Third Pole

Klimakrise: 2023 jährt sich zum 50sten Mal der Beginn der Chipko-Bewegung in den Dörfern Uttarakhands. Damals inspirierte das Bäume-Umarmen der Dorffrauen den Umweltaktivismus in Indien und die Entwicklung theoretischer und praktischer Konzepte des Ökofeminismus. Heute zwingt der Klimawandel die Menschen in der Region, in der Indiens bekannteste Umweltbewegung begann, ihr Land zu verlassen. Die Erfolge von damals fallen den aktuellen Überschwemmungen zum Opfer.

In: The Third Pole, November 11, 2022. Deutsche Übersetzung


Kontroverse zu GMOs in Indien

Landwirtschaft und Bäuer*innenkämpfe: Seit Jahrzehnten ist die Einführung genmanipulierter Pflanzen in der indischen Landwirtschaft heftig umstritten. Aktuell gibt es eine juristische und agrarpolitische Kontroverse über die Freigabe einer gentechnisch veränderten Senfsorte, und damit der ersten Nahrungsmittelpflanze in Indien (Linksammlung). Link

Redaktionsnetzwerk Südasien, Dezember 2022


Ein Jahr nach dem bahnbrechenden Erfolg:  Indische Bäuer*innen wollen ihre Proteste wieder aufnehmen

Snigdhendu Bhattacharya, 28.11.2022

Landwirtschaft und Bäuer*innenkämpfe: Die Bäuer*innenorganisationen, die die Modi-Regierung zu ihrer größten Niederlage gezwungen haben, gehen wieder auf die Straße und beklagen gebrochene Versprechen. Im Zentrum der aktuellen Proteste stehen Forderungen zu Mindestpreisen für landwirtschaftliche Produkte. Allerdings ist umstritten, ob diese allein die Situation aller Bäuer*innen entscheidend verbessern können.

Quelle: The Diplomat, 28. November 2022

Speak Up! Deutsche Übersetzung: Link


Pakistan

Redaktionsnetzwerk Südasien, Dezember 2022

Um einen Überblick über die aktuelle politische, ökonomische und ökologische Krise in Pakistan zu geben, haben wir zwei Texte übersetzt, einen zur politischen Situation nach der Amtsenthebung von Premierminister Imran Khan und einen zu den Folgen der katastrophalen Überschwemmung. Außerdem haben wir Links zu weiteren aktuellen Texten zu Politik, Landwirtschaft und Arbeitskämpfen im Gesundheitssektor zusammengestellt. Link 


Arbeit und Arbeitskämpfe

Redaktionsnetzwerk Südasien, November 2022

Arbeit und Arbeitskämpfe: Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten mehr als 80 Prozent der indischen Arbeitskräfte informell. Informelle Arbeit findet sich sowohl in den traditionellen als auch in modernen Sektoren. Durch neuere Entwicklungen wie Digitalisierung und Plattformisierung verändern sich die Arbeitsformen und -verhältnisse und kommen neue Formen von Informalität und Prekarität hinzu. Der Zuwachs von informeller Arbeit im formellen Sektor beruht auf Vertrags- und Leiharbeit und zunehmender Auslagerung. Frauen arbeiten häufiger informell als Männer. Informell Arbeitende in verschiedenen Sektoren sind zunehmend organisiert. Sie kämpfen für eine rechtliche Absicherung ihrer Arbeit, den Einschluss in Mindestlohn- und Rentenregelungen und Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Eine Sammlung von Links, Texten und Podcasts stellt exemplarisch einige zentrale Sektoren informeller Arbeit dar.


Szenen aus Narela: Armut, Ungleichheit und eine willkürliche Lohnstruktur

Visual Storyboard Team, 30.10.2022

Arbeitsverhältnisse: Der Industriekomplex von Narela ist eine der größten Wirtschaftszonen in Asien, vollgepackt mit florierenden Kleinbetrieben. Er lebt ausschließlich von der Arbeit von Geringverdiener*innen, die kaum Einfluss auf ihre Bezahlung und Lebensbedingungen haben. Um Handel und Industrieproduktion zu liberalisieren, begann der indische Staat Anfang der 1990er Jahre mit der Umsetzung einer Reihe neoliberaler Wirtschaftsreformen nach dem Vorbild des Washington-Konsens. Dieser Liberalisierungsschub in einigen Sektoren öffnete zwar in der Zeit nach 1991 die Türen für ausländische Kapitalinvestitionen, doch der Staat war nicht frei von einer "Vereinnahmung" durch private Geschäftsinteressen in den Bundesstaaten und Provinzen. Ein näherer Blick auf die Industriekorridore in und um die nationale Hauptstadtregion Delhi und die Struktur der bestehenden Beschäftigungsmöglichkeiten veranschaulicht die strukturellen Schwächen des neoliberalen Pakts zwischen Staat und Arbeitnehmer*innen. Link


Klimakrise

Redaktionsnetzwerk Südasien, November 2022

Klimakrise:  Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen aus Südasien fordern anlässlich der COP27 in Ägypten, der 27. Konferenz der Vertragsparteien des multilateralen Klimaabkommens von Paris, dass alle Vertragsparteien die besonderen Risiken klimabedingter Unwetterereignisse in der Region anerkennen und dass der Globale Norden den schon lange vom Globalen Süden erhobenen Schadensersatzforderungen nachkommt. Eine Sammlung von Texten über die Auswirkungen und Erklärungen zivilgesellschaftlicher Organisationen.  


Schrittweise Zerstörung der indischen Zivilgesellschaft –
ein Kommentar

Rahul Mukherji, 27.07.2022

Autoritarismus: Das Markenzeichen indischer Demokratie war jahrzehntelang die lebendige, vielfältige Zivilgesellschaft, die ihre Diversität spiegelte. Zwar waren auch schon frühere indische Regierungen misstrauisch gegenüber Nichtregierungsorganisationen (NRO). Aber jetzt werden von der Modi-Regierung die Rechte zivilgesellschaftlicher Gruppen durch Gesetze wie dem zur ausländischen Finanzierung (FCRA) und dem zur Vermeidung von Geldwäsche (PMLA) nach und nach abgebaut. Und das, obwohl Teile der Zivilgesellschaft während der Covid-19 Pandemie unermüdlich Hilfe an der Basis leisteten, während der Staat durch Abwesenheit glänzte. Link


Indien: Die Fehler der Bahujan-Politik

Sunny Uke und Prashant Bhaware, 06. Oktober 2022

Kastengesellschaft: Dalit-Politik und -Organisationen spielen eine immer wichtigere Rolle in der indischen politischen Landschaft, unter anderem die 1984 als Interessenvertretung der Dalits gegründete Bahujan, die „Partei der Mehrheitsbevölkerung“, die zeitweise an Regionalregierungen beteiligt war. Angesichts der gegenwärtigen politischen Krise sehen die beiden Verfasser in einer Wiederbelebung der republikanischen Ideen von B.R. Ambedkar eine Chance für eine sozialistische
Rettung der säkularen Demokratie. Wir halten den Text für einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen politischen Diskussion der Dalits. Zentral ist seine Kritik an der Bahujan-Position, die auf eine Mehrheit innerhalb des Kastensystems abzielt, während Ambedkars Position die Überwindung des Kastensystems war. Für das bessere Verständnis wurde der Text in der Übersetzung leicht bearbeitet.  Link                                                  Redaktionsnetzwerk Südasien


Krise des indischen Bildungssystems

Redaktionsnetzwerk Südasien, September 2022

Das indische Bildungssystem, Schulen und Universitäten rutschen weiter in eine Krise ab. Einerseits findet personell und politisch eine Gleichschaltung mit der hindu-chauvinistischen Ideologie des Modi-Regimes statt, andererseits eine neoliberale Orientierung auf Privatisierung durch Sparmaßnahmen bei der Beschäftigung und Bezahlung von Lehrpersonal und durch stärkere finanzielle Belastung der Lernenden/Studierenden. Leidtragende der Bildungsdefizite ist die Generation von Schüler*innen und Studierenden, deren Bildung bereits wegen der Covid-Pandemie zu kurz gekommen sind. Im Folgenden sind einige Links zusammengestellt, die eine Momentaufnahme des Bildungssektors vermitteln sollen. Link


Indien: Razzien gegen politische Anführer*innen und Aktivist*innen

India Justice Project, 26.September 2022

Autoritarismus: Das India Justice Project verurteilt die landesweiten Übergriffe und Razzien gegen systemkritische Organisationen, die die Rechte von Muslim*innen vertreten, mit dem Vorwurf des Terrorismus und krimineller Aktivitäten. Politische Grundrechte und die Demokratie werden auf diese Weise systematisch ausgehebelt. Link


Sri Lanka: Mehr Probleme im Namen der Stabilität verursacht

Feministisches Kollektiv für wirtschaftliche Gerechtigkeit, September 2022

Gender Watch: Das Feministische Kollektiv gibt einen informativen Überblick darüber, welche verheerenden Auswirkungen die dramatische Wirtschaftskrise Sri Lankas in Kombination mit anhaltender staatlicher Repression gegen die Demokratie-Bewegung und den wirtschaftspolitischen Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds hat, besonders auf die Lebenssituation von Frauen und ihre unbezahlte und bezahlte Arbeit. Link


Speak up! hat zwischen September 2021 und Juni 2022 auf der Website der Stiftung Asienhaus Texte und Podcasts zu den drei Themenschwerpunkten (Corona) Autoritarismus, Soziale Bewegungen und Proteste sowie Feminismen und Gender veröffentlicht.


Indien: Hijab und die zunehmende anti-muslimische Hysterie

Samina Salim, Mai 2022

Autoritarismus: Anlässlich des Kopftuchverbots für muslimische Schülerinnen reflektiert Samina Salim, eine gebürtige Inderin, die seit über 20 Jahren in den USA lebt, in diesem Beitrag, dass Indien heute nicht mehr das multikulturelle diverse Land ihrer Kindheit ist. Politisch geschürt und von Verschwörungstheorien getrieben hat sich in breiten Bevölkerungsschichten eine aggressive anti-islamische Stimmung ausgebreitet. Wir dokumentieren Salims Meinungsartikel, auch wenn wir nicht alle ihre Einschätzungen teilen. Das trifft insbesondere auf die Behauptung zu, Indien befinde sich schon auf dem Weg zu einem „Völkermord“ an den Muslim:innen. Link


Sri Lanka: Zur Bewältigung seiner Wirtschaftskrise muss Sri Lanka demilitarisieren

Ben Andak, Mai 2022

Krise und Kämpfe: Sri Lanka verfügt über einen Militärapparat, der im Rahmen verschiedener Wirtschaftskrisen und zur Niederschlagung tamilischen Widerstands stark aufgebläht wurde. Er hilft dem autoritären Regime, einen singhalesisch-buddhistischen Staat gegen die tamilische und die muslimische Minderheit durchzusetzen. Link


Indien: Medienkritik im in- und Ausland

Bharat Bushan, Mai 2022

Autoritarismus: Der Journalist und Kolumnist Bharat Bhushan beschreibt, wie das hindu-fundamentalistische Regime in Indien den Medien immer engere ideologische Fesseln anlegt. Die internationale Kritik an der Missachtung von Verfassungsrechten kann die Modi-Regierung aber nur schwer kontrollieren. Link


Indien: Der Oberste Gerichtshof hegt Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes über Volksverhetzung

People`s Union for Civil Liberties (PUCL), Mai 2022

Autoritarismus: Indiens Oberster Gerichtshof hat die Exekutive aufgefordert, keine Verhaftungen unter Berufung auf Volksverhetzung vorzunehmen und den entsprechenden Paragrafen des Strafgesetzbuchs zu überdenken. Unter der Modi-Regierung wird das Gesetz aus der Kolonialzeit exzessiv gegen Regierungskritiker:innen eingesetzt. Link


Indien: Offener Brief zum Besuch des indischen Premierministers Modi in Deutschland

Mai 2022

Autoritarismus: Im Vorfeld der 6. Deutsch-Indischen Regierungskonsulationen haben Organisationen von in Deutschland lebenden indischen Staatsbüger:innen einen offenen Brief an die deutsche Regierung geschrieben, um auf die dramatische Menschenrechtssituation in Indien aufmerksam zu machen. Mit einem Offenen Brief haben sich am 28. April Organisationen von in Deutschland lebenden indischen und deutschen Staatsbürger:innen an Außenministerin Baerbock, die Menschenrechtsbeauftragte Amtsberg, Bundeskanzler Scholz und weitere deutsche Bundestags- und Europaabgeordnete gewandt, um anlässlich der 6. Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen ihre Bedenken bezüglich dieses Treffens auszudrücken und auf den autoritären Rechtsruck und die alarmierende Menschenrechtslage in Indien hinzuweisen. Wir halten es für wichtig, den offenen Brief zu dokumentieren. Wir möchten zugleich betonen, dass wir nicht alle politischen Einschätzungen und Schlussfolgerungen des offenen Briefes uneingeschränkt teilen. Das trifft insbesondere auf die thesenhaften Ausführungen zu einem drohenden „Völkermord“ an den Muslim:innen in Indien zu. Link


Sri Lanka: Gerechtigkeit für alle

Erklärung der Gruppe zivilgesellschaaftlicher Aktivist:innen "Justice for all", Mai 2022

Krise und Kämpfe: Eine Gruppe führender zivilgesellschaftlicher Aktivist:innen in Sri Lanka verurteilt die von der Regierung inszenierten Attacken auf zwei friedliche Protestcamps. Sie fordern wie die Protestierenden - über einen Rücktritt des Präsidenten hinaus - einen Regimewechsel mit sozialer Gerechtigkeit. Gesellschaftlicher Wandel in Sri Lanka muss von #GoHomeGota ausgehen! Diese Forderungen wurde kürzlich auch von 250 Künstler:innen aus den Bereichen Theater, Schauspiel, Tanz, Puppenspiel, Musik, Design, Fotografie und Literatur unterstützt. Beide Gruppierungen verurteilen die Gewalt von beiden Seiten und machen sich für eine Fortführung der friedlichen Proteste stark. Eine Übersetzung des Aufrufs der Gruppe Justice for All. Link


Sri Lanka: Dringender Appell von Feministinnen zur Bewältigung der sich abzeichnenden humanitären Krise infolge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs

Feminist Collective for Economic Justice, April 2022

Krise und Kämpfe: Das feministische Kollektiv für wirtschaftliche Gerechtigkeit in Sri Lanka schlägt Alarm wegen der dramatischen Krise im Land. Es analysiert Ursachen und die zentrale Rolle von Frauen als Betroffene und Akteurinnen. In einem politischen Forderungskatalog benennt es Sofortmaßnahmen, um einen freien Fall des Landes in Hunger und Elend zu verhindern. Link


Pakistan: 38 Jahrestag des Verbots von Studierendenorganisationen

Hassan Ahmed, April 2022

Jedes Jahr erinnern Studierende an pakistanischen Universitäten daran, dass 1984 der damalige Machthaber Zia-ul-Haq studentische Organisationen verboten und damit kritische zivilgesellschaftliche Organisierung nachhaltig zerschlagen hat. Dieses Verbot ist bis heute nicht aufgehoben und schwächt die pakistanische Zivilgesellschaft immer noch. Der frühere Machthaber General Zia-ul-Haq Pakistans verbot im Februar 1984 alle studentischen Organisationen. Bis heute lähmt dieses Verbot ihre politische Arbeit ganz erheblich. Gegen das Verbot demonstrierten Studierende, Menschenrechtsaktivist:innen, Rechtsanwält:innen und Gewerkschaftsmitglieder in Lahore am Jahrestag des Verbots im Februar 2022 und forderten eine De-Militarisierung der Universitäten Pakistans. Link


Sri Lanka: Regierung belastet Frauen zugunsten von Mikrofinanzunternehmen

Pressemitteilung des Kollektivs der von Mikrofinanzierung betroffenen Frauen, März 2022

Krise und Kämpfe: In allen Ländern Südasiens sind Frauen wegen ihrer hohen Rückzahlungsmoral die Hauptzielgruppe für die Vergabe von Mikrokrediten. Wegen hoher Zinsforderungen geraten sie jedoch schnell in eine Verschuldungsspirale. Das ist international ein Thema, seit 2010 in Indien der Mikrokreditsektor wegen geringer Rückzahlungsquoten zusammenbrach und mehrere Frauen sich aus Verzweiflung selbst töteten. In Sri Lanka hat sich ein Kollektiv von betroffenen Frauen gebildet, das nicht nur Analysen der Mikrofinanzierung vorlegt, sondern sich weigert, Kredite zurückzuzahlen und neue hochverzinsliche Kleinkredite bei Mikrofinanzunternehmen aufzunehmen. Im Folgenden dokumentieren wir eine Pressemitteilung von Anfang Dezember 2021 und eine Erklärung anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März 2022. Link


Indien: Interview mit Swati Kamble zu Dalitfeminismus

März 2022

Feminismen und Gender: Swati Kamble versteht sich als Dalit-Aktivistin und intersektionale Feministin. In diesem Interview mit Christa Wichterich über Dalit Feminismus lehnt sie ein Konzept von Feminismus für Dalits ab, welches durch Feministinnen der oberen Kasten geprägt ist. (Audio) Link


Indien: Warum Kamla Bhasins kraftvoller Feminismus auch heute noch aktuell ist

Mantasha Ansari, März 2022

Feminismen und Gender: Kamla Bhasin, die international bekannte indische Feministin, setzte sich zeitlebens ein für Frauenrechte in Südasien. Ihre Ausstrahlungskraft reichte weit darüber hinaus und bereicherte die Frauenbewegung weltweit. Sie starb im September 2021. Die junge indische Politologin Mantasha Ansari zeigt in beeindruckender Weise auf, warum Kamla Bhasins Kampf für Gleichstellung, Freiheit und die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen an politischer Macht auch heute noch relevant ist. Link


Interview mit Srilatha Batliwala zu Feminismen in Südasien

Januar 2022

Feminismen und Gender: Srilatha Batliwala berichtet im Gespräch mit Christa Wichterich über ihr Verständnis von Feminismus, das Besondere an südasiatischen Feminismen, warum sie den Begriff Gender selten benutzt, und davon, dass jungen Feminist:innen jenseits von Empowerment eine Veränderung gesellschaftlicher Strukturen zum Ziel haben. (Video) Link 


Indien: Interview mit Kalpana Sharma zu Gewalt gegen Frauen

Dezember 2021

Feminismen und Gender: Kalpana Sharma ist eine der bekanntesten unabhängigen Journalistinnen in Indien. Gewalt gegen Frauen in den unterschiedlichsten Formen war ein Schwerpunkt ihrer Berichterstattung in den Medien und das Thema ihres Buches „The Silence and the Storm“. (Video) Link


Indien: "Ein Kampf für die zukünftige Generation und künftige Ernten"

Interview mit Sunil Kumar, Dezember 2021

Bäuer*innenproteste: Im November 2021 hat die indische Regierung überraschend die Zurücknahme der drei umstrittenen Landwirtschaftsgesetze angekündigt, die im Mittelpunkt der von der Vereinigten Bauernfront (Samyukta Kisan Morcha / SKM) angeführten Protestaktionen standen. Es waren die größten Proteste, die Indien seit Jahrzehnten erlebt hat. Der Aktivist und Autor Sunil Kumar erklärt in einem Interview was für die Mobilisierungsfähigkeit der bäuerlichen Protestbewegung entscheidend war und ob der Erfolg der Bewegung der Bäuer:innen den Anfang vom Ende der Regierung Modi bedeuten kann. Link


Indien: Eine Million Gründe, Widerstand zu leisten

Navsharan Singh, November 2021

Bäuer*innenproteste: Im Windschatten der Corona-Pandemie hatte die indische Regierung im September 2020 drei neue Gesetze auf den Weg gebracht, die den Landwirtschaftssektor der Macht großer Agrarkonzerne ausgeliefert hätten. Diese Gesetze hat die Regierung Modi nun überraschend zurückgenommen. Damit gibt sie dem anhaltenden Druck einer breiten Protestbewegung nach, die sich, angeführt von den bäuerlichen Gewerkschaften, vor fast genau einem Jahr vor den Toren von New Delhi formierte. Am 26. November 2021 jährt sich ihr ungebrochener Widerstand, in dem Frauen eine wichtige Rolle spielen. Er richtet sich nicht nur gegen die erwähnten Landwirtschaftsgesetze, sondern darüber hinaus gegen eine neoliberale Politik, die die Existenz von Millionen Kleinbäuer:innen und Landlosen gefährdet. Der Protest hat sich mittlerweile zur größten und am längsten andauernden gewaltfreien Bewegung in der Geschichte Indiens entwickelt. Die Rücknahme der drei Landwirtschaftsgesetze ist ihr historischer Erfolg. Link


Indien: Zwei Kommentare zur Rücknahme der umstrittenen Gesetze zur Landwirtschaft

November 2021

Bäuer*innenproteste: Die indische Bäuer:innenbewegung hat nach einem Jahr Protesten und Belagerung einen riesigen Erfolg erzielt: die Regierung hat angekündigt, die drei umstrittenen Landwirtschaftsgesetze zurückzuziehen. Das zielt unmissverständlich auf die bevorstehenden Wahlen in zwei nordindischen Bundesstaaten. Die Bäuer:innen warten nun auf die Umsetzung der Ankündigung und halten ihre Forderungen nach der Rücknahme weiterer Gesetze und nach einem demokratischeren Regierungsstil aufrecht. Link


Indien: "Heldinnen an vorderster Front"

Radhika Menon zu ASHAs, November 2021

Zum Höhepunkt der Pandemie 2020 wurden ‚freiwillige’ Gesundheitsarbeiterinnen, die für ihre Arbeit keinen regelmäßigen Lohn erhalten, dazu verpflichtet, Aufgaben der Pandemiebekämpfung in ihren Dörfern, vor allem gegenüber Wanderarbeiter:innen und ihren Familien zu übernehmen. Ihr Lohn dafür war symbolischer Applaus und Schlagzeilen in einer militarisierten Sprache in allen Medien, dass die ASHAs „an der Front“ und in der “vordersten Verteidigungslinie kämpfen“. Vor dem Hintergrund internationaler Debatten über neue Formen von Zwangsarbeit muss konstatiert werden, dass die schwierigsten und gesundheitsgefährdetsten Aufgaben den Gemeindearbeiterinnen als schwächsten Gliedern in der Kette der Gesundheitsversorgung übertragen wurden. Sie streikten und forderten – wie Gesundheitsarbeiter:innen in anderen Ländern – ein gut finanziertes öffentliches Gesundheitswesen. Link


Indien: Covid-19 verwüstet Dalit Gemeinschaften

von International Dalit Solidarity Network (IDSN), Oktober 2021

Kastenpolitik: Sozioökonomische und gesundheitliche Folgen der Covid-Pandemie betreffen in Indien besonders Dalits und andere marginalisierte Gruppen. Die Kluft zwischen ihnen und denjenigen, die höher im Kastensystem stehen, scheint zu wachsen. Soziale Distanzierung verstärkt soziale Ungleichheiten. Link


Indien: Abstand halten! und die Sozialordnung in Indien

Goldy M. George und Sabina Yasmin Rahman, Oktober 2021

Kastenpolitik: Der Begriff der 'sozialen Distanzierung', den die indische Regierung von Beginn der Pandemie an popularisierteruft bei Dalits, Adivasi und Muslim:innen die Erinnerung und das Stigma wach, die mit Kasteismus und Exklusion, Trauma und Unterdrückung verbunden sind. In den beiden hier dokumentierten Artikeln wird beleuchtet, welchen Einfluss die Verwendung des Begriffs 'soziale Distanzierung' auf unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Dimension hat und wie dadurch gesellschaftliche Lebenswirklichkeiten und neue Ausgrenzungen konstruiert werden. Während der Text von Goldy George auf Dalits fokussiert, macht Sabina Rahman ein breiteres soziales Spektrum von Ausgrenzungen auf. Beide Autor:innen stimmen darin überein, dass soziale Distanzierung politisch eingesetzt wird, um soziale Ächtung und Ungleichheiten zu erhalten oder zu verstärken. Link


Indien: Der Fußabdruck der Pandemie - Auswirkungen der Corona-Krise auf Demokratie und Geschlechtergleichstellung

Pamela Philipose, September 2021

Autoritarismus: Die hindufundamentalistische BJP-Regierung unter Premierminister Modi nutzt die Covid-19- Krise, um ihre Vorherrschaft zu stärken und die Demokratie zu unterminieren. Im Schatten der Pandemiebekämpfung wurden drakonische Gesetze und Maßnahmen erlassen, die dazu bei- tragen, Minderheiten zu kriminalisieren und die Kluft zwischen Reich und Arm weiter zu ver- größern. Besonders betroffen sind Frauen, die mehr denn je unter Gewalt, Armut und Rechtlo- sigkeit zu leiden haben. Link


Indien: Corona Kapitalismus und das Hindu-Reich

Nivedita Menon, September 2021

Autoritarismus: Die Covid-Pandemie wird sowohl von der Politik des Hindu-Reichs als auch vom neoliberalen Kapitalismus genutzt, um ihre Vorherrschaft durch Islamophobie und den Lockdown zu stabilisieren. Corona-Kapitalismus bedeutet, dass am oberen Ende im Gefolge der Corona-App ein Datenkapitalismus als politisches und wirtschaftliches Überwachungssystem installiert wird, während am unteren Ende Zwangsarbeit und extrem prekäre Arbeit durch die Wanderarbeiter:innen geschaffen wird, um die Produktion zu sichern.Nivedita Menon beleuchtet Aspekte des Corona-Kapitalismus. Link