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Globalisierung mit chinesischen Eigenschaften

Mai 2018

Besiegt der Ostwind den Westwind? Führt Chinas Initiative »Neue Seidenstraßen« zu mehr Wohlstand und Sicherheit weltweit? Oder bringt dieses Entwicklungsmodell mehr Autoritarismus und Konflikte? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Buch von Uwe Hoering in Kooperation mit der Stiftung Asienhaus. In elf Kapiteln zeichnet er zentrale Aspekte des Projektes nach und hinterfragt, ob diese Entwicklungsstrategie mit demokratischen Verhältnissen, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, der Wahrung von Menschen- und Minderheitsrechten und dem Abbau von Konflikten vereinbar ist.

Pekings »Belt and Road«-Initiative knüpft an die einstige weltpolitische Bedeutung des »Reichs der Mitte« an und entwirft gleichzeitig einen Bauplan zukünftiger Größe. Durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftskorridoren zwischen Asien, Afrika und Europa soll ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung« eingeleitet werden.

Innenpolitisch steht dahinter der Versuch, durch ein Konjunkturprogramm, das von Konzernen voran­getrieben und durch den Staat gefördert wird, das Wachstum innerhalb Chinas aufrechtzuerhalten und die Legitimation der Regierung zu sichern. Außenpolitisch hat Beijing damit zumindest in Asien und Eurasien die Meinungsführerschaft im globalen Entwicklungsdiskurs übernommen. Die wirtschaftliche Modernisierung, die Sicherung von Rohstoffversorgung und Absatzmärkten sowie die Schaffung neuer, auf China ausgerichteter multilateraler Institutionen bedeuten einen weiteren Machtzuwachs.

Das Buch zeichnet in elf Kapiteln zentrale Aspekte des Projektes nach und hinterfragt, ob diese Entwicklungsstrategie mit demokratischen Verhältnissen, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, der Wahrung von Menschen- und Minderheitsrechten und dem Abbau von Konflikten vereinbar ist.

Uwe Hoering, Der Lange Marsch 2.o. Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell. Hamburg (VSA: Verlag) 2018. Literaturverzeichnis und Einleitung; Kapitel-Kurzfassungen (pdf). Das Buch kann über den VSA: Verlag bezogen werden: Der Lange Marsch 2.0 – Chinas Neue Seidenstraßen als Entwicklungsmodell

Uwe Hoering, China's Long March 2.0. The Belt & Road Initiative as development model.
In Cooperation with Stiftung Asienhaus. Hamburg (VSA: Verlag) 2018 Download (pdf 1.3mb)

Wer ernährt China - wie?

Bei den Diskussionen über die atemberaubenden Ver-änderungen in China fehlt weitgehend der Blick auf die Landwirtschaft, obwohl die Entwicklungen in diesem Bereich die Zukunftsper-spektiven sowohl im Land selbst als auch global mindestens genau so beeinflussen und prägen werden, wie es der Aufstieg Chinas zu Werkbank der Welt getan hat. Beiträge auf dieser Seite beschäftigen sich mit diesen Themen.

Zum Einstieg in das Thema:

China: Erfolge und Probleme ländlicher Entwicklung

Angesichts seines Aufstiegs zur globalen Wirtschaftsmacht wird oft übersehen, dass China nach wie vor auch noch ein Agrarland ist. Die landwirtschaftliche Entwicklung der vergangenen drei Jahrzehnte war ebenfalls ausgesprochen erfolgreich: Das Land kann seine inzwischen 1,3 Milliarden Einwohner weitgehend selbst ernähren, gleichzeitig steigen die Exporte landwirtschaftlicher Erzeugnisse und das Auslandsengagement chinesischer Agrarunternehmen. Diese weitgehend unbekannte Seite von Chinas Entwicklung und ihre Probleme und Auswirkungen behandelt die Broschüre "Landwirtschaft in China: Zwischen Selbstversorgung und Weltmarktintegration", herausgegeben von der Asienstiftung und dem Netzwerk "EU-China: Civil Society Forum". Besonderes Interesse gilt dabei der Frage, welche Rolle zivilgesellschaftliche Organisationen spielen. Mehr