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Reportagen & Analysen

Klimakrise

Redaktionsnetzwerk Südasien

Klimakrise:  Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen aus Südasien fordern anlässlich der COP27 in Ägypten, der 27. Konferenz der Vertragsparteien des multilateralen Klimaabkommens von Paris, dass alle Vertragsparteien die besonderen Risiken klimabedingter Unwetterereignisse in der Region anerkennen und dass der Globale Norden den schon lange vom Globalen Süden erhobenen Schadensersatzforderungen nachkommt.


50 Jahre Chipko: Dorfbewohner*innen in Uttarakhand
beschreiben, wie sich ihr Leben verändert hat

Varsha Singh, 30.11.2022, The Third Pole

Klimakrise: 2023 jährt sich zum 50sten Mal der Beginn der Chipko-Bewegung in den Dörfern Uttarakhands. Damals inspirierte das Bäume-Umarmen der Dorffrauen den Umweltaktivismus in Indien und die Entwicklung theoretischer und praktischer Konzepte des Ökofeminismus. Heute zwingt der Klimawandel die Menschen in der Region, in der Indiens bekannteste Umweltbewegung begann, ihr Land zu verlassen. Die Erfolge von damals fallen den aktuellen Überschwemmungen zum Opfer.

In: The Third Pole, November 11, 2022. Deutsche Übersetzung


Die Schwächsten trifft es am stärksten: Pakistan verlangt Schuldenerlass und Klimagerechtigkeit

Tanupriya Singh, 03.12.2022

Klimakrise: Mehr als 1.700 Menschen verloren ihr Leben in den Wassermassen, die immer noch Teile Pakistan überschwemmen. Infrastrukturen und die Gesundheitsversorgung sind zusammengebrochen, Ernten ausgefallen, die Regierung ist unfähig zu effektiver Hilfeleistung. Ein Rettungsprogramm des Internationalen Währungsfonds zwingt zu Liberalisierung, Privatisierung und dramatischer Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Mitten in dieser Krise fordern Aktivist*innen Schuldenerlass und Klimaentschädigungen.

In: Countercurrents, December 3, 2022

Deutsche Übersetzung


Declare a climate emergency

South Asian People’s Action on Climate Change (SAPACC), Presseerklärung, 03.11.2022

Eine Regenbogenkoalition von Individuen und Organisationen aus Bangladesch, Indien, Nepal und Sri Lanka ist ebenso besorgt über die globale Erwärmung infolge von CO2-Emissionen wie über das Scheitern des Abkommens von Paris und der Versuche, Emissionen zu reduzieren. SAPACC fordert die COP27 auf, einen sofortigen Klimanotstand auszurufen und Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um eine nachhaltige, gerechte und friedliche Gesellschaft zu erreichen.

Link: South Asian People’s Action on Climate Change (SAPACC)


Enacting Climate Justice in India

Climate Justice Network, Presseerklärung, 04.11.2022

Im Vorfeld der COP27 in Sharm el-Sheikh, Ägypten, fordern indische Klimaaktivist*innen und Wissenschaftler*innen, die zum Climate Justice Network gehören, die indische Regierung auf, sozial gerechte Ansätze zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung zu entwickeln. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um das Leben und die Lebensgrundlagen der Gemeinschaften zu schützen, die die Hauptlast der Klimakrise tragen.

Link: Countercurrents, November 2022


Can rich nations be held accountable for the pain caused to Maharashtra’s farmers by climate change?

Flavia Lopes and Nushaiba Iqbal, 04.11.2022

Wer ist verantwortlich für die Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden? Wie lassen sich die ökonomischen und die nicht-ökonomischen Schäden berechnen? Der Artikel erörtert diese Fragen am Beispiel der Verluste für die kleinbäuerliche Landwirtschaft im indischen Bundesstaat Maharashtra. Trockenregionen erleben jetzt erratische Regenfälle, die die Ernten zerstören. Länder des Globalen Südens und China fordern seit Jahren, dass die reichen Industrienationen bei den Vereinten Nationen einen Fond zur Entschädigung für verletzliche und durch Klimawandel stark geschädigte Länder bereitstellen.

Link: scroll, November 4, 2022


Race to COP27

Aisha Khan, 04.11.2022

Nach den katastrophalen Überschwemmungen in diesem Jahr setzt Pakistan Hoffnungen auf die COP27 in Ägypten, im Rahmen des multilateralen Klimaabkommens ein verbindliches und effektives Finanzregime zur Unterstützung von Initiativen des Klimaschutzes zu errichten.

In: Dawn, November 4, 2022


Climate change likely increased intense rainfall in Pakistan

World Meteorological Organization, 16.09.2022

Nach einer Hitzewelle erlebte Pakistan im Juli und August 2022 eine fürchterliche Überschwemmung, die 1.100 Menschen das Leben kostete. Der Bericht besagt, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitze mit den Folgen von lang andauerndem Starkregen um das 30fache erhöht. In der Provinz Balochistan lag der Regen um fast 600 Prozent über normal, in Sindh über 700 Prozent. Das unterstreicht die Notwendigkeit, Frühwarnsysteme und Überschwemmungsmanagement zu verknüpfen.

Link: World Meteorological Organization


In temperate Nepal, climate change paves way for tropical dengue fever

Abhaya Raj Joshi, 31.10.2022

Stärkere Monsunregen und höhere Temperaturen haben in diesem Jahr in Nepal dazu geführt, dass sich Moskitos, die das Dengue Virus verbreiten, massiv vermehren konnten. Nepal erlebte als eine Folge der Klimakrise und des schlechten Wasser- und Abfallmanagements den schlimmsten Ausbruch des tropischen Dengue-Fiebers aller Zeiten. 

Link: mongabay, November 31, 2022


Aman Paddy 2022: Farmers Horrified for Lack of Rain

UBINIG, 22.09.2022

In Bangladesh fiel während der Monsunzeit im Juli und August so wenig Regen wie in den vergangenen 40 Jahren nicht. Gleichzeitig waren die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Der Aman Reis vertrocknete im Saatgutbeet und konnte nicht ausgepflanzt werden. Die Felder der Bäuer*innen, die sich keine teure künstliche Bewässerung leisten können, lagen brach. Einige konnten jedoch lokale Sorten des Aman Reis anpflanzen und ernten. Derzeit mangelt es an Aman Reis-Saatgut. Einige Bäuer*innen fürchten sogar, die Landwirtschaft aufgeben zu müssen, wenn der Regenfall weiterhin so erratisch ist.

Link: Ubinig, September 2022