Agraroffensive gefährdet Kleinbauern
Dezember 2008: Die Zeichen für die Rückkehr der Agrarfrage auf die politische Agenda häufen sich. Internationale Entwicklungs- und Finanzinstitutionen, Strategie- und Politikpapiere, Konferenzen und Tagungen, Stiftungen und Verbände der Agrarindustrie machen sich daran, den Agrarsektor nach ihren Vorstellungen und Interessen zu modernisieren und zur Wachstums- und Gewinnmaschine umzubauen. Es ist jedoch zu befürchten, dass damit die kleinbäuerliche Landwirtschaft weiter an den Rand gedrängt und die Ernährungssicherheit von Millionen Familien gefährdet werden.
"Kleinbäuerliche Landwirtschaft und kapitalistischer Weltmarkt": Download (pdf-Datei 149 kb)
Weltbank - Wiederentdeckung der Agrarpolitik
Oktober 2007: Mit dem Weltentwicklungsbericht 2008 ("Landwirtschaft für Entwicklung"), ihrem publizistischen Flaggschiff, hat die Weltbank signalisiert, dass sie der Landwirtschaft nach zwei Jahrzehnten der Vernachlässigung wieder größere Bedeutung zu misst. Doch diese Wiederentdeckung der Agrarfrage und der ländlichen Entwicklung begann schon drei, vier Jahre früher. An Stelle eines "Agro-Pessimismus", der in den 1980er Jahren die Rolle der Landwirtschaft für ein armutsorientiertes Wachstum in Frage stellte, wird inzwischen wieder die Dringlichkeit unterstrichen, die Landwirtschaft in der Entwicklungs-Agenda aufzuwerten. Denn die Landwirtschaft ist eine wichtige Schnittstelle zu anderen Bereichen wie Wassermanagement, Infrastruktur, Armutsminderung und Umweltschutz.
"Agro-Optimismus hat Konjunktur". Download (pdf-Datei 126 kb)
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