Wasserprivatisierung gebremst, aber nicht gestoppt

Zwar räumen Mitarbeiter der Weltbank ein, dass ihre Politik, die städtische Wasserversorgung privaten Versorgungsunternehmen, vor allem globalen Konzernen, zu übertragen, weitgehend gescheitert ist. Dennoch verfolgt sie diesen Ansatz weiter. Die Studie fasst nicht nur das Scheitern zusammen, sondern analysiert auch, wie die Weltbankgruppe und vor allem die International Finance Corporation IFC nach wie vor politisch und finanziell die Geschäfte der globalen Wasserunternehmen fördert.

Food & Water Watch, Dried Up, Sold Out. How the World Bank's Push for Private Water Harms the Poor. März 2009: Download (pdf-Datei 1,48 MB) bei food&waterwatch

Weltbankpublikationen zum Wassersektor

Auch wenn die Weltbank die Wasserprivatisierung längst nicht mehr so überzeugt propagiert wie vor der Jahrtausendwende, so treibt sie sie doch weiterhin voran. Das zeigt die neueste Liste ihrer Wasserpublikationen mit einer (positiven) Bestandsaufnahme der Erfahrungen mit PPPs in Entwicklungsländern (von Philippe Marin), mit Analysen von elf PPPs im städtischen Wassersektor in Afrika, mit einer Studie über den privaten Managementvertrag für die öffentlichen Wasserwerke in Johannesburg und mit Texten über Output-Based Aid in Honduras, Manila und Marokko.

World Bank Water Publications Catalogue January 2010, auf der Website der Weltbank als Download (pdf-Datei 2,3 MB)

Journal of Agrarian Change (2009), 'Agribusiness for Development': Who Really Gains? (Kopie 1)

Im April 2009 organisierte das Journal of Agrarian Change ein Symposium, das sich kritisch mit dem Weltentwicklungsbericht 2008 der Weltbank, 'Agribusiness for Development', auseinandersetzte. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Auswirkungen der Weltbank-Politik auf kleinbäuerliche Betriebe in Afrika (Kojo S. Amanor), mit den Reaktionen zivilgesellschaftlicher Organisationen auf den Bericht (Matteo Rizzo) und mit Lösungen für Produktivitätsprobleme der Landwirtschaft in Afrika (Philip Woodhouse).

Eine Zusammenfassung von Hannah Bargawi und Carlos Oya: Development Viewpoint, Number 36, September 2009 (pdf-Datei 187 kb).

Die Beiträge können als pdf-Dateien heruntergeladen werden (Wiley InterScience): Journal of Agrarian Change, Volume 9 Issue 2, Pages 155-313 (April 2009)

Weitere Literatur:

Afrikas Landwirtschaft und die Weltbank (2007)

Die Weltbank hat in den vergangenen dreissig Jahren eine entscheidende Rolle in der Agrarpolitik für Afrika gespielt. Strukturanpassungsprogramme zum Beispiel trugen zum Rückgang der Investitionen in die Landwirtschaft bei. Der Text reflektiert kritisch, wie der Weltentwicklungsbericht 2008 der Weltbank die Position Afrikas in der globalen Landwirtschaft sieht und untersucht insbesondere die Rolle, die die Bank bei der Förderung des privaten Sektors und der Ausrichtung der Agrarproduktion spielt. Die wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungsspielräume der Bauern werden ebenso analysiert wie die Auswirkungen, die die Empfehlungen des Berichts für die bäuerliche Landwirtschaft haben könnten.

African Agriculture and The World Bank. Development or Impoverishment? Policy Dialogue No. 1, Uppslala 2007. Als pdf-Datei (1,6 MB) beim Nordiska Afrikainstitutet