First, we retake Paris, then we take Berlin?

Dezember 2009: Das Jahresende könnte für die Privatisierung öffentlicher Dienste eine Wasserscheide werden. Dann läuft nämlich der Vertrag der Stadtverwaltung von Paris mit zwei Tochterunternehmen der Versorgungskonzerne Veolia Environnement und Suez-Lyonnaise des Eaux aus. In Frankreich, Heimat der mächtigsten Global Player im Wasserbereich, könnte dies das Ende der Affermage, der langjährigen profitablen öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zwischen Kommunen und Konzernen einläuten. Mit der Entscheidung, die Wasserversorgung der Hauptstadt, die 1985 privatisiert worden war, wieder vollständig in öffentliche Regie zu übernehmen, setzt Bürgermeister Bertrand Delanoe ein Wahlversprechen um. Unmut hatten nicht nur steigende Preise geweckt. Nach Berechnungen des französischen Verbraucherverbandes machen die Konzerne in Paris fast 30 Prozent Profit.

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Bürgerhaushalt in Porto Alegre

Porto Alegre, die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul, ist stolz auf ihre Lebensqualität. Bei Bildung, Alphabetisierungsrate oder Gesundheitssituation er­reicht die Hafen- und Industriestadt nahezu mitteleuropäische Werte und rangiert weit vor vergleichbaren Millionenstädten im Süden. Einer der Gründe für den Spit­zenplatz ist die gute Wasserversorgung, die zum Beispiel dazu beiträgt, dass die Kin­dersterblichkeit fast 80 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt. Nahezu jeder Haushalt hat fließend Wasser, 84 Prozent sind an die Kanalisation angeschlossen. Und der Wasserpreis für private Haushalte gehört zu den niedrigsten im Land. Die zentralen Stichworte für den Erfolg von Porto Alegres kommunalem Versor­gungsunternehmen DMAE heißen Autonomie und Bürgerbeteiligung.

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