Wasser für Nahrung - Wasser für Profit

Konzentrierte sich die Weltbank in den 1990er Jahren noch auf den städtischen Wassersektor, so fördert sie jetzt Investitionen in alle Wassersektoren, insbesondere auch in die Bewässerungslandwirtschaft. Ein großer Teil davon fließt in die physische Infrastruktur, in Mehrzweckstaudämme und große Bewässerungssysteme. Gleichzeitig unterstützt sie Reformen wie die Bildung von Wassernutzerorganisationen, die Einführung höherer Wasserpreise und die Neurordnung von Wasserrechten. Die angestrebte Kommerzialisierung und Modernisierung der Bewässerungslandwirtschaft könnte jedoch an den meisten kleinbäuerlichen Betrieben vorbeigehen und die Konzentration auf exportorientierte Großbetriebe beschleunigen. 

Broschüre, 78 Seiten: Wasser für Nahrung - Wasser für Profit. Die Wasserpolitik der Weltbank in der Landwirtschaft, herausgegeben von Brot für die Welt: Download (pdf-Datei 1,18 MB)

Die Neuordnung von Wasserrechten

Wasserrechte sind anerkannte Befugnisse, Wasserquellen wie einen Fluss oder einen See zu nutzen. Je knapper Wasser in einer Region ist, desto wichtiger werden sie, um Zugang und Verteilung zu regeln. Ihre Gestaltung entscheidet darüber, wer Wasser wofür nutzen kann, und reflektiert damit gesellschaftliche Machtverhältnisse und wirtschaftliche Prioritäten. So bedeutet Großgrundbesitz oft auch die Kontrolle über Wasserressourcen, während viele Kleinbauern keine gesicherten Nutzungsrechte haben.

Briefing Papier: Neuordnung von Wasserrechten: Download (pdf-Datei 42 kb)

Privatisierung in der Bewässerungslandwirtschaft

In den meisten Ländern sind der Staat beziehungsweise Behörden für die Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft zuständig. Die Bauern zahlen nicht für das Wasser, sondern für die öffentlichen Dienstleistungen, wenn auch meist nur minimale Beträge. Angesichts leerer Staatskassen, Managementproblemen und stagnierender Produktivität gibt es seit Jahren Reformbestrebungen. Dazu gehört das Participatory Irrigation Management (PIM), bei dem Wassernutzerorganisationen die Wasserverteilung, Instandhaltung und den Gebühreneinzug übernehmen. Doch nicht nur die Beteiligung der Bauern an den Aufgaben wächst - auch ihre Beteiligung an den hohen Kosten.

Briefing Papier: Privatisierung in der Bewässerungslandwirtschaft: Download (pdf-Datei 42 kb)

Weltbank: Der Markt als Wassermanager

Weltbank-Mitarbeiter John Briscoe versprach sich von der "Genialität des Wassermarktes" eine Lösung der vielfältigen Probleme des Wassermanagements. Ansätze für die Einführung von handelbaren Wasserrechten gibt es unter anderem in Chile, Kalifornien, Australien und Mexiko. Trotz erheblicher Schwierigkeiten und Gefahren für die bäuerliche Landwirtschaft versucht die Weltbank, die Voraussetzungen dafür zu schaffen - etwa durch Reformen von Wassernutzungsrechten.

Text: Der Markt als Wassermanager, aus: Peripherie 101-102/2006: Download (pdf-Datei 194 kb)

Äthiopien: Wasser für Entwicklung

In Äthiopien fördert die Weltbank eine neue Wasserpolitik, die den Wasserreichtum des ostafrikanischen Landes für eine armutsmindernde Entwicklung nutzen soll. Dazu gehört auch ein Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft, die Nahrungsmittel, vor allem aber Rohstoffe und Exportprodukte liefern soll. Neben den Geldern der Weltbank werden private Unternehmen als Investoren geworben Inzwischen steigt der Blumenexport. Gleichzeitig haben Millionen Familien nicht genug zu essen. 

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Weitere Texte:

  

Wasserprobleme in Entwicklungsländern