Who's who?
Der Berliner Wassertisch
Der Berliner Wassertisch ist eine lokale Diskussions- und Informationsplattform unterschiedlicher Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich gegenwärtig vor allem dafür einsetzen, die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe aufzuheben. Gemeinsam werden öffentlichkeits- und medienwirksame Aktionen geplant und Alternativmodelle für eine demokratische, sozial gerechte und nachhaltige Wasserbewirtschaftung entwickelt. Zu lesen sind hier auch die bis vor Kurzem geheim gehaltenen Verträge der Teilprivatisierung.
Food & Water Watch: Schwerpunkt Gemeingüter
Die US-amerikanische Verbraucherorganisation mit Standbein in Brüssel bearbeitet seit Jahren die Aspekte Nahrung - mit einem starken Fokus auf Fischfang - und Wasser, wobei Landwirtschaft etwas untergewichtig bleibt. Mit einem neuen Schwerpunkt, der die Auswirkungen markt-basierter Maßnahmen auf Gemeingüter (Common resources) untersuchen soll, werden jetzt die Themen enger verknüpft und ausgeweitet: Finanzialisierung von Natur, Wasserpreis und -märkte, Privatisierung und andere Instrumente der Green Economy, aber auch alternative Ansätze wie Öffentlich-private Partnerschaften (PUPs). Home
Publikationen (Auswahl):
Fracking: The New Global Water Crisis. März 2012. Link (pdf-Datei 3,8 MB)
Public-Public Partnerships: An Alternative Model to Leverage the Capacity of Municipal Water Utilities. 2012. Link
Priceless: The Market Myth of Water Pricing Reform. 2010. Link
Gegen Gasbohren - Initiativen gegen "Fracking"
Weil die leicht erschließbaren Erdgasvorkommen seltener werden, wird das "Fracking" bei der Industrie immer populärer. Bohrkonzerne haben sich unter anderem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen große Gebiete für Probebohrungen gesichert, Polen hofft, durch eine Erschließung großer eigener Vorkommen von Gaslieferungen aus Russland unabhängig zu werden. Steigende Preise machen die aufwändige Tiefbohrtechnik zunehmend profitabel.
Beim "Hydraulic fracturing" werden gasführende Gesteinsschichten in großen Tiefen erschlossen: Durch zahlreiche Bohrlöcher wird Wasser, vermischt mit Chemikalien wie Säuren, Korrosionsschutzmittel und Bioziden, unter hohem Druck in die Schichten gepresst, um das Gestein aufzubrechen und beispielsweise 'Schiefergas' fördern zu können. Obwohl die Methode bereits seit über einem halben Jahrhundert bekannt ist und in den USA inzwischen nahezu auschließlich angewendet wird, sind ihre ökologischen Auswirkungen wenig untersucht und werden von der Industrie systematisch heruntergespielt. So droht vor allem das Grund- und damit das Trinkwasser großflächig durch die eingesetzten Chemikalien verseucht zu werden.
Mehr zum Thema und zum Widerstand, der sich gegen Gasbohren organisiert, bei der Vereinigung der Initiativen gegen unkontrollierte Erdgassuche und Hydraulic "Fracking" Fracturing in Deutschland: Link
Siehe dazu auch den Dokumentarfilm 'Gasland' von Josh Fox
Siehe zu Fracking auch: Food&WaterWatch
Gemeingut in BürgerInnenhand
Der Verein, hervorgegangen aus den Kampagnen gegen Public Private Partnership (PPP-Irrweg) und gegen die Bahnprivatisierung, setzt sich dafür ein, dass Gemeingüter wie Wasser, Bildung, Mobilität oder Energie demokratisch kontrolliert werden. Er basiert auf aktiven Gruppen und Bündnissen in Städten und Gemeinden, die sich gegen Privatisierung engagieren, darunter viele attac-Gruppen und will bundesweit Kämpfe gegen Privatisierung vernetzen und mit Schwerpunktkampagnen bündeln. Link. Nützlich die 'Handreichung', die erklärt, was PPP ist. Bezug: info (at) gemeingut.org
GWOPA - Allianz öffentlicher Wasserversorger
Um das Potenzial öffentlich-öffentlicher Partnerschaften (PUPs) als Alternative zu Privatisierungen im Wassersektor (Private-Public Partnerships, PPP) zu fördern, wurde unter dem Dach der UN-Organisation Habitat die Global Water Operators Partnerships Alliance (GWOPA) gegründet. Der Zusammenschluss soll öffentlichen Versorgungsunternehmen dabei helfen, den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern. Inzwischen unterstützen auch Privatisierungsbefürworter wie die Weltbank, die Asian Development Bank (ADB) und die Inter-American Development Bank (IADB) öffentliche Partnerschaften und finanzieren die meisten laufenden Partnerschafts-Projekte. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie das "Reclaiming Public Water"-Netzwerk begrüßen diese Entwicklung und arbeiten in der GWOPA mit, warnen aber auch davor, dass diese Partnerschaften - als Ersatz für die weitgehend fehlgeschlagene Privatisierungsstrategie - zu rein kommerziellen Unternehmungen werden könnten.
Siehe dazu: "Framework for global water operators partnerships alliance" bei UN-Habitat
International Rivers
Bei der Gründung 1985 standen die Kritik an Großstaudämmen und die Unterstützung der Bevölkerungsgruppen, die dadurch betroffen waren, im Zentrum der Arbeit. Seither ist daraus ein breites Netzwerk von Gruppen entstanden, die umfassend für den Schutz von Flussystemen und eine nachhaltige und partizipative Wasser- und Energieentwicklung eintreten. Neben der Zeitschrift World Rivers Review wurden zahlreiche Studien zu Staudammprojekten in Afrika, Südasien und Lateinamerika erstellt, in letzter Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit verstärkt auch auf die Entwicklungen in China. Website
Aktuelle Publikationen (Auswahl):
World Rivers Review, Vol. 26/No 4, Dezember 2011: Special Focus: Biodiversity
our water commons
Nordamerikanische, indische und lateinamerikanische Organisationen gründeten im Mai 2008 eine Plattform, um gemeinschaftlich orientierte, partizipative und demokratische Lösungen für Wasserprobleme voranzubringen. Die Website bietet Informationen zur Situation im Wassersektor, Blogs, Reportagen sowie eine umfassende Link-Liste und stellt Aktivitäten der beteiligten Organisationen und zahlreiche Fallstudien von Lösungsansätzen vor.
PSIRU: Forschungsgegenstand Wasser - ein öffentliches Gut
Das Forschungsinstitut PSIRU führt seit 1998 Untersuchungen zu Privatisierung, öffentlichem Sektor und Globalisierung durch, finanziert vor allem durch die Internationale Dienstleistungsgewerkschaft Public Services International. Es unterhält eine umfangreiche Datensammlung über Erfahrungen mit Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen weltweit. Schwerpunkte sind dabei Wasser, Energie, Abfallmanagement und Gesundheit, aber auch allgemeine Fragen wie die Funktion öffentlicher Unternehmen und die Rolle multinationaler Konzerne und internationaler Finanzinstitutionen wie der Weltbank.
Publikationen (Auswahl):
März 2009: Thinking inside the Box: Why the World Bank is not Learning. Download (pdf-Datei 441 kb)
Wasser in Bürgerhand
WasserInBürgerhand (W!B) ist ein Netzwerk lokaler Initiativen und Gruppen in verschiedenen deutschen Städten, die sich gegen die Kommerzialisierung und Veräußerung öffentlicher Güter einsetzen. Ziel ist, die Wasserversorgung in den Städten in öffentlicher Hand und unter demokratischer Kontrolle zu erhalten, beziehungsweise privatisierte Versorgungseinrichtungen zu rekommunalisieren. Auf der Website Nachrichten, Hinweise auf Termine und Aktionen, Materialien und Texte.
Waterjustice - Netzwerk von "Wasserkriegern"
Beim 4. Weltsozialforum im indischen Mumbai (Januar 2004) vereinbarten Gruppen aus mehreren Ländern, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, um gemeinsam Alternativen zur Privatisierung im Wassersektor durchzusetzen und nach Möglichkeiten zu suchen, öffentliche Wasserversorgung zu finanzieren. Darunter waren unter anderem Transnational Institute, Corporate Europe Observatory und Council of Canadians. Im virtuellen Ressourcen-Center www.waterjustice.org werden Erfahrungen und Informationen ausgetauscht, Debatten geführt und Aktivitäten geplant. Es gibt auch gemeinsame Veranstaltungen wie zuletzt beim 5. Weltwasserforum in Istanbul (WWF, Mai 2009, siehe Kommentar: "Menschenrecht schadet dem Geschäft", Download pdf-Datei 93 kb) und Publikationen wie das Buch: "Reclaiming Public Water", das als pdf-Datei und als Druckversion verfügbar ist und ständig durch weitere Beispiele für eine bessere öffentliche Wasserversorgung aktualisiert wird.
Anfang Februar 2010 traf sich das Netzwerk in Brüssel, um Bilanz zu ziehen und sein Aktionsfeld über den städtischen Bereich hinaus auszuweiten - ein Bericht von Jeff Conant darüber als Download (pdf-Datei 443 kb).
Publikationen (Auswahl):
März 2009: Controlling the agenda at WWF - the multinationals' network: Download (pdf-Datei. 4 Seiten)
Die Wasserinitiative des Weltwirtschaftsforums
Die World Economic Forum's Water Initiative wurde 2003 in Kooperation mit der staatlichen Entwicklungsorganisation der Schweiz gestartet, um "das Potenzial für innovative öffentlich-private Partnerschaften im Wassersektor" zu erkunden. In einer ersten Phase konzentrierte sich die Initiative darauf, Diskussionsveranstaltungen zu organisieren und Kontakte zu Regierungen, Unternehmen und Experten aufzubauen. Seit 2010 arbeitet sie eng mit der 2008 gebildeten 2030 Water Resources Group zusammen, an der neben zahlreichen Unternehmen aus dem Wassersektor, der Nahrungsmittel- und Agrarindustrie auch die Weltbank mit ihrer Tochter International Finance Corporation, IFC, beteiligt ist. Die neue Water Resources Group Phase 2 ('Davos Initiative') will ganz gezielt Regierungen bei der Ausarbeitung und Umsetzung von "Transformationsstrategien" für den Wassersektor unterstützen. Darunter sind Indien, Mexiko, Südafrika und seit kurzem China.
Publikationen (Auswahl):
Realizing the Potential of Public-Private Partnership Projects in Water. Link
Charting Our Water Future. Economic frameworks to inform decision-making. 2009. Link (pdf-Datei 5,52 MB)
Water Security: The Water-Food-Energy-Climate Nexus, 2011. Link