April 2012, Europaweit: 1 Million Unterschriften für Recht auf Wasser
Am 1. April startet der europäische Dachverband der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, EPSU, eine Initiative, die für die Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser durch die EU eine Million Unterschriften sammeln will. Die Website dafür wird beim Alternativen Weltwasserforum FAME2012 (12.-17.3.2012) vorgestellt und am Internationalen Weltwassertag, dem 22.März, freigeschaltet. Mit einer solchen Europäischen Bürgerinitiative, die seit März 2011 möglich ist, soll die EU gezwungen werden, das Menschenrecht auf Wasser, das von den Vereinten Nationen im Juli 2010 als Voraussetzung für die Erfüllung aller Menschenrechte anerkannt wurde, ebenfalls zu akzeptieren und dafür zu sorgen, dass ein Prozent des Umsatzes der Wasserversorgungsunternehmen für die Unterstützung öffentlicher Wasserversorger in Ländern des Südens bereitgestellt wird. Ausserdem soll damit gegen die Liberalisierungs- und Wettbewerbspolitik der Kommission und für eine öffentliche Versorgung mobilisiert werden.
August 2012, Stockholm: Wasser und Brot
Die alljährliche World Water Week (21.-31.8.2012), ausgerichtet vom Stockholm International Water Institute, SIWI, wirbt mit ihrem "Ambiente von Zusammenarbeit, Respekt und Innovation" - was starken Einfluss und Präsenz der Wasserindustrie und ihrer Verbände nicht ausschließt. Dieses Mal steht sie unter dem Motto "Wasser und Ernährungsssicherheit" und beansprucht nicht weniger als ein "Neues Denken" in diesem Problembereich anzustoßen. Das bezieht sich unter anderem auf "innovative Finanzierungsmechanismen für Infrastruktur und Kleinbauern", geopolitische Auswirkungen der Ressourcennachfrage und die Beziehungen zwischen Wasser, Nahrungsmittelerzeugung und Geschlecht. Info. Siehe Veranstaltungen und Beiträge in 2011
November 2012, Karlsruhe: Konkurrenz um Wasser
Das Konzept des Integrierten Managements von Wasserressourcen (IWRM), das Anfangs einen eher technisch-wissenschaftlichen Ansatz hatte, muss sich mehr und mehr mit sozio-ökonomischen Fragestellungen wie systembedingten Konflikten zwischen verschiedenen Wassernutzungen und - nutzern und Regulierungsfragen befassen. Die zunehmende Konkurrenz um Wasserressourcen, beispielsweise zwischen Städten und Landwirtschaft, steht daher im Mittelpunkt der IWRM Karlsruhe 2012 (21.-22.11.2012), die von wisenschaftlichen Institutionen, aber auch von wirtschaftlichen Akteuren im Wassersektor wie der German Water Partnership, die die Wettbewerbsposition des deutschen Wassersektor in internationalen Märkten stärken will, und Siemens organisiert wird.
Rückblick:
März 2012, Frankreich: Wasser-Marseillaise
Nach Istanbul im Jahr 2009 soll das nächste privatwirtschaftlich organisierte Weltwasserforum vom 12. bis zum 17. März 2012 im südfranzösischen Marseille stattfinden (6th World Water Forum, Link), mit einer 'Ministerkonferenz' am 13. März (Entwurf der Abschlusserklärung). Inzwischen hat auch die Zivilgesellschaft mit den Vorbereitungen für ein alternatives Forum begonnen (FAME, Forum Alternatif Mondial de l'Eau) - vorerst mit einer Website und einem "Marseille-Aufruf".
November, Bonn: Wasserkonferenz
Vom 16.-18.11. veranstaltet die Bundesregierung eine internationale Konferenz zu Wasser, Energie und Ernährung. Neben Lösungsansätzen sollen auch Konzepte einer "Green Economy" diskutiert werden. Info. Inzwischen liegt ein ausführliches Programm (6,5 MB) vor. Und für alle, die gestern noch nicht wussten, wie man 'Neksus' schreibt, auch das Grundlagenpapier (3,1 MB). Siehe dazu den Blog von Shiney Varghese von IATP und den Globe-spotting-Gastbeitrag von Jürgen Maier, sowie die offizielle Zusammenfassung.
November, Bonn: Vorsicht, Staudämme
Bei einer international besetzten Podiumsdiskussion (15.11.) in der Universität Bonn geht es um die Rolle von Staudämmen für Ernährung, die Energieversorgung und den Klimawandel, mit Beispielen aus der Türkei, Chile, Brasilien und Indien. Programm
Oktober 2011, Dresden: International Conference on IWRM
Im Mittelpunkt der Fachkonferenz, die am 12. und 13. Oktober 2011 in Dresden stattfindet und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird, steht das Konzept des Integrierten Managements von Wasserressourcen (Integrated Water Resources Management). Neben dem Erfahrungsaustausch ("lessons learnt") sollen Perspektiven für eine bessere Umsetzung des Konzepts in die Praxis diskutiert werden. Info
September 2011, Brasilien: IWRA World Water Congress
Der 16. Welt-Wasserkongress der International Water Resources Association (IWRA) , der vom 25.-29. September 2011 in Porto de Galinha, Brasilien, stattfindet, versteht sich als Treffen von 'Wasserressourcen-Professionals' aus Praxis, Forschung und Politik. Info
August 2011, Stockholm: Weltwasserwoche 2011
Parallel zur World Water Week 2011 mit dem Schwerpunkt "Wasser in einer urbanisierten Welt" (21.-27.8.2011), die von Privatwirtschaft, regierungsnahen Institutionen und Technologie-Fans dominiert wird, treffen sich auch wieder die Befürworter einer gemeinschaftlichen, demokratischen Versorgung zu Gegenveranstaltungen und Vernetzung, unter anderem zu einem Seminar 'Pro-Poor Urban Water and Sanitation Provision' (Ankündigung) und einer Veranstaltung über die Möglichkeiten öffentlicher Wasserversorgung in Tansania (Ankündigung). Berichte über die Veranstaltung bei worldwaterweek.blogspot
März 2011: Spannender Internationaler Wassertag
Der Internationale Weltwassertag am 22. März 2011 hatte das Thema "Water for Cities: Responding to the Urban Challenge". Er ist Teil des von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Aktionsjahrzehnts 'Wasser für Leben' 2005-2015" (International Decade for Action 'Water for Life'), mit dem auf die prekäre Wassersituation in vielen Städten des globalen Südens und Maßnahmen, sie zu verbessern, aufmerksam gemacht soll. Siehe dazu den Report von UN Habitat: "State of the World's Cities 2010/2011. Bridging The Urban Divide" (pdf-Datei 16 MB), und den Reader "Water and Cities", der aktuelle und wichtige UN-Veröffentlichungen zum Themenbereich zusammenstellt.