Nachlese zum Alternativen Wasserforum FAME2012
2. April 2012: Die Vorstellungen, wie die vielfältigen und anhaltenden Probleme im Wassersektor gelöst werden sollten, können gegensätzlicher kaum sein: Beim 6.Weltwasserforum in Marseille präsentierten Regierungs- und Unternehmensvertreter ihre Strategien, den Wasserbereich zu einem Zugpferd für die „Grüne Ökonomie“ zu machen. Entsprechend standen Stichwörter wie Effizienz, Technologien, Kommerzialisierung, öffentlich-private Partnerschaften (PPP) und „marktorientierte Lösungen“ im Vordergrund. Beim Alternativen Forum FAME2012 waren die Stichwörter dagegen Gemeingüter, Rekommunalisierung und Community Management. Mehr
Öffentliche Versorger - die Alternative
Nachdem die Euphorie von Weltbank und anderen internationalen Finanziers über die Privatisierung der Wasserversorgung einen Dämpfer erhalten hat, ist wieder die Diskussion über die Stärkung öffentlicher Versorgungsunternehmen in den Vordergrund gerückt. Beispiele aus Deutschland, Estland, Honduras und Porto Alegre, vorgestellt in dem Buch 'Das Wasser-Monopoly', zeigen, dass sie in der Lage sind, die Versorgung sicherzustellen, vorausgesetzt, sie erhalten die erforderliche politische Unterstützung. Download (pdf-Datei 68 kb)
First, we retake Paris, then we take Berlin?
Dezember 2009: Das Jahresende könnte für die Privatisierung öffentlicher Dienste eine Wasserscheide werden. Dann läuft nämlich der Vertrag der Stadtverwaltung von Paris mit zwei Tochterunternehmen der Versorgungskonzerne Veolia Environnement und Suez-Lyonnaise des Eaux aus. In Frankreich, Heimat der mächtigsten Global Player im Wasserbereich, könnte dies das Ende der Affermage, der langjährigen profitablen öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zwischen Kommunen und Konzernen einläuten. Mit der Entscheidung, die Wasserversorgung der Hauptstadt, die 1985 privatisiert worden war, wieder vollständig in öffentliche Regie zu übernehmen, setzt Bürgermeister Bertrand Delanoe ein Wahlversprechen um. Unmut hatten nicht nur steigende Preise geweckt. Nach Berechnungen des französischen Verbraucherverbandes machen die Konzerne in Paris fast 30 Prozent Profit.
Der Text: "Rekommunalisierung - First, we retake Paris, then we take Berlin?" als Download (pdf-Datei 96 kb)
Bürgerhaushalt in Porto Alegre
Porto Alegre, die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul, ist stolz auf ihre Lebensqualität. Bei Bildung, Alphabetisierungsrate oder Gesundheitssituation erreicht die Hafen- und Industriestadt nahezu mitteleuropäische Werte und rangiert weit vor vergleichbaren Millionenstädten im Süden. Einer der Gründe für den Spitzenplatz ist die gute Wasserversorgung, die zum Beispiel dazu beiträgt, dass die Kindersterblichkeit fast 80 Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt. Nahezu jeder Haushalt hat fließend Wasser, 84 Prozent sind an die Kanalisation angeschlossen. Und der Wasserpreis für private Haushalte gehört zu den niedrigsten im Land. Die zentralen Stichworte für den Erfolg von Porto Alegres kommunalem Versorgungsunternehmen DMAE heißen Autonomie und Bürgerbeteiligung.
Text: "Die 'unsichtbare' Hand des Gemeinwohls". Download (pdf-Datei 113 kb)