Die Rückkehr der Landfrage auf die politische Agenda

Oktober 2010: Landnahme, Landraub, Investitionen, Neokolonialismus, Krieg um Land - das Phänomen hat viele Bezeichnungen. Für dieses globe-spotting-SPECIAL wurde dennoch der Begriff Land grabbing gewählt. Seit GRAIN mit seinem Bericht "Seized!" im Oktober 2008 das Thema einer breiteren Öffentlichkeit präsentierte, hat er sich festgesetzt. Er bezeichnete zunächst das durch Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel und Finanzkrise angeheizte Interesse von Investoren an Ländereien im globalen Süden, sei es für den Anbau von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen, sei es zwecks Spekulation. Längst wird darunter aber jegliche großflächige Aneignung von Land durch in- oder ausländisches Kapital verstanden. Durch ihr schieres Ausmaß und ihre oft rücksichtslose Durchsetzung bedroht diese Landnahme die Existenzbedingungen von Millionen Menschen, die sich zunehmend zur Wehr setzen. Damit ist die Landfrage, die Agrarfrage überhaupt zurück auf der politischen Agenda.

Längst sind die Diskussionen und Auseinandersetzungen um diese Landnahme so vielschichtig und komplex wie deren Ausmaß, Formen und Auswirkungen selbst. Deshalb dieses globe-spotting-SPECIAL - mit Informationen über Veranstaltungen und interessante neue Entwicklungen, mit globe-spotting-Texten und -Diskussionsbeiträgen, mit Hinweisen auf weitere Publikationen und auf Organisationen und Institutionen, die sich mit dem Thema beschäftigen.