VERANSTALTUNGEN

Siehe auch die Veranstaltungshinweise zu den einzelnen Themen

 

Januar 2012, Berlin: Ernährungssicherung durch Wachstum

Im Rahmen der 'Grünen Woche' findet das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) statt (19.-21.1.). Mehr

 

Januar 2012, Bonn: Globale Lebensstile

Bei der Konferenz (30./31.1.2012) steht der Beitrag der Entwicklungspolitik zu nachhaltigen Konsummustern im Mittelpunkt. Mehr

 

Februar 2012, Berlin: Nachhaltige Green Economy

Bei der internationalen Konferenz (7.-8.2.) des Forum Umwelt und Entwicklung soll mit Blick auf Rio+20 über Impulse für eine "globale Transformation" nachgedacht werden. Info

 

März 2012, Marseille: Zwei Wasserforen

Die Vorbereitungen für Gegenveranstaltungen (FAME) zum privatwirtschaftlich organisierten 6. Weltwasserforum (12.-17.3.2012) haben begonnen. Mehr siehe SPECIAL: World Water Forum

 

April 2012, Berlin: Bitte wenden!

Beim 'Bewegungskongress' McPlanet.com 2012 (20.-22.4.2012) soll nicht nur Bilanz gezogen werden 20 Jahre nach dem 'Erdgipfel' in Rio de Janeiro. Auch "Wege in die Nachhaltigkeit" sollen hinterfragt werden, zum Beispiel, ob die ökologische Landwirtschaft 9 Milliarden Menschen ernähren kann. Kontakt

 

April 2012, Washington: Land und Armut

Jedes Jahr bringt die Weltbank für ihre Konferenz 'Land and Poverty' Vertreter von Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, der Privatwirtschaft und der Entwicklungsarbeit zusammen, um aktuelle Themen rund um die Landfrage zu diskutieren. Mehr

 

Juni 2012, Rio de Janeiro: Erdgipfel2012

Die Vorbereitungen für die UN-Konferenz nachhaltige Entwicklung (UNCSD, 20.-22.6.2012), Nachfolgetreffen zum "Erdgipfel" (UNCED) 1992, sind angelaufen. Als zentrales offizielles Thema schält sich Green Economy heraus. Vom 13.-15.6. findet eine letzte Vorbereitungskonferenz (PrepCom) statt, an die sich vier 'Thementage' anschliessen, die von der brasilianischen Regierung veranstaltet werden. Zur Website. Siehe dazu den Blog-Beitrag: "Boykottiert Rio+20"

 

Nachlese:

Frühere Veranstaltungshinweise: Archiv

BASF stampft Gentech-Kartoffel Amflora ein

18. Januar 2012: Der Chemie- und Agrarkonzern BASF wird die Kommerzialisierung von gentechnisch veränderten Kartoffeln und Weizen in Europa vorerst aufgeben und die Unternehmenstochter Plant Science in die USA verlegen. "Das ist ein schöner Tag", begrüsst Georg Janßen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die den Widerstand gegen Freisetzungsversuche mit der Stärkekartoffel Amflora mitgetragen hat, die Entscheidung. Als Grund dafür nennt das Unternehmen die fehlende Akzeptanz von Bauern, Verbrauchern und Politik und will sich nun auf die Märkte in Nord- und Südamerika und in Asien konzentrieren. Mit dem Moratorium auf Genpflanzen, das jüngst in Peru verabschiedet wurde, und der verbreiteten Ablehnung von Gentechnologie bei Reis und anderen Nahrungspflanzen in China gibt es allerdings auch dort mehr Gegenwind. Erst kürzlich hat der Konkurrent Bayer CropScience angekündigt, auf die Entwicklung von gentechnisch verändertem Weizen zu verzichten. Quelle: GMWatch 16.1.2012

Anschubfinanzierung für 'Klima-smarte Landwirtschaft'

16. Januar 2012: Die EU-Kommission und die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, wollen 5,3 Millionen Euro für die Förderung landwirtschaftlicher Methoden bereitstellen, die die Anpassung an den Klimawandel verbessern und den Beitrag der Landwirtschaft zu den Emissionen verringern. Mit den Geldern sollen Pilotprojekte in Malawi, Vietnam und Sambia unterstützt werden. Absicht ist aber auch, die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel zu erkunden - eine Zielsetzung, die von vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen wie beispielsweise Econexus abgelehnt wird - und internationale private Investoren zu gewinnen. Siehe den Beitrag: "Was zum Teufel ist 'Klima-smarte Landwirtschaft'?"

Quelle: Pressemeldung der FAO vom 16.1.2011

Fleischverzehr in den USA sinkt deutlich

14. Januar 2012: Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet für dieses Jahr einen weiteren Rückgang des Fleischverzehrs in den Staaten. Damit würden gegenüber 2007 mehr als 12 Prozent weniger Rind, Schwein oder Geflügel konsumiert. Der Abwärtstrend fällt zusammen mit der Krise und dem sprunghaften Anstieg der Äthanolproduktion aus Getreide in den USA. In einer Analyse des Daily Livestock Report der Chicagoer Börse werden daher als Ursachen auch steigende Futtermittelkosten und damit höhere Preise beziehungsweise ein verringertes Angebot aufgrund sinkernder Produktion und höherer Exporte angeführt. Vor allem aber seien ein "Krieg der Bundesregierung gegen Fleischkonsum" und die Tierschutzbewegung verantwortlich, in der erfolgreich Tierrechtsaktivisten, Umweltschützer und Globalisierungskritiker kooperieren.

Entwurf des Abschlussdokuments für Rio+20 vorgelegt

13. Januar 2012: Fünf Monate vor dem Gipfeltreffen Rio+20 liegt die Null-Version des Abschlussdokuments "The Future We Want"vor. Zivilgesellschaftliche Beobachter zeigten sich verwundert, wie es dem Sekretariat des UN-Vorbereitungskomitees gelungen ist, die rund 6.000 Seiten mit Vorschlägen von Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft zu einem nur 17 Seiten starken Text einzudampfen. Der Entwurf ist jetzt die Grundlage für weitere Diskussionen. Link

"Agrar-Kolonialismus" jetzt als pdf-Datei

9. Januar 2012: Das Buch "Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich" von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei erhältlich: Download (0,9 MB)

Gentechnik-Fan als FAO-Chef

2. Januar 2012: Zum Jahresanfang hat der brasilianische Agrarwissenschaftler José Graziano da Silva sein Amt als neuer Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) angetreten. Siehe dazu den Blog-Beitrag von Norbert Suchanek

Die WTO und das Recht auf Nahrung

15. Dezember 2011: Unmittelbar vor der nächsten Sitzung der komatösen Doha-Entwicklungsrunde bei der WTO-Ministerkonferenz in Genf (15.-17.12) nimmt WTO-Generaldirektor Pascal Lamy Stellung zur Kritik des UN-Berichterstatters für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter. Der hatte Mitte November beklagt, Maßnahmen zur Sicherung des Rechts auf Nahrung wie beispielsweise Einfuhrbeschränkungen oder Subventionen für die bäuerliche Landwirtschaft würden durch die Welthandelsorganisation blockiert. Eine Überarbeitung der WTO-Regeln für den Agrarhandel seien daher nötig (Siehe Meldung vom 17. November). Lamy bekräftigt dagegen die Auffassung, dass zur Ernährungssicherung eine weitere Handelsliberalisierung notwendig und bestehende Spielräume für Importländer, die eigene Landwirtschaft zu schützen, ausreichend seien. Sein Brief wird durch einen ausführlichen Kommentar des WTO-Sekretariats zu den Forderungen von De Schutter ergänzt.

Transformation durch Infrastrukturprojekte

14. Dezember 2011: Die Weltbank und die Regierungen der G20 wollen den Bau von Großstaudämmen, Stromnetzen und Verkehrsverbindungen voran treiben. Besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sollen so die "Volkswirtschaften radikal transformiert" werden, wie die Weltbank verkündet. Um dafür im Rahmen 'Öffentlich-privater Partnerschaften' (PPP) private Investoren zu gewinnen, sollen Regulierungen aufgeweicht und hinderliche Vorschriften im Arbeits- und Landrecht "reformiert" werden. Dagegen enthalten die entsprechenden Aktionspläne, die in den vergangenen Wochen von der G20, der Weltbankgruppe sowie dem Infrastruktur-Verbund der multilateralen Entwicklungsbanken vorgelegt wurden, hinsichtlich "Armutsminderung, Umweltschutz und Klimawandel nur Lippenbekenntnisse", wie Peter Bosshard von International Rivers feststellt. Ausserdem würden die Anforderungen ärmerer Bevölkerungsgruppen an Energie- und Wasserversorgung in den Plänen nicht berücksichtigt.

Der große Milchraub

10. Dezember 2011: Milcherzeugung und -verarbeitung sind für Millionen Familien in vielen Ländern des globalen Südens eine wichtige Einkommensquelle. Doch zunehmend drängen Konzerne wie Nestlé, PepsiCo und Cargill auf diesen Markt, gefördert durch bilaterale Handelsabkommen, Qualitätsstandards und schiere Marktmacht: Riesige Betriebe mit über 100.000 Kühen drängen die traditionellen Produzenten aus dem Geschäft. Dieser "Große Milchraub" bedroht damit die Lebensbedingungen und die Versorgung von zahllosen ärmeren Menschen, wie GRAIN in einem neuen Bericht warnt.

GRAIN fordert "Rückrufaktion" für 'Land grabber'

6. Dezember 2011: Bei der Verleihung des Right Livelihood Award an GRAIN rief der Koordinator der Lobbyorganisation, Henk Hobbelink, gestern im schwedischen Parlament dazu auf, die großflächigen kommerziellen Investitionen in die Landwirtschaft in vielen Ländern des globalen Südens sofort zu beenden. GRAIN setzt sich seit Jahrzehnten für die Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft ein und hatte vor drei Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses 'Land grabbing' gelenkt. Pensionsfonds, Investoren und Agrarkonzerne müssten daran gehindert werden, ihr "heißes Geld" für die Spekulation mit Land und Nahrungsmitteln einzusetzen. Das sei eine der Voraussetzungen, um der Ernährungskrise und dem Klimawandel zu begegnen. Der Link zur Rede

Auf dem Weg zu Rio+20

5. Dezember 2011: Die Vorsitzende der Organisation Humanitare, dem Hauptsponsor der offiziellen Rio+20-Website, zitierte Werbeslogans des Bergbau-Unternehmens Vale, dem soziale Bewegungen Umweltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen vorwerfen, als Beispiel für Visionen von Nachhaltigkeit. Diese und weitere Informationen über den Vorbereitungsprozess von Rio+20 im Juni 2012 finden sich auf einer Website, die der Evangelische Entwicklungsdienst geschaltet hat. Siehe auch Forum Umwelt und Entwicklung: Link

EU verspricht nachhaltigen Fischfang

1. Dezember 2011: Parallel zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (CAP) der EU, die bis 2013 abgeschlossen sein soll, und weitgehend in deren Schatten findet auch eine Diskussion um die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (CFP) statt. Hintergrund: Weil Dreiviertel der Fischbestände in den Gewässern der EU bereits überfischt sind, werden immer mehr Einfuhren notwendig, was Europa inzwischen zum weltweit größten Importeur von Fisch und Fischereiprodukten werden ließ. Dabei steht Europas überdimensionierte Hochseeflotte in Konkurrenz zu anderen Fangnationen, gerät aber auch immer wieder in die Kritik, Küstenfischern in den Ländern des globalen Südens, besonders in Afrika, den Fang zu rauben. So veröffentlichte zum Beispiel Greenpeace die Studien 'How Africa is feeding Europe' (Link zu pdf-Datei) und 'Empty Nets, Empty Future' (Link zu pdf-Datei 3,68 MB).

Zukünftig sollen 'Nachhaltige Fischereiabkommen' (SFAs) die bisherigen 'Fischerei-Partnerschaftsabkommen' (FPAs) ablösen und die Interessen der europäischen Fischindustrie, der Länder, in deren Gewässern gefischt wird, und der Umwelt in Einklang bringen. Das European Centre for Development Policy Management hat jetzt in einer Studie ('Fishing in troubled waters: An analysis of the upcoming reform of the Common Fisheries Policy from the perspective of policy coherence for development') die Vereinbarkeit der Reformvorschläge mit den entwicklungspolitischen Zielsetzungen der EU untersucht. Danach „steht die Union vor gewaltigen Herausforderungen, ihre Fischereipolitik so zu reformieren, dass sie nicht nur auf kurzfristige wirtschaftliche Interessen ausgerichtet ist“. Dazu gehört der hohe Bedarf von Fischfarmen an Fischmehl und das Interesse einzelner Länder, ihre Fischereiflotten über Wasser zu halten, obwohl die EU-Subventionen nach einer Oceana-Studie mit mindestens 3,3 Milliarden Euro (2009) mehr als dreimal höher sind als bislang bekannt und in einzelnen Ländern bereits höher liegen als der Wert der angelandeten Fangmengen.

Bestandsaufnahme natürlicher Agrarressourcen

29. November 2011: Die Botschaft des Berichts State of the World's Land and Water Resources for Food and Agriculture (SOLAW) ist so überraschend nicht: Die natürlichen Grundlagen der Landwirtschaft wie Boden, Wasser und biologische Vielfalt werden immer stärker beeinträchtigt. Neu ist auch nicht, dass die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, darin eine Gefährdung der Ernährungssicherheit sieht. Immerhin liefert der Bericht für diese Entwicklungen umfangreiches Zahlenmaterial, Karten, Grafiken und thematische Einzelberichte. Und er macht Werbung für das neue Zauberwort landwirtschaftlicher Entwicklung: "Nachhaltige Intensivierung". Link zur SOLAW-Homepage. Siehe dazu die Analyse von Uwe Hoering

WTO behindert den Kampf gegen den Hunger

17. November 2011: Angesichts der anhaltenden Ernährungskrise warnt der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, bei der Vorstellung des Berichts 'The World Trade Organization and the Post-Global Food Crisis Agenda' davor, dass die Welthandelsorganisation mit ihrer Liberalisierungsagenda eine wirksame Politik der betroffenen Ländern behindern würde. Maßnahmen wie Nahrungsmittelvorräte, Importbeschränkungen, staatliche Aufkäufe von Agrarprodukten oder Subventionen, durch die die einheimische bäuerliche Landwirtschaft gefördert und damit die Ernährungssicherheit verbessert werden können, würden "durch die Komplexität der Regeln und die Drohung mit rechtlichen Schritten gebremst". Deshalb müsse die WTO ihre Handelsregeln stärker als bislang am Recht auf Nahrung orientieren.

Kritik an der Bonner Nexus-Konferenz

16. November 2011: Zivilgesellschaftliche Teilnehmer der Bonner Nexus-Konferenz (16.-18.11.) kritisieren die unzureichenden Möglichkeiten, ihre Positionen und Themen in die Veranstaltung einzubringen. Das Programm würde einseitig "technologischen und marktorientierten Lösungen" und dem Privatsektor sowie internationalen Organisationen Raum geben und die Diskussionen verengen. Sie sehen darin ein "gefährliches Vorbild" für die UN-Konferenz Rio+20 im Juni nächsten Jahres. Download (pdf-Datei 153 kb) des Offenen Briefs.

Frühere Nachrichten 2011:

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