Texte zu Tierfabriken
Brighter Green ist ein nichtkommerzieller Themendienst, der unter anderem Blogs und Artikel zur industriellen Fleischproduktion und ihren Auswirkungen sammelt.
Krisenfaktor Fleischindustrie
August 2010: Auch wenn der Titel etwas irreführend suggeriert, die Fleischindustrie befände sich in einer Krise, so ist doch unübersehbar, dass die industrielle Fleischproduktion ins Gerede gekommen ist - nach BSE, Gammelfleisch oder Käfighaltung ist es jetzt ihr Beitrag zum Klimawandel. "The Meat Crisis" stellt diese und weitere schädliche Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Tierfarmen dar, zeigt aber auch alternative Haltungsmethoden und Handlungsmöglichkeiten auf und diskutiert ethische und religiöse Auseinandersetzungen mit tierischen Nahrungsmitteln.
Joyce D'Silva and John Webster (eds.), The Meat Crisis. Developing More Sustainable Production and Consumption. London (Earthscan) August 2010
Biotechnologie am Ende? Aber nicht tot!
Das Schaf Dolly, das erste geklonte Säugetier, lebte nur sechs Jahre. Christoph Then, Gründer der Initiative "Kein Patent auf Leben", geht seiner Geschichte nach, ebenso wie weiteren Beispielen der Biotechnologie, ihres Werdegangs und den unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Als Ausdruck eines falschen wissenschaftlichen Modells, angesichts zahlreicher fehlgeschlagener Versuche und uneingelöster Versprechungen ist die Biotechnologie seiner Meinung nach eigentlich am Ende. Wirtschaftliche Interessen halten sie jedoch nach wie vor am Leben - und die möglichen Alternativen klein.
Christoph Then, Dolly ist tot. Biotechnologie am Wendepunkt. Zürich (Rotpunktverlag) 2008
“Livestock Revolution” revisited
Wirtschaftswachstum, Urbanisierung und Bevölkerungszuwachs in vielen Entwicklungsländern haben dazu beigetragen, dass weltweit die Erzeugung von Fleisch sprunghaft gestiegen ist. Erhebliche öffentliche Gelder wurden für die Unterstützung der Tierhaltungs-Industrie ausgegeben. Ein wichtiger Anhänger der Nachfrage-Theorie, das International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington, rief angesichts dieses Aufschwungs 1999 die “Livestock Revolution” aus. Unter anderem prognostizierte es einen Anstieg der Nachfrage nach Fleisch von 184 Millionen Tonnen 1993 auf 303 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Sechs Jahre später wies die Weltbank in ihrem Bericht „Managing the Livestock Revolution“ auf einige Leerstellen des IFPRI-Berichts hin, zum Beispiel die Folgen der “Revolution” für die Umwelt, die öffentliche Gesundheit und die soziale Situation, und machte Vorschläge, um “die negativen Auswirkungen” einzudämmen. Ein Jahr später warf die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO mit “The Livestock’s Long Shadow” besonders die Frage nach den Auswirkungen der Tierhaltung auf das Klima auf.
Livestock to 2020 – The Next Food Revolution. Food, Agriculture and the Environment Discussion Paper 28. IFPRI/FAO/ILRI 1999. (IFPRI, pdf-Datei, 84 Seiten)
Kurzfassung: Livestock to 2020: The Next Food Revolution. IFPRI 2020 Brief No. 61. October 1999
The World Bank, Managing the Livestock Revolution. Policy and Technology to Address the Negative Impact of a Fast Growing Sector. Washington D.C. 2005.
FAO, The Livestock's Long Shadow. Rome 2006. Zusammenfassung, von Uwe Hoering: (Download, pdf-Datei 120 kb)
Globaler Aktionsplan zur Erhaltung von Nutztierrassen
Nutztierrassen gehen immer schneller verloren. Daher wurde bei der Konferenz der FAO über tiergenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft, die vom 1.-7. September 2007 in Interlaken/Schweiz stattfand, ein Globaler Aktionsplan (FAO) zu ihrer Erhaltung und nachhaltigen Nutzung beschlossen. Rechtlich bindend ist der Plan jedoch nicht, und Mittelzusagen fehlen völlig. Außerdem reagiert er nicht auf die Hauptursache für die Verdrängung der Vielfalt – die weltweite Expansion der Tierzuchtindustrie. Dies war einer der Punkte, die auf dem parallelen Forum der Zivilgesellschaft im nahen Wilderswil kritisiert wurde. Und ohne die Ankennung der lokalen Gemeinschaften als Schlüsselakteure bei der Erhaltung und Züchtung, so die Erklärung von Wilderswil (Swissaid), habe der Aktionsplan keine Chance, seine Ziele zu erreichen.
Weitere Literaturhinweise: