Who's who?
FIAN
FoodFirst Information and Action Network (www.fian.org) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung einsetzt. Bezugspunkte sind u.a. das Internationale Abkommen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen und die Richtlinien zum Recht auf Nahrung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Das Netzwerk hat Mitglieder in über 50 Ländern, darunter in Deutschland (www.fian.de). Zu den Aktivitäten gehören die Dokumentation von Verstößen, etwa durch Fact Finding Missions, Kampagnen gegen die Vertreibung von Menschen von ihrem Land (Urgent Actions) und Öffentlichkeitsarbeit, um Regierungen, internationale Institutionen und private Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.
Publikationen (Auswahl):
Land Grabbing in Kenya and Mozambique. A report on two research missions - and a human rights analysis of land grabbing. April 2010. Als pdf-Datei bei FIAN
Siehe auch die Website zu Land grabbing
GIGA-Forschungsprojekt
Ein Forschungsteam am German Institute of Global and Area Studies in Hamburg will in Kooperation mit dem Institut der Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und der Universität Greifswald Informationen über den Umfang der Landnahmen sammeln und die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Ausgestaltung der Verträge erforschen. Finanziert unter anderem vom Bildungsministerium (BMBF) geht es vor allem um Politikberatung. Informationen
Veröffentlichungen (Auswahl):
Dealing with the Race for Agricultural Land. Kiel Policy Brief No. 31 / June 2011. Link (pdf-Datei, 514 kb)
GRAIN
Die internationalen Nichtregierungsorganisation, deren Koordinierungsbüro in Barcelona ist, wurde 1990 gegründet, um eine breite Kampagne gegen den Verlust der biologischen Vielfalt durchzuführen. Für eine nachhaltige Agrarwirtschaft, so die Überzeugung, müssen die Menschen selbst die genetischen Ressourcen und lokales Wissen kontrollieren. Landwirtschaft und ländliche Entwicklung können nicht der Wissenschaft, der Politik oder den Unternehmen allein überlassen werden. Vielmehr müssen die bäuerlichen Gemeinschaften, die die Biodiversität über Jahrhunderte entwickelt und erhalten haben, beteiligt sein. Besondere Besorgnis weckt die moderne Bio- und Gentechnologie mit ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft, insbesondere in Ländern des Südens. In den vergangenen Jahren hat sich GRAIN besonders auf die Aufarbeitung von Land grabbing konzentriert.
link: www.grain.org
Publikationen (Auswahl):
Squeezing Africa Dry: Behind every land grab is a water grab. GRAIN, June 2012
Seized: The 2008 land grab for food and financial security. download (pdf-Datei 207 kb)
A new Green Revolution for Africa? (December 2007): Download (pdf-Datei 153 kb)
International Land Coalition
Die internationale Allianz von über 80 zivilgesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Organisationen setzt sich für den Zugang zu und die Kontrolle über Land für Angehörige ärmerer Bevölkerungsgruppen ein. Zu den Mitgliedern gehören nationale und internationale nichtstaatliche Organisationen, Bauernverbände, Forschungszentren und Gewerkschaften. Finanziert wird sie von mehreren staatlichen Entwicklungsorganisationen und der Europäischen Kommission. Gegenwärtig sammelt sie unter anderem Informationen zur kommerziellen Landnahme und zum Landzugang von Frauen, indigenen Völkern und nomadischen Viehhaltern. Zur Website
Aktuelle Publikationen (Auswahl):
Land Rights and the Rush for Land. Findings of the Global Commercial Pressures on Land Research Project. Gemeinsam mit iied und cirad, 2012. Link
Large acquisitions of rights on forest lands for tropical timber concessions and commercial wood plantations. Gemeinsam mit RRI, 2011. Link
Land Deal Politics Initiative (LDPI)
Diese Forschungsinitiative wurde von WissenschaftlerInnen des International Institute of Social Studies (ISS) in Den Haag, dem Institute for Development Studies (IDS) an der Universität Sussex, dem Institute for Poverty, Land and Agrarian Studies (PLAAS) at the Western Cape-Universität in Südafrika und dem Polson Institute for Global Development an der Cornell-Universität in New York ins Leben gerufen. Als ein breites Netzwerk will sie die grundlegenden sozialen und politischen Dynamiken von Landnahmen und Landnutzungsänderungen - besonders von Erwerb, Pacht und Vertragslandwirschaft - untersuchen und damit zu den Debatten um Ursachen und Auswirkungen von 'Land grabbing' beitragen. Sie versteht sich dabei auch als Bindeglied zwischen und kritische Ergänzung zu der Arbeit von politisch orientierten Geberinstitutionen, nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen und politischer Basisarbeit. Dementsprechend wird ein Austausch mit sozialen Bewegungen, AktivistInnen, politischen Entscheidungsträgern und engagierten AkademikerInnen angestrebt. LDPI gehörte zu den Organisatorinnen der wichtigen Konferenz zu 'Land grabbing' im April 2011 und der Nachfolge-Konferenz im Oktober 2012 an der Cornell-Universität in Ithaka, NY. Link
Im April 2011 erschienen: Maura Andrew & Hilde Van Vlaenderen, Commercial Biofuel Land Deals & Environment and Social Impact Assessments in Africa: Three case studies in Mozambique and Sierra Leone. Cape Town (LDPI Working Paper 1)
La Via Campesina
... ist die wichtigste transnationale Bauernorganisation, mit Mitgliedsorganisationen in annähernd 60 Ländern in Asien, Afrika, Europa und Amerika, die Millionen kleinbäuerliche Familienbetriebe, aber auch Landlose, Indigene und Landarbeiter repräsentieren. Gegründet im Mai 1993, hielt sie im Oktober 2008 in Maputo ihre fünfte Internationale Konferenz ab. Durch Solidarität über Grenzen hinweg sollen Geschlechtergleichheit und faire wirtschaftliche Bedingungen gefördert, Land, Wasser, Saatgut und andere natürliche Ressourcen geschützt und eine dezentrale, nachhaltige Agrarwirtschaft geschaffen werden, die vorrangig für die Eigenversorgung und den einheimischen Markt produziert. Mit dem Konzept der "Ernährungssouveränität" hat sie die Definition von "Ernährungssicherheit" um wesentliche Elemente wie Produktionsbedingungen, demokratische Mitbestimmung und staatliche Verantwortung für das Recht auf Nahrung erweitert. Siehe auch Literaturhinweise
Link: www.viacampesina.org, siehe auch European Coordination Via Campesina
LRAN: Aktionsorientierte Forschung zu Landfragen
Im Land Research Action Network (LRAN) haben sich ForscherInnen zusammengeschlossen, die eng mit Basisbewegungen zu Land und anderen Ressourcenfragen zusammenarbeiten. Sie wollen damit ein kritisches Gegengewicht gegen markt-orientierte Landreform-Konzepte, wie sie zum Beispiel die Weltbank vorantreibt, schaffen und treten für eine umfassende Agrarreform ein. Koordiniert wird die Arbeit unter anderem von Food First in den USA und Focus on the Global South in Thailand.
Publikationen (Auswahl):
Defending the commons, territories and the right to food and water. LRAN Briefing Paper Series, October 2010: Download von farmlandgrab. October 2011: Download von Focusweb
UN Special Rapporteur: Anwalt für das Recht auf Nahrung
Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung soll sich unter anderem für dessen vollständige Verwirklichung einsetzen, nach Wegen suchen, wie Hindernisse überwunden werden können und Vorschläge erarbeiten, wie das Millenniumsziel, den Anteil der Hungernden zu halbieren, erreicht werden kann. Am 26. März 2008 folgte der Jurist Olivier De Schutter dem Schweizer Soziologen und Politiker Jean Ziegler auf diesem Posten und hat seither unter anderem zu den Auswirkungen von Agroindustrie und Land grabbing auf das Recht auf Nahrung Stellung bezogen. Link