Agrarinvestitionen: BMZ möchte "nur Gewinner"
24. Januar 2012: Gestern stellte das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ, ein Positionspapier für seinen Umgang mit privaten Investitionen in Land vor. Dabei legt es die Messlatte der Anforderungen dafür, dass diese Landnahme nicht zu Land Grabbing, also zu großflächigen Vertreibungen führt, sehr hoch: Partizipation, Transparenz und Rechenschaftslegung, die Anerkennung bestehender Land- und Wasserrechte, ein Menschenrechtskonformer Umgang mit Umsiedlungen und Entschädigungen, Achtung der Menschenrechte auf Nahrung und Wasser, Schutz der natürlichen Ressourcen und eine gerechte Beteiligung am Nutzen der Investition. Allerdings bestehen diese Voraussetzungen für "verantwortungsvolle Investitionen", die gewährleisten würden, dass es "nur Gewinner, aber keine Verlierer gibt", nur unzureichend. Konsequenterweise müsste das BMZ daher ein Moratorium für Direktinvestitionen in Land und deren Unterstützung durch die internationale Entwicklungszusammenarbeit vorschlagen, bis diese Bedingungen geschaffen sind. Stattdessen will es sich auf die Schaffung einer Informationsgrundlage, die Erarbeitung internationaler Leitlinien, die Unterstützung von Partnerländern bei Bodenpolitik und Landmanagement, die Ausbildung von Fachkräften, die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor und die "Einforderung von Nachhaltigkeit" konzentrieren - und im Juli kommenden Jahres einen Erfolgsbericht vorlegen.
Investitionen in Land und das Phänomen des "Land Grabbing". Herausforderungen für die Entwicklungspolitik. BMZ-Strategiepapier 2, 2012. Link
Siehe dazu den Gastbeitrag des FIAN-Agrarexperten Roman Herre.
Entwicklungsorganisationen fördern Landnahme
11. Dezember 2011: Während sich die Verabschiedung der 'Freiwilligen Richtlinien für eine verantwortungsbewusste Landbesitz-Politik' der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) verzögert, gehen unregulierte Landgeschäfte großer ausländischer Unternehmen und Spekulanten ungebremst weiter, wie das Oakland Institute berichtet. Entwicklungsinstitutionen wie USAID und die Weltbank-Gruppe fungieren oftmals als Wegbereiter für derartige Landnahmen. Das Oakland Institute belegt diese Vorwürfe mit vier neuen Länderberichten (Mosambik, Tansania, Süd-Sudan und Sambia), die zeigen, dass die Investitionen weder Ernährungssicherheit noch Arbeitsplätze bringen, sondern fruchtbares Land zu Plantagen für die Energieversorgung in den USA und Europa umwandeln.
GRAIN fordert "Rückrufaktion" für 'Land grabber'
6. Dezember 2011: Bei der Verleihung des Right Livelihood Award an GRAIN rief der Koordinator der Lobbyorganisation, Henk Hobbelink, gestern im schwedischen Parlament dazu auf, die großflächigen kommerziellen Investitionen in die Landwirtschaft in vielen Ländern des globalen Südens sofort zu beenden. GRAIN setzt sich seit Jahrzehnten für die Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft ein und hatte vor drei Jahren die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses 'Land grabbing' gelenkt. Pensionsfonds, Investoren und Agrarkonzerne müssten daran gehindert werden, ihr "heißes Geld" für die Spekulation mit Land und Nahrungsmitteln einzusetzen. Das sei eine der Voraussetzungen, um der Ernährungskrise und dem Klimawandel zu begegnen. Der Link zur Rede
Wasserrechte für Investoren gefährden Millionen
29. November 2011: Bekanntlich vergeben Regierungen in vielen Fällen großzügig Landnutzungsrechte an Investoren, ohne viel Rücksicht zu nehmen auf bestehende Rechte lokaler Bevölkerungsgruppen. Das gilt erst recht für die Vergabe von Wassernutzungsrechten, ohne die die Landvergabe oft gar keinen Sinn machen würde. Auf diese vielfach ausgeblendete Gefahr, die zum Beispiel mit großen Staudamm- und Bewässerungsprojekten wie dem Gibe III-Projekt in Äthiopien einhergeht, macht ein Briefing des International Institute for Environment and Development, iied, aufmerksam und warnt davor, dass dadurch die Lebensbedingungen von Millionen Menschen beeinträchtigt werden.
Zielkonflikt: Investitionsförderung vs Gewohnheitsrechte
Gewohnheitsrechte haben, selbst wenn sie gesetzlich verankert sind, meist einen geringeren Schutz als formelle Eigentumsrechte und helfen damit oft nicht gegen Vertreibung und Benachteiligung. Dies ist die Kernaussage der Studie 'Contemporary processes of large-scale land acquisition by investors' des Center for International Forestry Research, CIFOR, über die Umsetzung großflächiger Agrarinvestitionen in Ghana, Mosambik, Tansania und Sambia, allesamt beliebte Zielländer für ausländische Unternehmen. So fand eine echte Beteiligung der betroffenen Bevölkerungen nicht statt, obwohl sie vorgeschrieben ist. Stattdessen stellte die Studie einen "hohen Grad an Zwang" fest. Dadurch wird verhindert, dass der versprochene Nutzen von Investitionen die lokalen Bevölkerungen erreicht. Anfänglich positive Erwartungen werden daher rasch enttäuscht und schlagen in Widerstand oder offenen Konflikt um.
Aufruf aus Nyeleni: Widerstand organisieren!
20. November 2011: Bei einem dreitägigen Treffen in Nyeleni (Mali) tauschten Bauern und Bäuerinnen, Vertreter nomadischer Viehhalter und indigener Völker aus aller Welt ihre Erfahrungen mit Land grabbing und ihrem Widerstand dagegen aus. In einer Abschlusserklärung fordern sie einen sofortigen Stop der Landvergabe an kommerzielle Investoren und schlagen Maßnahmen vor, wie der lokale Widerstand gestärkt werden kann. Download (doc-Datei 36 kb)
Neues Großprojekt eines US-Investors in Tansania
25. Oktober 2011: Tansanias Landwirtschaftsminister hat die Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Agrarunternehmen AgriSol Energy über eine 32.000 Hektar große Farm verteidigt. Neben Mais und Soja sollen dort auch Vieh, Geflügel und Energiepflanzen erzeugt werden. Kleinbauern würden als Vertragslandwirte eingebunden. Nach offiziellen Angaben der Regierung, die massiv um ausländische Investitionen wirbt, seien gegenwärtig nur drei Viertel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche des Landes bebaut. Dagegen befürchtet das Oakland Institute, dass durch die geplante großflächige Mechanisierung bis zu 162.000 Menschen vertrieben würden, die Beteiligung der Kleinbauern sei lediglich ein "PR-Trick".
Quelle: Africanagricultureblog
Siehe auch Oakland Institute Brief zu Tansania und AgriSol
Grundbuchamt in Sierra Leone abgebrannt
21. Oktober 2011: Gestern wurden durch ein Feuer im Ministerium für Land, Wohnungsbau und Landesplanung alle Unterlagen im Büro für Landregistrierung vernichtet. Ein Regierungssprecher versichert, es gebe von allen Dokumenten Kopien. Dennoch wird in Blogs heftig über politische Hintergründe spekuliert. Sierra Leone gehört zu den Ländern, die sich besonders intensiv um ausländische Agrarinvestoren bemühen, wobei die Proteste zunehmen, etwa gegen die beiden europäischen Unternehmen SOCFIN oder Addax Bioenergy. Quelle: Sierra Express Media
Zu Agrarinvestitionen in Sierra Leone siehe die Studie des Oakland Institute
UN-Leitlinien gegen 'Land grabbing' verzögern sich
19. Oktober 2011: Das Komitee für Ernährungssicherheit, CFS, hat bei seiner jüngsten Sitzung nicht wie geplant die 'Freiwilligen Richtlinien zu Landbesitz' verabschiedet, von denen sich die Befürworter eine bessere Regulierung großflächiger Agrarinvestitionen erhoffen. Während über Fragen wie die Anerkennung bestehender Nutzungsrechte, des Rechts auf Nahrung und eines gleichberechtigten Zugangs von Frauen zu Land Einigkeit besteht, ist unter anderem die Haftung von Investoren für Menschenrechtsverletzungen strittig. Jetzt soll in einigen Monate eine weitere Sitzung stattfinden.
Quelle: Die Tageszeitung, 18. Oktober 2011
Aktionsplan von Nairobi zu Agrarinvestitionen in Afrika
14. Oktober 2011: Auf einem Forum, das von der Land Policy Initiative (LPI) organisiert wurde, wurde Anfang Oktober der 2-seitige 'Nairobi Action Plan' verabschiedet, mit dem afrikanische Regierungen versuchen, ausländische Direktinvestitionen in den Agrarsektor zu kontrollieren. Die Initiative wurde von der Afrikanischen Union (AU), der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) gestartet, um eigene Richtlinien für eine neue Landpolitik zu entwickeln. Eine Einschätzung dazu bei Schattenblick
Prinzipiengläubige Investmentsfonds
7. Oktober 2011: Einige der größten Investmentsfonds haben sich auf einen eigenen Katalog von fünf 'Prinzipien verantwortungsbewusster Investitionen in Agrarland' verständigt, darunter der holländische Pensionsfonds APG, BT Pension Scheme und Hermes aus Großbritannien und TIAA-CREF aus den USA. Sie versprechen eine Orientierung auf ökologische Nachhaltigkeit, die Berücksichtigung von Arbeits- und Menschenrechten sowie von bestehenden Nutzungsrechten an Land und anderen Ressourcen, die Aufrechterhaltung hoher geschäftlicher und ethischer Standards und eine Berichterstattung über die Umsetzung dieser Prinzipien - und erwarten sich davon eine "Werterhaltung oder sogar Maximierung" ihrer Investitionen.
Quelle: Euromoney
Jatropha-Plantagen in Tansania in Schwierigkeiten
4. Oktober 2011: Anfang des Monats entließ das britische Agrarunternehmen Sun Biofuels mehr als 300 Arbeiter seiner Plantage in Kisarawe fristlos. Ein Manager rechtfertigte die Kündigungen mit Dürre. Aber auch andere Betreiber von Plantagen für Agrartreibstoffe haben Probleme, beispielsweise Europas größte Äthanol-Firma Sekab AB aus Schweden, die in Bagamoyo Zuckerrohr anbaut. Und vor zwei Jahren warf BioShape Holdings, ein holländisches Unternehmen, das 34.000 Hektar Land im Distrikt Kilwa gepachtet hatte, das Handtuch, angeblich wegen der weltweiten Krise.
Quelle: Tanzania Daily News
Neue Schätzungen über den Ausverkauf von Land
22. September 2011: Ländereien von der Größe Westeuropas wurden in den vergangenen zehn Jahren von kommerziellen Agrarinvestoren gekauft oder gepachtet, berichtet Oxfam. Mit 227 Millionen Hektar sei diese Fläche vier- bis fünfmal größer als bislang angenommen. Gleichzeitig würden sich die Fälle häufen, in denen lokale Bevölkerungen durch diese Landnahmen von ihrem Land vertrieben würden. In fünf Ländern - Uganda, Indonesien, Honduras, Guatemala und Südsudan - analysiert die Studie "Land and Power" den Ablauf und die Auswirkungen dieses 'Land grabbing'. Link (pdf-Datei)
Plantagen in Äthiopien bedrohen Pastoralisten
14. September 2011: Äthiopiens Regierung will im Westen des Landes mehr als 350.000 Hektar Zuckerrohr- und Baumwollplantagen anlegen, überwiegend im Staatsbesitz. Das riesige Bewässerungsprojekt im Omo-Tal, dessen Kernstück der umstrittene Staudamm Gibe III ist, würde die Lebensbedingungen von bis zu 500.000 Menschen in der Grenzregion mit Kenia bedrohen, schätzt das Oakland Institute in einer Studie, und schwerwiegende ökologische Auswirkungen, zum Beispiel auf den Turkana-See, haben. In dem dünn besiedelten Gebiet leben überwiegend Angehörige indigener Volksgruppen, die extensive Viehhaltung betreiben. Der Staudamm ist nur einer von vielen, die gegenwärtig in Äthiopien geplant oder im Bau sind. Mehr: 'Äthiopien will Zuckerbaron werden - trotz Hungerkrise'
Siehe dazu den Beitrag "Äthiopien: Wasser für Entwicklung": Download (pdf-Datei 182 kb) und den Artikel von David Turton: "Concerns about Gibe 3 Dam" in Pambazuka News vom 1.2.2012
Schriftsteller verurteilen 'Land grabbing'
23. August 2011: In einem Aufruf, den der somalische Romanautor Nuruddin Farah verfasst hat, fordert eine Gruppe von SchriftstellerInnen aus Afrika, Europa und anderen Kontinenten ein Verbot des modernen "Landraubs" durch Investoren, der Spekulation mit Nahrungsmitteln und eine aktive Bekämpfung des Klimawandels. Angesichts der Hungersnot in Ostafrika mahnen sie "Rechte statt Mitleid" für die Menschen und strukturelle Veränderungen an. Zu den 35 Unterzeichnern gehören der kenianische Schriftsteller Meja Mwangi, der Österreicher Robert Menasse und die deutsche Autorin Felicitas Hoppe.
Quelle: WDR 3, Mosaik, Kulturnachrichten, 23.08.2011. Der vollständige Aufruf und die Liste der Unterzeichner auf der Website von medico international
Pachtvertrag im Südsudan aufgehoben
22.August 2011: Das Oakland Institute, eine US-amerikanische Entwicklungsorganisation, meldet, dass einer der größten Pachtverträge im Südsudan verhindert wurde. Nach Protesten von Regierungsvertretern und der lokalen Bevölkerung im Juli 2011 habe der Präsident von Südsudan, Salva Kiir, zugesagt, den im März 2008 abgeschlossenen Vertrag mit der in Texas ansässigen Nile Trading & Development Inc. (Info) über die Verpachtung von 600.000 Hektar Land aufzulösen. Quelle: Oakland Institute.
Land in Mosambik für Brasiliens Exporte nach China
17. August 2011: Mosambik will brasilianischen Farmern bis zu sechs Millionen Hektar im Norden des Landes für den Anbau von Soja, Mais und Baumwolle verpachten. "Wir wollen wiederholen, was sie vor 30 Jahren im Cerrado geschafft haben", erklärte Landwirtschaftsminister José Pacheco in der brasilianischen Zeitung Folha de Sao Paulo. Der Transport von Soja oder Baumwolle nach China, einem wichtigen Abnehmer brasilianischer Agrarprodukte, würde dadurch kostengünstiger, freut sich Carlos Ernesto Augustin, Präsident der Baumwollproduzenten im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso, ausserdem gebe es "ungenutztes Land" und weniger Umweltauflagen. In der Studie "Awakening Africa's Sleeping Giant" (Juni 2009) hatte die Weltbank die Erschließung des Cerrado durch die industrielle Landwirtschaft als Vorbild für Afrika propagiert. Siehe dazu den Globe-spotting-Beitrag "Schlafender Riese, landfressender Moloch oder hässlicher Zwerg?"
Beijing will nicht an Hungerkrise in Afrika schuld sein
1. August 2011: In einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau hat der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, den "umfangreichen Landverkauf an ausländische Unternehmen oder an Staaten wie China" für die gegenwärtige Hungersnot mit verantwortlich gemacht. Warum er in diesem Zusammenhang China nennt und nicht Finanzinvestoren wie die Deutsche Bank oder europäische und arabische Unternehmen, die bislang weitaus aktiver beim Landerwerb in Afrika sind als China, ist sein Geheimnis. Wenn sich umgekehrt China mit dem Hinweis wehrt, es habe "niemals Land in Afrika gekauft", wie es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Beijing heisst, ist auch das nur die halbe Wahrheit: Regierung und Unternehmen bemühen sich durchaus um Land für den Anbau von Energiepflanzen oder Nahrungsmitteln, das allerdings in der Regel gepachtet, nicht gekauft wird.
Siehe dazu den Beitrag 'Chinas Landwirtschaft global' (Download pdf-Datei 1,4 MB)
China steigert Agrarinvestitionen in Brasilien
28. Juli 2011: Da Landerwerb durch ausländische Unternehmen in Brasilien erschwert worden ist, investieren chinesische Firmen zunehmend in Infrastrukturprojekte, im Austausch gegen Agrarprodukte, und in Agrarunternehmen. Die beiden Länder ergänzen sich ideal, da Brasilien Soja und Mais, die China dringend benötigt, in großen Mengen liefern kann und zudem als das Land mit den größten ungenutzten Landreserven gilt. Durch seine Investitionen wolle China nicht nur seine langfristige Versorgung sichern, schreibt die niederländische Rabobank in einer neuen Studie, sondern angesichts der Schuldenprobleme der USA auch sein Anlagen-Portfolio diversifizieren. Quelle: farmlandgrab, July 28, 2011
UN-Berichte zu 'Land grabbing' und Preisspekulation
27. Juli 2011: Zwei Expertenberichte, erstellt für das UN Committee on World Food Security (CFS), sollen die politische Diskussion beim nächsten CFS-Treffen im Oktober 2011 bereichern. Der erste ('Price volatility and food security') untersucht die Ursachen und Auswirkungen der Preissteigerungen und -ausschläge für Grundnahrungsmittel, der zweite ('Land tenure and international investments in agriculture') soll helfen, die "ideologische Spaltung" zu klären, ob 'Land grabbing' 'schlecht' oder internationale Investitionen in die Landwirtschaft 'gut' sind. Beide Berichte machen umfangreiche Vorschläge für politische Maßnahmen, Aktionen und Institutionen. Link zu den Berichten (pdf-Dateien) des High Level Panel of Experts on Food Security and Nutrition (HLPE)
Lufthansa fliegt auf Agrartreibstoff aus Mosambik ab
27. Juli 2011: Sun Biofuels, Agrarinvestor aus Grossbritannien, meldet die erste Lieferung von Agrartreibstoff aus Mosambik nach Europa: Demnach wurden 30 Tonnen Jatropha-Öl von Plantagen in dem ostafrikanischen Land, das ein Schwerpunkt ausländischer Agrarinvestitionen ist, an Lufthansa geliefert, um als Zusatz zu Kerosin getestet zu werden. Die Fluggesellschaft prüft seit einiger Zeit die Möglichkeit, Agro-Kerosin einzusetzen, um ihr Umwelt-Image aufzubessern und steigenden Kosten entgegen zu wirken.
Quelle: Trade Mark SA, 26 July 2011
Neue Studien zu Landnahme in Afrika
4. Juni 2011: Das Oakland Institute legt drei umfassende Studien zu Landgeschäften in Afrika vor - in Sierra Leone, Äthiopien und Mali. Auf der Website auch weitere Publikationen zu Aktivitäten und Verträgen einzelner Unternehmen und Hedge Fonds in Ländern wie Mosambik , Tansania und Sambia sowie Informationen zu Nahrungsmittelkrise, Landrechten und einigen Institutionen wie der Weltbank.
Palmöl-Strategie der Weltbank - besser, aber nicht gut
22. April 2011: Ende März hat die Weltbankgruppe ihre neue Strategie für ihre Politik im Palmölsektor veröffentlicht. Darin werden die Bedingungen und Standards festgelegt, unter denen die Bank in dem umstrittenen Wirtschaftsbereich investiert. Damit wir auch das Moratorium für Investitionen beendet, das Weltbankpräsident Robert Zoellick im September 2009 auf Druck durch Gruppen der Zivilgesellschaft und indigener Völker verhängt hatte. Obwohl die neue Politik eine Reihe von Kritikpunkten berücksichtigt, blieben mehrere Probleme ungelöst, klagen NGO-Vertreter. Dazu gehören die Rechte indigener Völker und die konsequente Anwendung von Nachhaltigkeitsstandards über die gesamte Versorgungskette hinweg. Eine Einschätzung und der Link zum Strategiepapier bei BrettonwoodsProject
Neue Plattform für Informationen zu Landnahme
20. April 2011: Die International Land Coalition (ILC) eröffnete The Land Portal, eine Online-Plattform, um Informationen und Aktivitäten zu 'Land grabbing' zusammen zu führen. Rund 40 Organisationen, die sich mit Landfragen beschäftigen, sind daran beteiligt. Das Portal ermöglicht den Zugang zu Informationen über einzelne Länder und Themen, zu Organisationen und Aktionen.
Landkonferenz der Weltbank
Vom 18.-20. April 2011 fand die Annual World Bank Conference on Land and Poverty statt. Vertreter von Regierungen, Entwicklungsorganisationen, Forschung und einigen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen diskutierten unter anderem über die kommerzielle Landnahme durch Investoren, über die Landpolitik in Äthiopien, Indien, Brasilien, China, Ghana und Ruanda und über Erfahrungen mit Richtlinien und Verhaltensregen - alles Themen, die in der Diskussion um 'Land grab' eine wichtige Rolle spielen. Viele Präsentationen können als pdf-Datei von der Konferenz-Website herunter geladen werden.
Beratung über die Land-Leitlinien der FAO
18. April 2011: Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO lädt dazu ein, bis zum 16. Mai in einer e-consultation die "Nullnummer" der unter ihrer Leitung erarbeiteten "Freiwilligen Richtlinien" für die Landbesitzpolitik (Fischgründe und Wälder eingeschlossen) zu kommentieren. Inzwischen liegen auch die gesammelten Anmerkungen zivilgesellschaftlicher Organisationen vor: Download (pdf-Datei 199 kb).
Weltbank verstößt gegen die eigenen Richtlinien
6. April 2011: Das Inspection Panel der Weltbank, das Beschwerden über die Weltbankpolitik nachgeht, stellt in einem Untersuchungsbericht fest, dass die Bank in Kambodscha gegen ihre eigenen Richtlinien verstoßen hat. Das trug dazu bei, dass durch das von ihr unterstützte Cambodia Land Management and Administration Project (LMAP) rund 20.000 Menschen in der Hauptstadt Phnom Penh vertrieben und daran gehindert wurden, ihre Rechtsansprüche auf angemessene Entschädigung geltend zu machen. Siehe dazu den Beitrag bei BrettonwoodsProject, den Link zum Bericht und eine Zusammenfassung bei Bank Information Centre
UN-Studie zu Landbesitz und Agrarinvestitionen
5. April 2011: Der Wissenschaftliche Beirat (High Level Panel of Experts, HLPE) des UN-Komitees für Ernährungssicherheit (Committee on World Food Security, CFS) hat eine Studie zu "Landbesitz und internationalen Investitionen in die Landwirtschaft" in Auftrag gegeben, die bei der nächsten Sitzung des Komitees im Oktober 2011 in Rom vorgelegt werden soll. Im Mai werden Stellungnahmen zu einem ersten Entwurf gesammelt, der dann im Juli vom Beirat verabschiedet werden soll. Eine weitere Studie zu "Preisvolatilität" wird ebenfalls bis Oktober 2011 erarbeitet werden. Info
Überblick über Publikationen zu "Land grabbing"
März 2011: Annähernd 100 Publikationen zu Landkonflikten, Zugang zu Land und Besitzrechten umfasst die Liste, die der Evangelische Entwicklungsdienst zusammengestellt hat. Kurze Zusammenfassungen ermöglichen einen raschen Überblick über thematische Schwerpunkte und Regionen, direkte Links erschließen den Zugang zu den Dokumenten, darunter Fallstudien, Politikpapiere und Projekte.
Collection of Data concerning "Landgrabbing and Conflict". Link
Agrarinvestoren lieben Äthiopien
25. Februar 2011: Ein halbes Dutzend aktueller Artikel auf farmlandgrab belegt einmal mehr, dass die Landnahme in Äthiopien unvermindert anhält. Nach offiziellen Angaben haben bislang 8420 ausländische Investoren Lizenzen für kommerzielle Farmen erhalten, besonders in Gambella, Benishangul und Oromia. Erstmals spricht der saudische Milliardär Al-Amoudi (Saudi Star Agriculture Development Plc.) offen über seine Pläne, die Agrarpoduktion für den Export von 10.000 auf 250.000 Hektar auszuweiten, zum Beispiel in Gambella. Die möglichen Auswirkungen in dieser dünn besiedelten Region behandelt ein Artikel von Genet Mersha ausführlich. Investoren machen anscheinend auch nicht vor 'Heiligen Wäldern' halt, die Teeplantagen weichen sollen. Andererseits gibt es auch Bauern, die glücklich darüber sind, ihr Land an Investoren aus Israel, Äthiopien und Holland abgetreten zu haben. Und auch ein hochrangiger Manager der UN-Wirtschaftskommission für Africa (ECA) lobt die "Süd-Süd-Kooperation" und die "ernsthaften Investoren", die keinerlei Anlass für Sorge geben würden. Siehe auch den Beitrag Äthiopien - Blühende Investitionslandschaften, Download (pdf-Datei 113 kb).
WSF-Erklärung zu "Land grabbing"
13. Februar 2011: Beim jüngsten Weltsozialforum, das in der zweiten Februarwoche in Dakar, Senegal, stattfand, wurde eine Erklärung verabschiedet, in der unter anderem die lokalen Behörden und Regierungen im Süden aufgefordert werden, die Rechte der Landnutzer zu verteidigen, anstatt einseitig die Exportlandwirtschaft zu fördern. Die Erklärung "Appel de Dakar contre les accaparements de terres", die jetzt zur Unterzeichnung im Netz steht, auf französisch, englisch und deutsch.
Virtueller 'Land grab' durch Agrarimporte
22. Januar 2011: Eine Studie (Mai 2010), die durch die Agrarkonzerne Bayer CropScience und Syngenta finanziert wurde, rechnet vor, dass die Agrarimporte in die Europäische Union in Drittländern 49 Millionen Hektar Ackerfläche beanspruchen, ein Gebiet größer als Deutschland und Ungarn zusammen. Als Antwort empfehlen die Verfasser Produktivitätssteigerungen der europäischen Landwirtschaft durch mehr industrielle Landwirtschaft, während eine Ausweitung ökologischer Landwirtschaft nach ihrer Auffassung den virtuellen Land grab weiter vergrößern würde. Link zum Download (pdf-Datei)
Weitere Nachrichten:
Oktober 2010: Neuer Bericht von Olivier De Schutter
23. Oktober 2010: In einem Bericht für die 65. Generalversammlung der Vereinten Nationen weist der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung erneut auf die Problematik der Aneignung großer Ländereien durch Investoren hin. Gegenwärtig gingen jährlich mindestens 30 Millionen Hektar Agrarland durch Umweltzerstörung, durch Umwandlung für Industrien oder Urbanisierung verloren, eine Entwicklung, die durch die Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen und durch Spekulation verstärkt werde. Der Bericht zeigt auf, wie die Landnutzungsrechte für Bauern, Fischer und indigene Völker gesichert werden können und wie Agrarreformen die Voraussetzungen für eine Alternative zu den globalen Aneignungsprozessen schaffen könnten. Ein Schwerpunkt ist die Kritik an westlichen Konzepten von Eigentumsrechten und der Schaffung von Landmärkten. Stattdessen sollten gemeinschaftliche Nutzungsrechte gestärkt werden, die auch den Schutz von Landnutzungsrechten für Frauen und Pastoralisten verbessern könnten. Darüber hinaus sei aber auch eine Umverteilung notwendig, um die ungleiche Landverteilung zu korrigieren. Bericht "Access to Land and the Right to Food"
Oktober 2010: Jahrbuch zum Menschenrecht auf Nahrung
Oktober 2010: Mit dem Schwerpunktthema "Landraub durch Konzerne" greift die Veröffentlichung von Right to Food and Nutrition Watch Fälle von Landraub und Vertreibungen unter anderem in Mosambik, Kenia, Kambodscha und Indonesien auf und stellt Ansätze vor, um Land grabbing zu begegnen und Landkonflikte im Interesse der ländlichen Bevölkerung zu lösen. Download (in englisch, französisch und spanisch, pdf-Datei 970 kb).
September 2010: Diskussion zum Weltbank-Bericht über Landnahme
13. September 2010: Die Weltbank lädt die Zivilgesellschaft ein, fünf Tage lang ihren am 8. September vorgelegten Bericht über das gestiegene Interesse von Investoren und Spekulanten an Land und Landwirtschaft ("Rising Global Interest in Farmland: Can it yield sustainable and equitable benefits?") zu diskutieren. Eine der Leitfragen soll sein, wie die Rechte der Armen gesichert und die Investitionen zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können, zum Beispiel durch freiwillige Richtlinien. Zum Diskussionsforum, zum Bericht (pdf-Datei 2,47 MB), zur Kurzfassung (pdf-Datei 600 kb) und zu einem Diskussionsbeitrag von Uwe Hoering.
September 2010: Bericht der Weltbank zu Agrarinvestitionen
8. September 2010: Mit großer Verzögerung hat die Weltbank jetzt ihren mit Spannung erwarteten Bericht über das "steigende globale Interesse an Agrarland" vorgelegt. Danach fanden allein im Jahr 2009 Verhandlungen und Vereinbarungen mit privaten Investoren über 45 Millionen Hektar Land statt, über 70 Prozent davon in Afrika. In der heftigen Diskussion um Ausmaß und Auswirkungen dieser Landübernahmen und geeignete Antworten darauf kommt der Position der Weltbank als der wichtigsten Entwicklungsinstitution einiges Gewicht zu. Siehe zum Weltbank-Bericht "Rising Global Interest in Farmland" (pdf-Datei 2,47 MB, Kurzfassung pdf-Datei 600 kb) von Uwe Hoering den Beitrag in Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung, 09/September 2010 (W&E) und einen Kommentar.
Mai 2010: Schutz gegen "Land grabbing"
14. Mai 2010: Mehrere UN-Organisationen, darunter die Weltbank und die Landwirtschaftsorganisation FAO, haben Vorschläge für sieben Prinzipien vorgelegt, die sicher stellen sollen, dass ausländische Agrarinvestitionen keine bestehenden Nutzungsrechte an natürlichen Ressourcen verletzen, die Ernährungssicherheit gewährleisten und der einheimischen Bevölkerung zugute kommen. In einem Diskussionsprozess sollen jetzt Leitlinien, Anforderungen an Regierungen und Verhaltensregeln für private Investoren entwickelt werden.
Siehe dazu den globe-spotting-Kommentar: "Aus Landräubern werden keine Entwicklungshelfer"
April 2010: Kontakthöfe für Agrarinvestoren
29. April 2010: Sie wollen Geld in der Landwirtschaft anlegen? Viel Geld? Dann sollten Sie zunächst nach New York fliegen, wo am 6. und 7. Mai die Global AgInvesting2010 stattfindet, später dann nach London zur Farmland Investor Conference (25.-27. Juni). Sie treffen andere Geldanleger wie zum Beispiel Vertreter von Pensionsfonds, Spitzenvertreter von Weltbank, Welthandelsorganisation und der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO, Manager von Agrarkonzernen und EU-Kommissare. Teilnahmegebühren betragen 1.995 US-Dollar für New York und 3.484 Pfund für London (weniger für Frühbucher und Regierungsvertreter) - nicht viel angesichts der "neuen Wachstumschancen".
April 2010: Weltbank-Konferenz zum 'Griff nach dem Land'
26. April 2010: Bei der Konferenz "Land Policy and Administration" in Washington diskutieren Vertreter von Regierungen, Gebern, Forschung, Unternehmen und NGOs über Landnutzungspolitik. Ein Hauptthema werden die steigenden ausländischen Agrarinvestitionen sein, für die die Weltbank "Prinzipien" vorlegen will. In einer Erklärung fordert eine breite Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen an Stelle solcher freiwilligen Richtlinien einen sofortigen Stop dieses "land grabbing".
Informationen über die Weltbank-Konferenz
März 2010: Agrobusiness und das Recht auf Nahrung
5. März 2010: In seinem Bericht "Agribusiness and the right to food" untersucht der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, die Auswirkungen von Aufkäufern, Verarbeitern und Einzelhandel auf kleinbäuerliche Betriebe und Landarbeiter, die rund die Hälfte der Hungernden weltweit ausmachen. Empfehlungen an Regierungen und Unternehmen sollen dazu beitragen, dass die Ernährungsindustrie zukünftig stärker als momentan zur Beseitigung des Hungers beiträgt.
Mehr siehe Agrarkolonialismus
Februar 2010: Ausländische Agrarinvestitionen lassen die GTZ hoffen
12. Februar 2010: Nach UN-Organisationen wie der FAO und dem Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung hat nun auch die deutsche Entwicklungspolitik das Thema 'Ausländische Direktinvestitionen in die Landwirtschaft' aufgearbeitet. Eine Studie der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) stellt fest, dass diese Investitionen auch "Hoffnungen" bringen, weil sie Gelder für die Entwicklung der Landwirtschaft versprechen. Die Studie wird flankiert durch vier Länderberichte zu Laos, Madagaskar, Mali und Kambodscha. Siehe dazu globe-spotting-Liberaturübersicht
Oktober 2009: Fondsmanager als Bauern
Oktober 2009: Bei zahlreichen Unternehmen, die in jüngster Zeit Ländereien in Afrika oder Asien erwerben, handelt es sich nicht um Agrarunternehmen, sondern um Investmentfirmen, wie die Lobbyorganisation GRAIN zeigt. Angesichts hoher Nahrungsmittel- und steigender Landpreise spekulieren sie auf hohe Renditen. Mit ihnen bekommt die Globalisierung der Landwirtschaft einen neuen, mächtigen Akteur. Siehe GRAIN: The new farm owners
September 2009: Neues koreanisches Agrarprojekt in Afrika
25. September 2009: Nachdem der Plan, in Madagaskar Land von der Größe Belgiens für die Versorgung von Südkorea mit Agrarprodukten zu erwerben, vorerst auf Eis liegt, will jetzt das Staatsunternehmen Korea Rural Community Corp. 100.000 Hektar Land in Tansania erschließen und Verarbeitungsbetriebe errichten. Angesichts der Proteste in Madagaskar gegen die kommerzielle Landnahme verspricht es, die Hälfte davon einheimischen Bauern zu überlassen. Die andere sollen koreanische Agrar- und Nahrungsmittelunternehmen bewirtschaften. Nach Unterzeichnung eines Vorvertrags im kommenden Monat würden zunächst 10.000 Hektar entwickelt werden, der Rest dann bis 2015 durch ausländische Finanzierungs- oder Entwicklungsfonds. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet zudem, dass das Unternehmen plane, das Projekt auch durch den Abbau von Eisenerz, Gold und Kupfer in Tansania zu finanzieren. Der Landwirtschaftsminister von Tansania hat die Pläne inzwischen allerdings dementiert.
Quelle: bilaterals.org
September 2009: Landnahme als öffentlich-private Partnerschaft
September 2009: Das Internationale Reisforschungsinstitut IRRI, Teil des öffentlichen Agrarforschungsverbundes CGIAR, kooperiert mit Saudi Arabien beim „Offshore-farming“. Wie die Lobby-Organisation GRAIN enthüllt, bietet die Regierung des Königreichs Geld für Forschungsprojekte, die nützlich sind für die 7x7-Pläne von Foros International: Der private Investor will 700.000 Hektar Land, vor allem in Senegal und Mali, erwerben, um in sieben Jahren sieben Millionen Tonnen Reis für die Versorgung Saudi Arabiens zu produzieren. Mehr über diese Öffentlich-Private Partnerschaft (PPP) bei GRAIN
Juni 2009: 400.000.000 Hektar
22. Juni 2009: Neue Studie von Weltbank und FAO: Afrikas Savanne von Senegal im Westen bis Südafrika könnte für die kommerzielle Landwirtschaft genutzt werden, so die Studie Awakening Africa's Sleeping Giant – Prospects for Commercial Agriculture in the Guinea Savannah Zone and Beyond. Durch die Erschließung von bis zu 400 Mio. Hektar Land könnten „mehrere Länder zu Global Players werden“, erklärt die Weltbank. Kleinbäuerliche Landwirtschaft sollte dabei Vorrang haben vor großflächiger industrialisierter Produktion, höherwertige Agrarprodukte Vorrang vor Grundnahrungsmitteln. Voraussetzungen wie Absatzmärkte, ein günstiges Geschäftsklima, steigende Investitionen in die Landwirtschaft und neue Technologien seien gegeben – jetzt müssten die Regierungen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schaffen und die Infrastruktur, die Verwaltung und die politische Stabilität verbessern. Und sie sollen dafür sorgen, dass sich die „unvermeidlichen“ Umweltzerstörungen in Grenzen halten.
Besprechung der Studie (pdf-Datei 113 kb)
Juni 2009: Landnahme und Menschenrechte
11. Juni 2009: Angesichts der großflächigen Übernahme von Ländereien zum Beispiel in Afrika und Asien durch ausländische Investoren rief der UN-Sonderberichterstatter Olivier De Schutter dazu auf, dabei stärker auf Menschenrechte Rücksicht zu nehmen. Dazu gehören insbesondere das Recht auf Nahrung, das Recht auf Selbstbestimmung und das Recht auf Entwicklung.
Siehe dazu die Besprechung der FAO-Weltbank-Studie 'Awakening Africa's Sleeping Giant' und den Kommentar 'Leitlinien für Landraub'