Websites:

farmlandgrab

Unverzichtbar ist die Übersicht über Veröffentlichungen zu Landnahmen auf dem von GRAIN eingerichteten offenen Blog farmlandgrab. Selbst die Weltbank hat sich bei den Recherchen für ihren Bericht über das "steigende weltweite Interesse an Farmland" auf diese Quelle gestützt.

Land Matrix

Diese bislang umfassendste online-Datenbank zu großflächigen Landnahmen ist ein Projekt von Land Portal, das von fünf Entwicklungs- und Forschungsorganisationen, darunter die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ, und GIGA in Hamburg, getragen wird. Registriert sind über 1.000 landwirtschaftliche Investitionsprojekte seit 2000 mit einer Fläche von mindestens 76 Millionen Hektar, davon knapp die Hälfte in Afrika. Gut ein Viertel hätten inzwischen mit der Umsetzung begonnen. Ein Bericht bietet eine erste Auswertung dieser Datenfülle und bestätigt eine Reihe bisheriger Beobachtungen und Befürchtungen, beispielsweise dass es sich bei der Hälfte der Flächen, die an kommerzielle Interessenten vergeben werden, um besonders gutes Land handelt, das von lokalen Bevölkerungen genutzt wird. Die Sammlung soll kontinuierlich und interaktiv fortgeschrieben werden.

INKOTA-Netzwerk

Das INKOTA-Netzwerk betreibt eine Kampagnen-Website, auf der Hintergrundstudien einstellt sind. Eine interaktive Weltkarte zeigt Investoren- und Empfängerländer.

Forschungs- und Dokumentationszentrum Lateinamerika

FDCL hat einen regionalen Schwerpunkt auf Lateinamerika, bietet aber umfassende Grundinformationen, Hinweise auf Veranstaltungen und Publikationen.

Oakland-Institute

Das Oakland Institute hat bislang sieben ausführliche Länderstudien (Mosambik, Süd-Sudan, Tansania, Sambia, Mali, Äthiopien und Sierra Leone) sowie Profile einzelner Unternehmen erstellt.

Literaturhinweise:

'Water Alternatives' zu 'Water Grabbing'

Die aktuelle Ausgabe (June 2012) der wissenschaftlichen Zeitschrift Water Alternatives, herausgegeben unter anderem vom International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington DC, hat den Schwerpunkt "Water Grabbing? Focus on the (re)appropriation of finite water resources". Die nächste Ausgabe (October 2012) soll die Rolle von Konzernen untersuchen. Alle Beiträge können als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Stoff für Forschung zu 'Land grabbing'

14. Mai 2012: Jedes Jahr bringt die Weltbank für ihre Konferenz 'Land and Poverty' Vertreter von Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, der Privatwirtschaft und der Entwicklungsarbeit zusammen, um aktuelle Themen rund um die Landfrage zu diskutieren. Unter dem Titel 'Land governance in a rapidly changing environment' ging es dieses Mal vom 23.-26.4.2012 um "innovative Ansätze" angesichts von Strukturwandel, wirtschaftlicher Transformation, Klimaveränderungen und steigender Nachfrage nach Ressourcen. Viele der Beiträge behandeln Aspekte von Land grabbing wie Landnutzungsrechte, Probleme großflächiger Agrarinvestitionen oder Vertragslandwirtschaft, eine ganze Reihe davon wurde inzwischen als pdf-Dateien oder Präsentationen auf der Website eingestellt.

Landnahme im Namen des Umweltschutzes

28. April 2012: Einen besonderen, bislang kaum systematisierten Aspekt des Land grabbing behandelt die neueste Sonderausgabe (39:2) des Journal of Peasant Studies - die Zusammenhänge zwischen ökologischen Maßnahmen wie 'Biokohle' oder 'Klima-smarter' Landwirtschaft, der Konvention über Biologische Vielfalt oder Ökotourismus und der Ent- und Aneignung von Land- und Wasserressourcen sowie die damit eingehenden Auswirkungen auf den Agrarbereich. Die 18 Beiträge können nach der Registrierung beim Verlag Taylor&Francis kostenlos herunterladen werden. 

Der globale Wettlauf um Agrarland

Ein Mittelding zwischen Kurzinfos wie dem Fact Sheet 2010/1 von FIAN und Büchern wie "Peak Soil" (2009) von Thomas Fritz oder "Landraub" (2012) von Stefano Liberti, bietet der Attac BasisText komprimiert umfassende Informationen über Hintergründe, Ausmaß und Auswirkungen von Land grabbing. Vorschläge für Handlungsansätze "bei uns" runden den Überblick ab - wirklich gestoppt werden kann der Ausverkauf aber wohl nur durch eine Stärkung des Widerstands vor Ort, für den es erste Beispiele gibt. Leider fehlt eine Link-Liste, die vermutlich hilfreicher wäre als das ausführliche, aber unkommentierte Literaturverzeichnis.

Timo Kaphengst, Evelyn Bahn, Land Grabbing. Der globale Wettlauf um Agrarland. Hamburg (AttacBasisTexte 40, VSA-Verlag) 2012

Der Griff nach dem Land - Literaturübersicht (Nr. 4/April 2012)

Ohne zu beanspruchen, einen umfassenden Überblick über die Diskussion zu haben, habe ich doch den Eindruck, dass die Kontroverse um Land grabbing und die Probleme großflächiger kommerzieller Investitionen in die Landwirtschaft, die die Rechte und Lebensbedingungen lokaler Bevölkerung bedrohen, etwas abgeflaut ist. Die Argumente sind inzwischen vielfach ausgetauscht. Dennoch haben sich in den vergangenen zwölf Monaten seit der Literaturübersicht Nr.3/März 2011 eine Reihe von Publikationen, Studien und Texten angesammelt. Mehr

Reisen in den neuen Kolonialismus

März 2012: Die Reportagen aus Äthiopien, Tansania und Saudi-Arabien oder von der Getreidebörse in Chicago und die vielen Gespräche mit Vertretern von Bauernorganisationen und Behörden, mit Mitarbeitern der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, mit Agrarinvestoren und brasilianischen Großgrundbesitzern geben ein anschauliches Bild von den Auswirkungen des Wettlaufs um fruchtbares Ackerland ebenso wie von wichtigen Protagonisten dieser Entwicklung. Dabei baut der italienische Journalist Stefano Liberti geschickt Hintergrundinformationen und Analysen ein, die die Tragweite der dramatischen Veränderungen, die in den ländlichen Regionen des globalen Südens ablaufen, deutlich machen.

Stefano Liberti, Landraub. Reisen ins Reich des neuen Kolonialismus. Berlin (Rotbuch) 2012

Neue Bestandsaufnahme ausländischer Agrarinvestoren

Die Übersicht über mehr als 400 Fälle von Land Grabbing durch ausländische Investoren, die GRAIN auf der Grundlage der Berichte auf farmlandgrab erstellt hat, deckt die Jahre seit 2006 ab und konzentriert sich auf Nahrungs- und Futtermittel, Ölpalmen und Zuckerrohr. Sie umfasst auch detaillierte Angaben zu den einzelnen Vereinbarungen. Unternehmen aus den USA führen die Liste der Investoren an, die in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa große Ländereien erwerben, an, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Dabei gibt es oft eine enge Kooperation zwischen Agrarkonzernen und Finanzfonds.

GRAIN releases data set over 400 global land grabs. 24. Februar 2012

Weitere Literatur:

Landrechte und der Ansturm auf Land (2011)

Diese "bislang umfassendste Studie zu großen Landgeschäften" ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojekts der International Land Coalition. Die Empfehlung, an Stelle großflächiger Landnahmen Projekte gemeinsam mit lokalen Landnutzern unter Respektierung ihrer Rechte durchzuführen, basiert auf Fallstudien sowie auf einer umfassenden Analyse der verfügbaren Daten.

Land Rights and the Rush for Land. Findings of the Global Commercial Pressures on Land Research Project. 2011. Link 

Investitionen und Konflikte - Eine Literatur-Auswertung (2011)

Unter dem Titel 'Landinvestitionen und Konflikte' legt das Projekt 'Zukunft der Ernährung' einen Überblick über die Literatur vor. Neben einer tabellarischen Zusammenstellung nach Ländern (Teil 2) systematisiert sie Konfliktursachen und -potentiale sowie Handlungs- und Regulierungsmöglichkeiten (Teil 1).

Landinvestitionen und Konflikte. Eine Auswertung der Literatur mit Quellenübersicht, von Jana Flemming & Stephan Albrecht. Mai 2011. Link zu 'Zukunft der Ernährung'

Zielkonflikt zwischen Gewohnheitsrechten und Investitionsförderung (2011)

Gewohnheitsrechte haben, selbst wenn sie gesetzlich verankert sind, meist einen geringeren Schutz als formelle Eigentumsrechte und helfen damit oft nicht gegen Vertreibung und Benachteiligung. Dies ist die Kernaussage einer Studie des Center for International Forestry Research, CIFOR, über die Umsetzung großflächiger Agrarinvestitionen in Ghana, Mosambik, Tansania und Sambia, allesamt beliebte Zielländer für ausländische Unternehmen. So fand eine echte Beteiligung der betroffenen Bevölkerungen nicht statt, obwohl sie vorgeschrieben ist. Stattdessen stellte die Studie einen "hohen Grad an Zwang" fest. Gleichzeitig findet unter dem Deckmantel der Investitionsförderung für wirtschaftliches Wachstum und Armutsminderung eine Re-Zentralisierung der staatlichen Verwaltung von Land statt. Regulierungsmechanismen, durch die negative soziale Auswirkungen verringert und die Einhaltung von Zusagen der Investoren gesichert werden sollen, sind systematisch schlecht ausgestattet. Dadurch wird verhindert, dass der versprochene Nutzen von Investitionen die lokalen Bevölkerungen erreicht. Anfänglich positive Erwartungen werden daher rasch enttäuscht und schlagen in Widerstand oder offenen Konflikt um.

Contemporary processes of large-scale land acquisition by investors. Case studies from sub-Saharan Africa. By Laura German, George Schoneveld and Esther Mwangi. CIFOR 2011.

Politischer Rückenwind für indische Agrarinvestoren (2011)

August 2011: Um langfristig die Nahrungsmittelversorgung zu sichern, fördert die indische Regierung Investitionen indischer Agrarunternehmen im Ausland, besonders in Afrika. Auch nationale Unternehmerverbände fungieren als Wegbereiter. Der Bericht, der erstmals für Indien systematisch darstellt, wie diese staatlich-private Partnerschaft abläuft, versucht auch, ihre negativen Auswirkungen zu erfassen und lässt indische Aktivisten zu Wort kommen.

India's Role in the New Global Farmland Grab. By Rick Rowden. New Delhi August 2011. Link

Überblick über Publikationen zu "Land grabbing" (2011)

März 2011: Annähernd 100 Publikationen zu Landkonflikten, Zugang zu Land und Besitzrechten umfasst die Liste, die der Evangelische Entwicklungsdienst zusammengestellt hat. Kurze Zusammenfassungen ermöglichen einen raschen Überblick über thematische Schwerpunkte und Regionen, direkte Links erschließen den Zugang zu den Dokumenten, darunter Fallstudien, Politikpapiere und Projekte.

Collection of Data concerning "Landgrabbing and Conflict". Link

Der Griff nach dem Land - Literaturübersicht (Nr. 3/März 2011)

22. März 2011: Keine drei Jahre, nachdem GRAIN mit seinem Bericht „Land grab!“ auf das Thema aufmerksam gemacht hat, ist die großflächige kommerzielle Landnahme fest in der politischen Diskussion verankert. Immer neue Fälle werden bekannt, immer weitere Aspekte aufgerollt. Auch der Widerstand gegen einzelne Vorhaben und die Strategien, wie Politik, Bauernorganisationen und Zivilgesellschaft auf die Risiken und Gefahren antworten können, entwickeln sich. Insgesamt werden die Lage, die Themen und die Diskussion immer vielfältiger, aber auch unübersichtlicher. Deshalb ein weiteres globe-spotting-Update

Der Griff nach dem Land - Literaturübersicht (Nr. 2/November 2010)

15. November 2010: Seit dem globe-spotting-Literaturüberblick vom September 2010 gab es eine Reihe interessanter neuer Publikationen und Diskussionen zum Thema Land grab, von denen die meisten auf http://farmlandgrab.org/ zugänglich sind. Ein Update Mehr

Jahrbuch zum Menschenrecht auf Nahrung (2010)

Oktober 2010: Mit dem Schwerpunktthema "Landraub durch Konzerne" greift die Veröffentlichung von Right to Food and Nutrition Watch Fälle von Landraub und Vertreibungen unter anderem in Mosambik, Kenia, Kambodscha und Indonesien auf und stellt Ansätze vor, um Land grabbing zu begegnen und Landkonflikte im Interesse der ländlichen Bevölkerung zu lösen.

Right to Food and Nutrition Watch, Land grabbing and nutrition. Challenges for global governance. October 2010. Download (in englisch, französisch und spanisch, pdf-Datei 970 kb).

Der Griff nach dem Land - Literaturübersicht (Nr. 1/September 2010)

29. September 2010: Die Veröffentlichungen über Land grabbing, also über die Verpachtung oder den Verkauf von großen Ländereien an Investoren und Spekulanten, sind inzwischen so unübersichtlich geworden wie die Landnahmeverträge und -vereinbarungen selbst - ein Versuch, sie ein wenig zu sortieren. Mehr

Agrobusiness und das Recht auf Nahrung (2009)

In seinem Bericht "Agribusiness and the right to food" vom 22. Dezember 2009 untersucht der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, die Auswirkungen der globalen Wertschöpfungsketten im Nahrungsmittelbereich auf kleinbäuerliche Betriebe und Landarbeiter. Die Auswirkungen auf das Recht auf Nahrung seien "gewaltig und manchmal negativ", stellt er fest, "was zum Teil erklärt, warum Kleinbauern in Entwicklungsländern die größte Gruppe unter den Hungernden in der Welt sind." Nahrungsmittelstandards benachteiligen kleinbäuerliche Betriebe, Preisdruck wird als Druck auf Arbeitsbedingungen und Löhne von Landarbeitern weitergegeben.

Durch die Unterstützung von Genossenschaften, Verbesserungen bei Anbauverträgen zwischen Konzernen und bäuerlichen Betrieben, die Einrichtung von Beschwerde-Institutionen und größeres Verantwortungsbewusstsein für das Recht auf Nahrung könnten Regierungen und Unternehmen dazu beitragen, dass die Ernährungsindustrie zukünftig stärker als gegenwärtig zur Beseitigung des Hungers beiträgt.

Agribusiness and the right to food. Report of the Special Rapporteur on the right to food, Olivier De Schutter. United Nations, General Assembly, 22 December 2009, A/HRC/13/33. Der Bericht als Download (pdf-Datei)

Peak Soil - Die globale Jagd nach Land (2009)

Ausländische Direktinvestitionen in die Landwirtschaft in Asien, Afrika und Lateinamerika, die in jüngster Zeit Schlagzeilen machten, sind sowohl Ausdruck einer umfassenden Agrarkrise, als auch einer dadurch beschleunigten kommerziellen Inwertsetzung der Landwirtschaft. Im Zentrum steht dabei die zunehmende Landverknappung ("Peak Soil"), deren Ursachen und Auswirkungen Thomas Fritz knapp umreisst. Nach einer Darstellung und Analyse der "neuen Landnahme", ihrer Triebkräfte und Akteure, weitet er den Blick auf die Rolle, die internationale Organisationen wie die Weltbank dabei spielen, den Zusammenhang zwischen Landfrage und Konflikten, unter anderem in Pakistan, Kolumbien und Simbabwe, und den Verdrängungsprozess, dem die bäuerliche Landwirtschaft dadurch ausgesetzt wird. Das Buch bietet damit einen gleichzeitig kompakten und umfassenden Einstieg in das Thema.

Thomas Fritz: Peak Soil - Die globale Jagd nach Land. Berlin (FDCL-Verlag) 2009. Siehe dazu auch die Website land-grabbing.de

Schlafender Riese oder hässlicher Zwerg? (2009)

August 2009: Die Dimensionen sind wahrlich gigantisch! „Ein gewaltiger Streifen afrikanischer Savanne, der sich durch 25 Länder zieht, hat das Potenzial, mehrere afrikanische Länder zu Global Players bei der Erzeugung agrarischer Massenprodukte zu machen“, heißt es in der Pressemitteilung der UN-Landwirtschaftsorganisation vom 22. Juni 2009. Vier Millionen Quadratkilometer der Guinea-Savanne, eine Fläche elf Mal so groß wie Deutschland, könnten für die kommerzielle Landwirt­schaft er­schlossen werden, verkündet die FAO, „eine der größten, bislang kaum ge­nutzten Landreserven der Welt“. Rein rechnerisch könnte damit jede zweite afrikani­sche Familie mit vier Hektar Land versorgt werden – bei entsprechender Unterstüt­zung genug für ein Leben ohne Armut. Doch dazu wird es wohl nicht kommen: Eine Besprechung (pdf-Datei 113 kb)

Awakening Africa's Sleeping Giant – Prospects for Commercial Agriculture in the Guinea Savannah Zone and Beyond, by Michael Morris, Hans P. Binswanger-Mkhize, Derek Byerlee, published June 2009 by World Bank. Link (pdf-Datei 1.67 MB)