Mogelpackung 'Klima-smarte Landwirtschaft'
März 2012: Nicht weniger als einen "dreifachen Gewinn" versprechen Institutionen wie Weltbank und FAO mit der 'Klima-smarten Landwirtschaft': für die Bauern, die Ernährungssicherheit und für das Klima. Doch der Vorstoß spielt vor allem der Agrarindustrie in die Hände. Ein Beitrag für den Rundbrief 1/2012 des Forum Umwelt&Entwicklung mit dem Schwerpunkt 'Landwirtschaft - Da ist der Wurm drin?!'. Download (pdf-Datei 201 kb)
Bodenlos auf dem Trockenen
März 2012: Finanzspekulation, Industrieansiedlungen und wuchernde Städte bedrohen fruchtbare Böden, Seen und Flüsse. Allerdings geraten Land- und Wasserressourcen auch immer stärker unter die Räder der Agrarindustrie. Ein Beitrag für politische ökologie 128 ('Welternährung. Global denken - lokal säen', Februar 2012) als Download (pdf-Datei 175 kb).
Was zum Teufel ist 'Klima-smarte Landwirtschaft'?
Dezember 2011: Als Antwort auf Ernährungskrise, Hunger und Klimawandel propagieren Institutionen wie die Weltbank und die FAO eine „Klima-smarte Landwirtschaft“. Sie soll Ernährungssicherheit bringen, die Landwirtschaft auf die Auswirkungen der Klimaveränderungen vorbereiten und gleichzeitig dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen. Ein „dreifacher Gewinn“ also, wie die Weltbank verspricht – doch die Gewinner könnten am Ende weder das Klima noch die Bauern, sondern die Agrarindustrie sein. Mehr
PERIPHERIE-Stichwort 'Land Grabbing'
29. November 2011: Als politischer Kampfbegriff macht "Land Grabbing" auf die Problematik großflächiger Landnahme in Ländern des globalen Südens durch in- und ausländische Investoren aufmerksam, eine Problematik, die durch deren sprachliche Reduktion auf "Investitionen in den Agrarsektor" entschärft wird. Der kurze Text, erschienen in Heft 124 der Zeitschrift Peripherie mit dem Themenschwerpunkt 'Land - Konflikt, Politik, Profit' zeichnet weitere Kontroversen der aktuellen Debatte nach. Download (pdf-Datei 544 kb)
Schlafender Riese Afrika?
September 2011: Regierungen und Entwicklungsorganisationen setzen sich für eine „Neue Grüne Revolution“ in Afrika ein, um Armut und Hunger zu beseitigen. Aber ist die industrielle Landwirtschaft, die sie fördern wollen, wirklich geeignet? Oder wären ganz andere Konzepte landwirtschaftlicher Entwicklung erforderlich? Ein Vortrag (Download ppt/pdf 3,2 MB)
Die Quadratur des Kreises
2. Dezember 2011: Der Bericht über den Zustand von Böden, Wasser und biologischer Vielfalt, den die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO Ende November vorgelegt hat, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: die Landwirtschaft arbeitet in vielen Regionen am Limit der natürlichen Ressourcen, in manchen sogar darüber hinaus. Als Ausweg aus dem Land- und Wassermangel empfiehlt die FAO eine "nachhaltige Intensivierung". Mehr
Plantagen in Äthiopien bedrohen Pastoralisten
14. September 2011: Äthiopiens Regierung will im Westen des Landes mehr als 350.000 Hektar Zuckerrohr- und Baumwollplantagen anlegen, überwiegend im Staatsbesitz. Das riesige Bewässerungsprojekt im Omo-Tal, dessen Kernstück der umstrittene Staudamm Gibe III ist, würde die Lebensbedingungen von bis zu 500.000 Menschen in der Grenzregion mit Kenia bedrohen, schätzt das Oakland Institute in einer Studie, und schwerwiegende ökologische Auswirkungen, zum Beispiel auf den Turkana-See, haben. In dem dünn besiedelten Gebiet leben überwiegend Angehörige indigener Volksgruppen, die extensive Viehhaltung betreiben. Der Staudamm ist nur einer von vielen, die gegenwärtig in Äthiopien geplant oder im Bau sind. Mehr: 'Äthiopien will Zuckerbaron werden - trotz Hungerkrise'
Siehe dazu den Beitrag "Äthiopien: Wasser für Entwicklung": Download (pdf-Datei 182 kb)
Der Griff nach dem Land - Literatur-Update März 2011
22. März 2011: Keine drei Jahre, nachdem GRAIN mit seinem Bericht „Land grab!“ auf das Thema aufmerksam gemacht hat, ist die großflächige kommerzielle Landnahme fest in der politischen Diskussion verankert. Immer neue Fälle werden bekannt, immer weitere Aspekte aufgerollt. Auch der Widerstand gegen einzelne Vorhaben und die Strategien, wie Politik, Bauernorganisationen und Zivilgesellschaft auf die Risiken und Gefahren antworten können, entwickeln sich. Insgesamt werden die Lage, die Themen und die Diskussion immer vielfältiger, aber auch unübersichtlicher. Deshalb ein weiteres globe-spotting-Update
Landnahme - Die neuen Pachoms
25. Januar 2011: Die Novelle “Wie viel Erde braucht der Mensch?” des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi ist eine Parabel über menschliche Gier: Bauer Pachom vereinbart mit Landbesitzern in Baschkirien, dass er so viel Land erhält, wie er an einem Tag umrunden kann. In seiner Gier schlägt er seinen Kreis immer weiter und größer. Als er am Abend an den Ausgangspunkt zurück kommt, bricht er erschöpft zusammen und stirbt. So braucht er am Ende nur zwei Quadratmeter Land für sein Grab. Heute heißen die Pachoms Daewoo, Sun Biofuels, Al-Quadra Holding oder Cru Investment Management. Mehr. Auch in englisch: "Water and Land Grabbing" (pdf-Datei 2,8 MB)
Der Griff nach dem Land - Literaturübersicht (Update)
15. November 2010: Seit dem globe-spotting-Literaturüberblick vom September 2010 gab es eine Reihe interessanter neuer Publikationen und Diskussionen zum Thema Land grab, von denen die meisten auf http://farmlandgrab.org/ zugänglich sind. Ein Update Mehr
Ernährungssouveränität oder Agrarkolonialismus in Afrika?
Oktober 2010: Den Ansätzen für eine "andere" Landwirtschaft, wie sie beispielsweise der Weltagrarrat vorgeschlägt, wird durch die von multilateralen Institutionen, US-amerikanischen Stiftungen und zahlreichen, auch europäischen Regierungen verfolgte Agrarstrategie der Boden entzogen: Sie setzen auf eine vorrangig auf externen Inputs beruhende Erzeugung agrarischer Massenprodukte und auf die Einbindung in den globalen Wettbewerbsmarkt. Dabei bereiten sie für die Agrarindustrie und die globalen Supermarktketten neue Märkte auf. Diese bestimmen zunehmend, wie Nahrungsmittel erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden.
Erschienen in: Wie wir überleben! Ernährung und Energie in Zeiten des Klimawandels. Herausgegeben von Petra C. Gruber. 2010 (Verlag Barbara Budrich). Download (pdf-Datei 193 kb)
Agrobusiness und Ausverkauf der Entwicklungsländer
14. Oktober 2010: Die steigende Zahl von Investitionsvorhaben in den Anbau von Nahrungsmitteln ist lediglich ein aktuelles Symptom für den Umbruch der globalen Landwirtschaft, der sich seit einigen Jahren vollzieht. Für die bäuerliche Landwirtschaft stellt sie eine weitere existenzbedrohende Herausforderung dar. Ihr zu begegnen ist deshalb eine zentrale politische Aufgabe - nicht zuletzt auch in den Industrieländern. Ein Beitrag für Blätter für deutsche und internationale Politik 9'09. Jetzt als Download (pdf-Datei 620 kb)
Spekulation mit Nahrungsmitteln
24. September 2010: Die heftigen Preisausschläge für manche Grundnahrungsmittel, die momentan wieder Schlagzeilen machen, haben dazu geführt, dass Regierungen, NGOs, Gewerkschaften und Agrarinstitutionen im Namen der Ernährungssicherheit fordern, die Spekulation mit Agrarprodukten zu regulieren. Das Thema wird auch beim G20-Treffen von Industrie- und Schwellenländern im November in Seoul auf der Tagesordnung stehen. Eine Bestandsaufnahme
Der Griff nach dem Land - eine Literaturübersicht
29. September 2010: Die Veröffentlichungen über Land grabbing, also über die Verpachtung oder den Verkauf von großen Ländereien an Investoren und Spekulanten, sind inzwischen so unübersichtlich geworden wie die Landnahmeverträge und -vereinbarungen selbst - ein Versuch, sie ein wenig zu sortieren. Mehr
Landwirtschaft ohne Pflug - Gewinn für die Industrie
Juli 2010: Seit einigen Jahren versuchen Agrokonzerne wie Monsanto, sich mit der Conservation Agriculture, bei der auf mechanische Bodenbearbeitung weitgehend verzichtet wird, ein grünes Image zu geben. Dabei werden sie tatkräftig unterstützt durch scheinbar neutrale Instanzen wie die UN-Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation FAO. Besonders attraktiv an der „erhaltenden Landwirtschaft“: Sie könnte sich für die Agrarindustrie als zusätzlicher Profittriebsatz erweisen und Gensoja zum Klimaretter stilisieren. Mehr
Weitere Texte:
Landnahme bedroht Ernährungssouveränität (Juni 2010)
Land Grabbing? Vor zwei Jahren wusste mit diesem Ausdruck noch kaum jemand etwas anzufangen. Doch seither ist die neue Landnahme in den Ländern des Südens zu einem zentralen Nord-Süd-Thema avanciert. Sie ist ein weiterer Angriff auf die Ernährungssouveränität - und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Zumindest aber hat die Auseinandersetzung um die neue Landnahme auch die Landfrage erneut auf die politische Tagesordnung gebracht. Ein Beitrag für INKOTA-Dossier 7: Die neue Landnahme. Der Globale Süden im Ausverkauf (Juni 2010). Der Text als Download (pdf-Datei 417 kb)
Empfehlungen für eine afrikanische Grüne Revolution (Mai 2010)
30. Mai 2010: Preiswerte Technologien und ein Innovationsschub, der von der bäuerlichen Landwirtschaft selbst ausgeht und vorangetrieben wird, sollen Afrikas Landwirtschaft aus Stagnation und die ländliche Bevölkerung aus Ernährungsunsicherheit und Einkommensarmut befreien. Das empfiehlt die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in ihrem jüngsten Technology and Innovation Report 2010 – Enhancing Food Security in Africa Through Science, Technology and Innovation. Ein Bericht für Weltwirtschaft & Entwicklung
Update: Biopiraten in der Kalahari? (November 2009)
November 2009: „Wir brauchen Land und Bildung, um unsere Rechte und Traditionen zu sichern“, sagt Petrus Vaalbooi, bis 2005 Vorsitzender des San-Rats von Südafrika. Hoffnungen, dafür Gelder zu bekommen, richten sich auf Hoodia, eine kakteenartige, dunkelgrüne Pflanze, die nur in der steinigen Halbwüste Kalahari heimisch ist. Und eigentlich hatte es auch so ausgesehen, als seien sie kurz vor dem Ziel.
Mehr siehe: "Megaseller aus der Wüste", erschienen in: Das Parlament, Nr. 48, 23.11.2009. Download (pdf-Datei 101 kb)
Blühende Investitionslandschaften (November 2009)
Äthiopien ist ein besonders augenfälliges Beispiel für die Problematik der Landnahme durch ausländische Investoren, die seit drei, vier Jahren unter anderem in Afrika verstärkt stattfindet. Die Regierung fördert diesen Prozess intensiv und wird dabei von Gebern wie der Weltbank mit einer exportorientierten Entwicklungsstrategie massiv unterstützt. Angeblich soll so die einheimische Versorgung verbessert werden, da fast die Hälfte der Bevölkerung unter struktureller Ernährungsunsicherheit aufgrund einer unzulänglichen bäuerlichen Landwirtschaft und schlechter Infrastruktur leidet.
November 2009: Im März 2009 übergab ein Unternehmer aus Saudi-Arabien eine Kostprobe der ersten Reisernte von seinen neuen Feldern in Äthiopien seinem König Abdullah - ein Beitrag zur Ernährungssicherung durch off-shore farming. Und das ist erst der Anfang. Premierminister Meles Zenawi erklärte, Äthiopien sei „begierig, Investoren aus Saudi Arabien Zugang zu hundert tausenden von Hektar Agrarland zu geben“.
Präzisiert wurde diese Bereitschaft durch Esayas Kebede, Direktor der Behörde für die Förderung von Agrarinvestitionen. Ende Juli erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass 1,6 Million Hektar „jungfräulichen Landes für großflächige kommerzielle Landwirtschaft“ bereit stünden. Weitere 800.000 Hektar in der Konfliktregion Oromia und 300.000 Hektar in anderen Gebieten würden für kommerzielle Farmen vermessen und parzelliert. „Wir haben Land und Arbeitskräfte im Überfluss“, erklärte Esayas Kebede, „was uns fehlt, um unsere Bevölkerung zu ernähren, sind Kapital und Technologie“. Nach seiner Aussage nutzen Äthiopiens 13 Millionen Kleinbauernhaushalte gegenwärtig nur 17 Millionen Hektar der insgesamt schätzungsweise 75 Millionen Hektar Land, die für die Landwirtschaft geeignet wären.
Wie Kebede, so sehen auch die meisten internationalen Entwicklungsorganisationen das Interesse ausländischer Investoren an der Landwirtschaft mit Freude: Kapital, Technologie und Expertise würden Wohlstand, Arbeit und Abbau der Armut bringen, brachliegendes Land in Wert gesetzt und Exporte die Devisenkassen der Regierungen füllen, so die Erwartungen.
Mehr: Der vollständige Beitrag: Äthiopien - Blühende Investitionslandschaften als Download (pdf-Datei 113 kb)
World Investment Report zu Agrarindustrie: Nein, aber.... (Oktober 2009)
2. Oktober 2009: Internationale Konzerne in der Landwirtschaft haben eine anrüchige Geschichte: Bananenplantagen in Mittelamerika, Abholzung für Soja-Viehfutter im Amazonas, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für Frauen, die auf Blumenfarmen arbeiten, oder die Ausweitung von Palmölgewinnung in Indonesien und Malaysia, durch die Kleinbauern ihr Land verlieren. Dennoch empfiehlt der World Investment Report der UN-Kommission für Handel und Entwicklung, UNCTAD, Regierungen der Länder des Südens, das neu erwachte Interesse ausländischer Investoren für die Landwirtschaft positiv zu sehen - als Chance für Ernährungssicherheit. Eine Analyse des Berichts, erschienen im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung, als Download (pdf-Datei 32 kb).
Moderne Kolonisierung: Schlafender Riese (Oktober 2009)
Oktober 2009: Weltbank und Welternährungsorganisation wollen die Guinea-Savanne, ein Fünftel der Fläche Afrikas, in Agrarland umwandeln. Doch nicht Kleinbauern werden davon profitieren, sondern reiche Staaten und Konzerne. Die ersten kaufen bereits Land. Statt Ernährungssicherung sind Umweltzerstörung und Vertreibung zu erwarten.
"Schlafender Riese und sozialer Sprengsatz", in: umwelt aktuell (DNR), als Download (pdf-Datei 74 kb)
Schlafender Riese oder hässlicher Zwerg? (August 2009)
Awakening Africa's Sleeping Giant – Prospects for Commercial Agriculture in the Guinea Savannah Zone and Beyond, by Michael Morris, Hans P. Binswanger-Mkhize, Derek Byerlee, published June 2009 by World Bank.
August 2009: Die Dimensionen sind wahrlich gigantisch! „Ein gewaltiger Streifen afrikanischer Savanne, der sich durch 25 Länder zieht, hat das Potenzial, mehrere afrikanische Länder zu Global Players bei der Erzeugung agrarischer Massenprodukte zu machen“, heißt es in der Pressemitteilung der UN-Landwirtschaftsorganisation vom 22. Juni 2009. Vier Millionen Quadratkilometer der Guinea-Savanne, eine Fläche elf Mal so groß wie Deutschland, könnten für die kommerzielle Landwirtschaft erschlossen werden, verkündet die FAO, „eine der größten, bislang kaum genutzten Landreserven der Welt“. Rein rechnerisch könnte damit jede zweite afrikanische Familie mit vier Hektar Land versorgt werden – bei entsprechender Unterstützung genug für ein Leben ohne Armut. Doch dazu wird es wohl nicht kommen: Eine Besprechung (pdf-Datei 113 kb)
Die neue Landnahme - eine Entwicklungschance? (Juni 2009)
Juni 2009: Ausländische Investoren zeigen wachsendes Interesse an Land in Afrika, Asien, Lateinamerika und Zentralasien, nicht zuletzt motiviert durch die steigenden Nahrungsmittelpreise und die Nachfrage nach Agrartreibstoffen. Ein Beispiel für dieses „Off shore-farming“, das weltweit Schlagzeilen machte, ist der Vertrag, den Daewoo Logistics aus Südkorea im Juli 2008 mit der Regierung von Madagaskar abschloss. Das Unternehmen wollte 1,3 Mio. Hektar, die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Insel, pachten, um unter anderem Futtermais anzubauen. Internationale Finanz- und Entwicklungsorganisationen wie die Weltbank und die FAO sehen darin Wasser auf die Mühlen ihrer Bemühungen, die Landwirtschaft wieder zum Zugpferd für Wirtschaftswachstum und Entwicklung zu machen, und begrüßen die „Entwicklungschancen“, die diese Investitionen eröffnen würden. Mehr
Landnahme positiv gewendet (Juni 2009)
Juni 2009: In den vergangenen Monaten haben Berichte über ausgedehnte Landgeschäfte ausländischer Investoren in Afrika, Lateinamerika und Südostasien Schlagzeilen gemacht. In einer neue Studie, an der unter anderem die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, beteiligt war, werden Empfehlungen formuliert, wie "die Chancen genutzt und die Risiken verringert" werden können. Mehr siehe Download (pdf-Datei 31 kb)
Landnahme in Afrika (Februar 2009)
Februar 2009: Um die nationale Nahrungsmittelversorgung zu sichern, setzen Regierungen und private Unternehmen, vor allem aus Asien und den Golfstaaten, zunehmend auf neue große Agrarpojekte in anderen Ländern. Hintergrund dieser Landnahme, die durch internationale Finanzinstitutionen gefördert wird, sind zum einen die Preisschocks bei Grundnahrungsmitteln, zum anderen die Suche von Investoren nach neuen profitablen Anlagemöglichkeiten.
"Ernährungssicherung oder Agrarkolonialismus?", als Download (pdf-Datei 32 kb)
Landnahme als Entwicklungschance? (August 2008)
August 2008: Finanz- und Entwicklungsorganisationen wie Weltbank und FAO sehen in 'Off shore-farming' Wasser auf die Mühlen ihrer Bemühungen, die Landwirtschaft wieder zum Zugpferd für Wirtschaftswachstum und Entwicklung zu machen.
"Die neue Landnahme - eine Entwicklungschance?" In: vidc news 8/2009, als Download (pdf-Datei 65 kb)
Südafrika: Unwillige Verkäufer (2007)
Zahlreiche Zeremonien überall in Südafrika, bei denen neue Eigentümer ihre Besitzurkunde erhalten, erwecken den Anschein, als ob die Landreform schnell voranschreitet. Nach Angaben des Land Affairs Department wurde seit 1994 für insgesamt fast 73.000 Landbesitzer, die unter dem Apartheid-Regime ihr Land verloren hatten, die Wiederherstellung ihrer Rechte abgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass es damit über 70.000 neue landbesitzende Bauernfamilien geben würde. Überwiegend handelt es sich um städtische Grundbesitzer. Viele ländliche Ansprüche auf »weißes« Farmland werden hingegen noch bearbeitet.
Mehr: Download (pdf-Datei 105 kb)
Falsche Versprechungen (November 2007)
„Kleinbauern in Kamerun übernehmen Ölpalmen-Plantage“ titelt die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, DEG. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Landbesetzung, sondern um Subcontracting: Die kamerunische Tochtergesellschaft der SOCFINAL-Gruppe, einer der weltweit führenden Investoren in Kautschuk- und Ölpalmen-Plantagen, verpachtet an Bauern rund zehn Hektar große Parzellen, auf denen sie Ölpalmen anbauen sollen. Um die hohen Kosten aufzubringen, verhilft ihnen die DEG mit einer Bankgarantie zu langfristigen Krediten. Die zahlen sie dann mit dem Verkauf der Fruchtbüschel an die SOCFINAL-Ölmühle ab. Für die DEG ist das ein „Grundmodell für ähnliche Kooperationen zwischen privaten Unternehmen, der Dorfbevölkerung, dem Finanzsektor und einem internationalen Entwicklungsfinanzier“.
Text "Vertragsbauern in Afrika" als Download (pdf-Datei 110 kb)
Weltbank - Wiederentdeckung der Agrarpolitik (Oktober 2007)
Oktober 2007: Mit dem Weltentwicklungsbericht 2008 ("Landwirtschaft für Entwicklung"), ihrem publizistischen Flaggschiff, hat die Weltbank signalisiert, dass sie der Landwirtschaft nach zwei Jahrzehnten der Vernachlässigung wieder größere Bedeutung zu misst. Doch diese Wiederentdeckung der Agrarfrage und der ländlichen Entwicklung begann schon drei, vier Jahre früher. An Stelle eines "Agro-Pessimismus", der in den 1980er Jahren die Rolle der Landwirtschaft für ein armutsorientiertes Wachstum in Frage stellte, wird inzwischen wieder die Dringlichkeit unterstrichen, die Landwirtschaft in der Entwicklungs-Agenda aufzuwerten. Denn die Landwirtschaft ist eine wichtige Schnittstelle zu anderen Bereichen wie Wassermanagement, Infrastruktur, Armutsminderung und Umweltschutz.
Text: "Agro-Optimismus hat Konjunktur". Download (pdf-Datei 126 kb)
Agrar-Kolonialismus in Afrika (Oktober 2007)
Oktober 2007: „Afrikas Bauern sind arm, weil sie nicht genug Dünger, Pestizide und patentiertes Saatgut benutzen“, behaupten die Agrarkonzerne, und denken dabei an ihre Geschäfte. „Sie sind arm, weil sie nicht genug exportieren“, ergänzt die Weltbank und fördert Handelsliberalisierung und die Privatisierung von Eisenbahnen und Flughäfen. „Sie brauchen mehr Gen- und Biotechnologie“, rät die US-amerikanische Rockefeller-Stiftung, und spendet Millionen für internationale Agrarforschungsinstitute, um neue „Wundersorten“ von Reis, Mais und Cassava zu schaffen. Sie alle drängen Afrikas Regierungen zu einer „Grünen Revolution“, zu einer Modernisierung der Landwirtschaft. Afrikas Bauern sollen konkurrenzfähig werden mit den US-amerikanischen Baumwollfarmern, mit europäischen Getreidebauern, thailändischen Reisbauern und vietnamesischen Kaffeepflanzern. Dann werde die Wirtschaft wachsen, versprechen sie, und die Armut verschwinden. Nur die Bauern und Bäuerinnen selbst werden dabei nicht gefragt.
Mehr zu Agrar-Kolonialismus in Afrika: Leseprobe
Eine neue Grüne Revolution (September 2007)
September 2007: »Jetzt ist Afrika an der Reihe. Dies ist der Anfang der Grünen Revolution für den Kontinent.« Mit dieser Ankündigung rief die Stiftung vom Microsoft-Chef Bill Gates im September 2006 gemeinsam mit der Rockefeller-Stiftung eine »Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika« ins Leben. Als Startkapital spendete Gates 100 Millionen US-Dollar. Die Rockefeller-Stiftung, die weitere 50 Millionen US-Dollar beisteuerte, war bereits die entscheidende Triebkraft hinter der ersten Grünen Revolution gewesen, die seit den 1960er Jahren vor allem in Asien und Lateinamerika die Landwirtschaft umgekrempelt hatte.
Text: Träume von einer grünen OPEC: Download (pdf-Datei 96 kb)
Strategieplanung (2007)
NEPAD, die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung, hatte zum "Düngergipfel" in Nigerias Hauptstadt Abuja geladen. Und gekommen war nahezu alles, was Rang und Namen hat im offiziellen Entwicklungsgeschäft – von UN-Organisationen für ländliche Entwicklung über die Economic Commission for Africa (ECA), die Afrikanische Entwicklungsbank und die Weltbank, bis hin zur Rockefeller-Stiftung, dem britischen Entwicklungsministerium DFID und der staatlichen Entwicklungsorganisation USAID. »Nourish the soil, feed the continent« lautete das Motto des hochrangigen Treffens von Politik, Industrie und Entwicklungshilfe, das von einer Lobby-Organisation der US-amerikanischen Düngemittel-Industrie ausgerichtet worden war - mit Erfolg: in ihrer Abschlusserklärung kündigen die versammelten Staats- und Regierungschefs an, den Einsatz von »Dünger für eine afrikanische Grüne Revolution« kräftig zu fördern.
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Unternehmen Süsskartoffel (2007)
Die Süßkartoffel gilt in manchen Regionen als »Frauenpflanze«. Oft wird sie von Bäuerinnen neben Mais angebaut. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche, auch schwierige Anbaubedingungen macht sie zu einem wichtigen Standbein der Ernährungssicherung. Und ihr Verkauf bringt den Bäuerinnen Geld. Ausgerechnet diese Süsskartoffel wählte der US-Saatgutmulti Monsanto aus, um die angeblichen Vorzüge der Gentechnologie für Afrika zu demonstrieren. Das Projekt wurde ein eindrucksvoller Flop.
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Blumen und mehr (2007)
»Haltet die Kühlkette geschlossen!« läutet das A und O der Blumenindustrie – die ununterbrochene Kühlung vom Schnitt über Transport und Lagerung bis zum Flieger, der die Rosen, Nelken und Chrysanthemen zu den Auktionen in Holland oder Deutschland bringt. Mit der Finanzierung eines Kühlhauses am Flughafen Entebbe leistete daher USAID einen wichtigen Beitrag zum Aufschwung von Ugandas Blumenindustrie. Der Erfolg beschränkt sich allerdings auf knapp zwei Dutzend überwiegend europäische und indische Blumenproduzenten. Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, fordern sie weitere Hilfen wie billigeres Flugbenzin und Steuererleichterungen für Treibstoff für ihre Kühltransporter. Denn die Konkurrenz schläft nicht.
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Neue Agrarpolitik der Weltbank (Januar 2006)
Januar 2006: Mit ihrer neuen Agrarpolitik will die Weltbank sowohl den Beitrag der Landwirtschaft zur ökonomischen Entwicklung stärken, als auch das Wassermanagement verbessern – hehre Vorsätze, doch die Analyse der Umsetzungsstrategie lässt befürchten, dass dadurch die Privatisierung von Wasser ausgeweitet und die Existenzbedingungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft weiter verschlechtert werden.
Text: "Ökonomisierung des Wassers" als Download (96 kb)
Äthiopien: Wasser für Entwicklung (Dezember 2005)
In Äthiopien fördert die Weltbank eine neue Wasserpolitik, die den Wasserreichtum des ostafrikanischen Landes für eine armutsmindernde Entwicklung nutzen soll. Dazu gehört auch ein Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft, die Nahrungsmittel, vor allem aber Rohstoffe und Exportprodukte liefern soll. Neben den Geldern der Weltbank werden private Unternehmen als Investoren geworben Inzwischen steigt der Blumenexport. Gleichzeitig haben Millionen Familien nicht genug zu essen.
Mehr: Download (pdf-Datei 182 kb)
Grosse Dämme, kleine Dämme (August 2005)
Niederschläge gibt es im äthiopischen Hochland reichlich - die Frage ist: wie können sie genutzt werden? Großprojekte wie der Staudamm am Fluss Tekeze, finanziert mit Geld aus der Volksrepublik China, aus der auch das Bauunternehmen kommt, liefern Strom für die Städte und Wasser für die kommerzielle Landwirtschaft. Für die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung ist der Nutzen allerdings gering. Für sie lautet die Devise: small is beautiful.
Text: "Regenernte" in Äthiopien. Download (pdf-Datei 103 kb)
Teufelskralle und Hoodia (Juni 2005)
Juni 2005: Die Heilpflanze Teufelskralle ist bereits ein wichtiger Devisenbringer, die Wüstenpflanze Hoodia könnte es bald werden. Traditionelle Nutz- und Heilpflanzen sind ein gefragter Rohstoff für Medikamente, Lebensmittel und Kosmetika. Und das Südliche Afrika mit seiner reichen biologischen Vielfalt wird für die Unternehmen immer attraktiver. Doch trotz UN-Vereinbarungen gehen die Einheimischen meistens leer aus.
Text: Wer verdient an Teufelskralle und Hoodia? Download (pdf-Datei 130 kb)
Biopiraten in der Kalahari? (2004)
Seit Jahrhunderten kennen und verwenden die Jäger des San-Volkes im Südlichen Afrika die Hoodia-Pflanze als ein Mittel, um das Hungergefühl zu vertreiben. Inzwischen hat die Industrie den Wirkstoff als Appetitzügler entdeckt. Doch die San haben sich gegen die Biopiraterie, die Patentierung ihres Wissens, gewehrt und hoffen nun auf eine Beteiligung an den Gewinnen.
Broschüre, 24 Seiten, herausgegeben vom EED, Bonn, 2004: Download (pdf-Datei 1,7 MB), auch in englisch
Schlank durch Hoodia - Vorteil für wen? (November 2004)
November 2004: Die UN-Konvention über Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) sieht unter anderem vor, dass die Nutzung genetischer Ressourcen allen Beteiligten zugute kommen soll - also nicht nur Unternehmen und Regierungen, sondern auch lokalen Bevölkerungsgruppen. Das Abkommen zwischen dem staatlichen Forschungsinstitut CSIR und den San, den ersten Bewohnern des Südlichen Afrika, ist eines der wenigen Beispiele für einen solchen 'Vorteilsausgleich'.
Text: "Schlank durch Hoodia" als Download (pdf-Datei 109 kb)