Globe Spotting

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'Veredelung' durch Verelendung

Nicht nur in China gehört Fleisch zur Vorstellung vom 'Guten Leben'. Für Hamburger werden Wälder abgebrannt, für Fischstäbchen die Weltmeere leergefischt, für Fischfarmen Mangrovenwälder vernichtet. Die industrielle Produktion von Fleisch und Fisch frisst sich nicht nur wie ein Krebsgeschwür durch die natürliche Umwelt, sondern diktiert zunehmend weltweit die Produktionsbedingungen für Landwirtschaft und Tierhaltung. Die Verwendung von Nahrungsmitteln als Viehfutter, Gentechnologie und Massentierhaltung sind nur einige der Methoden, mit denen die Industrie ihre Gewinne macht. Seit das globe-spotting-SPECIAL: Ware Fleisch vor einem Jahr abgeschlossen wurde, kristalliert sich immer stärker heraus, dass die Tierhaltung zu einem zentralen Konfliktfeld der Agrarpolitik wird. In der Agrarindustrie bekommen Fleisch- und Milchproduktion, Aquakultur und Fischfang nicht nur ein ständig wachsendes Gewicht, was sich in der Expansion neuer Tierfabriken und Fischfarmen zeigt. Sie prägen auch zunehmend die Agrarproduktion, beispielsweise den Sojaanbau für Futtermittel, die globalen Agrarstrukturen, etwa durch den Handel, durch die horizonalen und vertikalen Konzentrationsprozesse der Industrie und durch die Verdrängung bäuerlicher Betriebe, und sie tragen zu schwerwiegenden Umweltproblemen bei. Das Thema hat sich aber auch zu einem entscheidenden Kristallisationspunkt für eine breite Kritik an der Agrarindustrie und für die Suche nach Handlungsansätzen, etwa im Konsumverhalten, entwickelt. Ausserdem zieht es sich durch andere globe-spotting-Themen wie 'Landwirtschaft China', die 'Grüne Revolution' und 'Land grabbing' in Afrika und anderswo und spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von 'Alternativen' ökologisch, sozial und tierrechtlich verträglicher Produktions- und Konsummodelle - Gründe genug, es zu einem neuen Schwerpunkt zu machen und die Informationen und Texte dazu zusammenzuführen.