Kontroverse um Chinas Hilfe in Afrika
2. Mai 2013: Eine neue Datenbank (AidData) hat eine heftige Kontroverse ausgelöst um die Zuverlässigkeit von Informationen über Chinas Entwicklungsgelder in Afrika. Die Website stellt auf der Grundlage von Medienberichten Angaben über mehr als 1.600 offizielle Projekte in 50 Ländern zusammen, in die zwischen 2000 und 2011 rund 75 Milliarden US-Dollar geflossen sein sollen. Ein erheblicher Teil davon sind landwirtschaftliche Vorhaben. Einige Beobachter halten eine derartige Bestandsaufnahme für methodologisch fragwürdig und verfrüht. So ist Deborah Brautigam, Autorin des Buchs "The Dragon's Gift: The Real Story of China in Africa", überzeugt, dass nicht Ghana, Nigeria und Mauretanien die wichtigsten Empfänger von Geldern aus China sind, sondern Angola, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und Sudan. Ein grundlegendes Problem ist, dass Beijing kaum Informationen über seine Aktivitäten veröffentlicht.
Quelle: Devex vom 1. Mai 2013
Milliarden-Subventionen für Chinas Fischereisektor
29. März 2013: Chinas Fischereisektor wird mit Milliarden subventioniert. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Beijing beteiligte sich der Staat 2012 mit umgerechnet rund 3 Milliarden Euro allein an den Treibstoffkosten der Fangflotte, eine Steigerung um mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere Gelder fließen in den Ausbau von Häfen oder die Unterstützung der Aquakultur, insgesamt weitaus mehr als in den Schutz der Fischbestände. China hat die größte Fischereiflotte der Welt. 2008 holte sie nach offiziellen Angaben 14,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 16 Prozent der Fänge an Wildfisch ein und trägt damit wesentlich zur Überfischung der Meere bei, zumal die Angaben nach einem Bericht in der Zeitschrift Scientific American möglicherweise zu niedrig sind. Beim kürzlich abgehaltenen 18. Parteitag wurde die Entwicklung von Aquakultur und Hochseefischerei zu einem vorrangigen Ziel erklärt.
Quelle: SeafoodSource vom 28. März 2013. Siehe auch Oceana und Sea Around Us Project.
Herbizid stärkt Partnerschaft
6. März 2013: Der US-Agrarkonzern Monsanto hat mit dem staatlichen Chemiekonzern Sinochem einen 100-Millionen-Dollar-Vertrag für den Vertrieb seines Unkrautvernichtungsmittels Roundup in Australien und Neuseeland abgeschlossen. Das Herbizid wird beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais, Soja, Raps oder Baumwolle eingesetzt. Damit wird die Kooperation mit Sinochem, das Roundup bereits in China vertreibt, enger. Monsanto erhofft sich davon einen Ausbau seines Zugangs zum chinesischen Saatgutmarkt, Sinochem im Gegenzug Technologie für ertragreicheres Saatgut, um die Erträge in Chinas Landwirtschaft zu steigern.
Quelle: Agrimoney vom 6. März 2013
Kanadischer Hummer für das Jahr der Schlange
21. Februar 2013: Im Januar hat die kanadische Provinz Nova Scotia schätzungsweise eine Million Kilo Hummer nach China exportiert. Auch einheimische Händler melden Rekordumsätze bei Meeresfrüchten aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes Mitte Februar. Damit ist China dabei, Europa als Abatzmarkt für kanadischen Hummer zu überholen.
Quelle: The ChronicleHerald vom 20. Februar 2013
Fischzug in Afrikas Gewässern
31. Januar 2013: China will seine Investitionen in der Fischereiindustrie Afrikas und den Handel weiter ausbauen. Bereits jetzt hält es die Spitzenposition, vor den USA, der EU und Japan, so der Branchendienst Agritrade. Das Volumen der sino-afrikanischen Zusammenarbeit im Fischereisektor wird auf rund sechs Milliarden US-Dollar im Jahr geschätzt, die Hälfte des Fangs von etwa 500.000 Tonnen im Jahr geht nach Europa, ein Drittel nach China. Wei Jianguo, Vorsitzender des China Centre for International Economic Exchange, schätzt, dass chinesische Investitionen in Afrika bis 2013 auf vier Milliarden US-Dollar steigen könnten, wobei die Zusammenarbeit im Fischereisektor eine Schlüsselrolle haben könnte. Interesse besteht am Aufbau der Aquakultur, aber auch an Investitionen in Kühleinrichtungen, Verarbeitungsbetriebe und Werften, sagte Wei. Allerdings müssten dafür die "Restriktionen für ausländische Unternehmen" wie eingeschränkte Gewinnrückführung und bevorzugte Fangrechte für einheimische Unternehmen gelockert werden, fordert der Vizepräsident der China Overseas Fisheries Association, Huang Baoshan.
Quelle: Fish Information & Services vom 13. Dezember 2012
Die Bäume im Wald des Nachbarn ...
19. Dezember 2012: China baut seine Position als führender Holzhändler und -produzent aus. Das geht aus einem Bericht der UN-Agrarorganisation FAO hervor, die für die Holzindustrie ein Ende der wirtschaftlichen Krise und neues Wachstum verkündet. Danach hat China inzwischen Kanada als zweitgrößten Hersteller von Schnittholz überholt und seine Position als Hersteller von Holzpanelen, Papier und Kartonagen ausgebaut, wo es mittlerweile einen Marktanteil von 38 Prozent (Panelen) und 26 Prozent (Papier) hat. Das Land hat seit der Unabhängigkeit seine Waldfläche von knapp 9 Prozent auf mehr als 18 Prozent 2003 verdoppelt, die Weltbank registriert für 2010 sogar fast 23 Prozent - auch wenn es Unklarheiten in der Definitionsfrage und der Datenbasis gibt. Gleichzeitig ist China der größte Importeur von Industrieholz, Zellulose und Altpapier und der größte Exporteur von Holzprodukten - eine gewaltige Transformationsmaschine, die Holz aus ganz Südostasien einsaugt und daraus Verbrauchsgüter produziert und exportiert.
Quelle: FAO-Pressemitteilung vom 18. Dezember 2012
Steigende Agrarimporte
Aufmerksam beobachten die Gurus der globalen Agrarbörsen die landwirtschaftliche Produktion in China. Denn was die 200 Millionen Bauern an Getreide und anderen Produkten liefern, hat Auswirkungen auf die Weltmärkte. Und damit auf Preisentwicklung und Nahrungsmittelspekulation. Daher weckt es Hoffnungen auf Gewinn, wenn ein führender Funktionär wie Chen Xiwen von der Gruppe Agrarpolitik der Kommunistischen Partei vor der schwindenden Ernährungssicherheit des Landes, der Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln, warnt. Mehr
Chinesische Gentech-Baumwolle für Mosambik
27. November 2012: Anscheinend steht Mosambik kurz vor der Einführung von BT-Baumwolle. Nach Berichten aus Maputo werden Mitarbeiter des Baumwoll-Instituts (IAM) und des Agrarforschungsinstituts (IIAM) von chinesischen Experten ausgebildet, um zunächst Feldversuche durchzuführen. Diese Meldungen sind durchaus plausibel, da das IIAM vor drei Jahren einen äusserst positiven Forschungsbericht über die Aussichten von BT-Baumwolle in Mosambik vorgelegt hatte, wobei die Forschung durch USAID unterstützt worden war. Ausserdem drängen chinesische Gentech-Konzerne, die längst im eigenen Land einen erheblichen Marktanteil haben, auf den Auslandsmarkt - und konkurrieren damit mit dem Weltmarktführer Monsanto. Siehe dazu "Reis aus dem Gentechnik-Labor?" (Download pdf-Datei 127kb).
Quelle: Crop Biotech vom 10. Oktober 2012
Chinas Agrarinvestitionen konzentrieren sich in Asien
7. Oktober 2012: Die Diskussion über das tatsächliche Ausmaß ausländischer Direktinvestitionen in die Landwirtschaft ist besonders kontrovers im Falle Chinas. Eine Studie des International Institute for Sustainable Development (iisd) kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass von 86 gemeldeten chinesischen Agrarprojekten mit insgesamt mehr als 9 Millionen Hektar 55 Vorhaben mit knapp fünf Millionen Hektar bestätigt werden können. Mehr als die Hälfte dieser Flächen liegt in Asien, über eine Million Hektar in Zentralasien, knapp zehn Prozent in Afrika, wo allerdings mehrere Großprojekte mit jeweils 100.000 Hektar und mehr in der Pipeline sein könnten. Während es bislang seinen steigenden Bedarf an Agrarrohstoffen auf dem Weltmarkt deckt, so die Studie "Farmland and Water: China invests abroad", gehe China jetzt zunehmend zu Direktinvestitionen über.
Medaille und Hilfe für die Agrarentwicklung
2. Oktober 2012: Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und China haben ein Abkommen über eine intensivere Zusammenarbeit unterzeichnet. Darin sagt die Regierung unter anderem zu, die Agrarausbildung in Ländern des globalen Südens zu verstärken: Nach offiziellen Angaben arbeiten bereits jetzt mehr als 900 chinesische Agrarexperten in Afrika, Asien, der Karibik und der Südpazifik-Region. Umgekehrt will die FAO in China Pflanzenschutz, Verarbeitung und Umweltmaßnahmen, Tierhaltung, Fischerei und Aquakultur sowie die Weiterentwicklung der Agrarpolitik unterstützen. Außerdem überreichte FAO-Generaldirektor da Silva Premier Wen Jiabao die Agricola-Medaille, die höchste Auszeichnung der FAO, für den "wichtigen Beitrag Chinas zur internationalen Ernährungssicherheit".
Quelle: FAO-Pressemitteilung vom 2. Oktober 2012
China sichert sich Maislieferungen aus der Ukraine
21. September 2012: Im Gegenzug für einen Kreditrahmen von 3 Milliarden US-Dollar wird die Ukraine jährlich 3 Millionen Tonnen Mais an China liefern. Ein entsprechendes Abkommen soll im kommenden Monat unterzeichnet werden, sagte der Landwirtschaftsminister der Ukraine. Beobachter vermuten, dass die Kredite für den Kauf chinesischer Agrartechnologie verwendet werden sollen. Die Getreidemenge reicht aus, um Chinas Bedarf an Maiseinfuhren für das kommende Jahr zu decken. Allerdings wird erwartet, dass die Nachfrage schnell steigen wird und das Land möglicherweise in zehn Jahren der größte Mais-Importeur weltweit sein könnte.
Quelle: Agrimoney vom 20. September 2012
Deutsch-chinesische Forschungspartnerschaft
12. September 2012: Die Robert-Bosch-Stiftung hat ein Forschungsprojekt ausgeschrieben, in dem deutsche und chinesische Wissenschaftler-Teams gemeinsam und interdisziplinär neue Methoden für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen erarbeiten sollen. Die Laufzeit beträgt bis zu drei Jahre. Weitere Informationen
US-Industrie verdrängt bäuerliche Schweinehaltung
9. August 2012: In den ersten vier Monaten 2012 stiegen die Ausfuhren von Schweinefleisch aus den USA nach China gegenüber dem Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor um 142 Prozent. Damit könnte China bald Mexiko und Japan als die bislang größten Importeure von US-Schweinefleisch überflügeln. Ein Grund ist, dass die Produktionskosten der durchindustrialisierten Fleischerzeugung in den USA nur halb so hoch sind wie in China, trotz steigender Futtermittelkosten. Die Importe setzen die kleinbäuerlichen Betriebe in China unter Druck und beschleunigen die Entstehung von industriellen Mastfabriken, viele davon Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-amerikanischen Marktführer Smithfield.
Quelle: Tom Philpott in Mother Jones vom 27. Juni 2012
Futter für Chinas Schweine - nach Soja jetzt Mais?
6. August 2012: Seit seinem Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO 2001 hat sich China zum größten Importeur von Soja entwickelt. Als preiswertes Futtermittel machte es den Aufschwung der Fleischindustrie möglich. Allerdings wurden Millionen einheimische Sojabauern aus dem Markt gedrängt und die massive Ausweitung des Sojaanbaus in Lateinamerika beflügelt. Angesichts steigender Maisimporte warnt GRAIN jetzt vor einer ähnlichen Entwicklung: Während sich US-amerikanische Farmer und Agrarkonzerne über die steigende Nachfrage freuen, droht eine Wiederholung der Agrartransformation, wie sie die Sojaimporte im vergangenen Jahrzehnt ausgelöst hatten. Besonders in Afrika könnte sich dadurch die Landnahme durch Agrarinvestoren beschleunigen. Siehe auch den Beitrag: "Der Preis für das 'gute Leben'".
Argumente für Ökolandbau in China und anderswo
1. August 2012: Nachdem die Regierung in Peking 1994 das White Paper zu ökologischer Landwirtschaft vorgelegt hat, wurden "Öko-Gemeinden" mit mehreren Millionen Hektar Land gefördert. Auf der anderen Seite verursacht der anhaltende massive Einsatz von Chemiedünger und Pestiziden schwere Umweltschäden, obwohl Modellrechnungen zeigen, dass eine Umstellung auf organischen Dünger die Erträge nicht beeinträchtigen würde. Das steht in der Studie "Asia at the Crossroads" von ActionAid, in der konventionelle und nachhaltige Landwirtschaft in der Autonomen Provinz Guangxi in China, ferner in Kambodscha, Myanmar, Thailand und Vietnam verglichen werden. Schlussfolgerung und Empfehlung: Organischer Landbau sollte weitaus stärker als bislang gefördert werden.
US-Konzern setzt auf Schweinezucht
31. Juli 2012: Genus, eines der weltweit führenden Tiergenetik-Unternehmen, will seine Position auf dem chinesischen Markt ausbauen. In einem Joint Venture mit Shaanxi Yangling BeSun Agricultural Group sollen jährlich bis zu 10 Millionen Schlachtschweine gezogen werden. China erzeugt und verbraucht mit 52 Millionen Tonnen die Hälfte des weltweit vermarkteten Schweinefleisches und gilt deshalb bei den ausländischen Konzernen als wichtiger Zukunftsmarkt. Da Viehfutter importiert werden muss, empfehlen manche Anlageberater angesichts der steigenden Weltmarktpreise für Getreide dennoch, Genus-Anteile eher zu verkaufen.
Quelle: Agrimoney vom 31. Juli 2012
Schädlingsbefall beeinträchtigt Ernteaussichten
12. Juli 2012: Das Landwirtschaftsministerium meldet einen steigenden Schädlingsbefall. Danach sind bereits 23 Millionen Hektar betroffen, vor allem in den Reisanbaugebieten im Süden des Landes, 21 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt. Aussichten auf eine neuerliche Reis-Rekordernte seien dadurch beeinträchtigt, zumal befürchtet wird, dass sich die betroffene Fläche verdreifachen könnte.
Quelle: China Daily vom 11. Juli 2012
Versorgungssicherheit durch Auslandsinvestitionen
15. Juni 2012: Ungewöhnlich direkt berichtete die englischsprache Tageszeitung China Daily kürzlich über das Engagement chinesischer Agrarinvestoren im Ausland. Demnach importierte beispielsweise das Getreideunternehmen Chongqing Grain Group (CGG) von einer 200.000 Hektar großen Farm im brasilianischen Bahia im vergangenen Jahr 400.000 Tonnen Sojabohnen nach China. Mit einem Investitionsprogramm von 500 Millionen US-Dollar will das Staatsunternehmen die Sojaproduktion in Brasilien ausbauen. Auch die Zhejiang Fudi Agriculture Group will zwei Soja-Farmen in Brasilien aufbauen. Durch die Ausschaltung der internationalen Getreidehändler wie ADM, Bunge, Cargill und Louis Dreyfus, die jetzt die meisten Importe nach China abwickeln, könnten rund 20 Prozent Kosten gespart werden, schätzt ein Wissenschaftler der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften. Auch bei Palmöl versucht das Land, eigene Versorgungsquellen zu erschließen: Der Energieriese ZTE kaufte zwei Unternehmen in Indonesien (Kalimantan), denen 13.000 Hektar mit Ölpalmen gehören. "China benötigt einen bestimmten Prozentsatz an Nahrungsmitteln aus dem Ausland", erklärt der Vizepräsident von ZTE.
Quelle: China Daily vom 8. Juni 2012
EU und China kooperieren im Agrarbereich
13. Juni 2012: Die Europäische Union und China haben einen Kooperationsplan für die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung unterzeichnet. Dabei geht es vor allem um 'weiche' Themen wie Lebensmittelsicherheit und ökologischen Landbau. Die EU, deren Agrarexporte im vergangenen Jahr einen Rekordstand von 105 Milliarden Euro erreichten, ist seit Jahren bemüht, ihren Agrarhandel mit China ausweiten, der bislang weit hinter den USA und Brasilien, von denen das Land vor allem Viehfutter und Baumwolle bezieht, zurückliegt. Unter anderem hofft sie auf eine weitere Steigerung der Fleischexporte.
Quelle: Bloomberg, 11. Juni 2012
Nationaler Bericht über Nachhaltige Entwicklung
Anfang Juni 2012 hat die Regierung eine Bestandsaufnahme über die Fortschritte Chinas seit 2001 bei der Umsetzung der nationalen Strategie nachhaltiger Entwicklung vorgelegt. Der Bericht analysiert bestehende Lücken und Schwierigkeiten, umreisst zukünftige strategische Initiativen und formuliert Chinas Position in wichtigen Fragen, die beim UN-Gipfel Rio+20 diskutiert wurden. Behandelt werden darin unter anderem die nachhaltige Nutzung von Ressourcen, darunter auch Land und Wasser, Umweltschutz und Antworten auf den Klimawandel.
Quelle und Link: iisd-Meldung vom 6. Juni 2012
Solidarische Landwirtschaft in China
2. Juni 2012: Solidarische Landwirtschaft (Community Supported Agriculture) ist im Aufwind: VerbraucherInnen geben bäuerlichen Betrieben eine Abnahmegarantie oder Kredit, dafür erhalten sie Lebensmittel, von denen sie wissen, wie sie produziert wurden. Auch in China wächst die Zahl solcher Gemeinschaften. Berichte darüber sind der Schwerpunkt des ersten Food Safety Newsletter, der im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Dialogs EU-China erscheint. Vier weitere Ausgaben rund um das Thema Nahrungsmittelsicherheit sind geplant.
Neuer Handelsriese auf dem Weltagrarmarkt
31. Mai 2012: Mit der Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Gavilon ist der japanische Marubeni-Konzern zu einem der größten Getreidehändler der Welt geworden. Mit schätzungsweise 42 Millionen Tonnen im Jahr würde er beispielsweise den US-Marktführer Cargill überflügeln. Mit dem Einkauf sichert sich Marubeni Zugang zu Mais- und Sojalieferungen aus den USA, um unter anderem den chinesischen Markt zu beliefern. Nach Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums werden die chinesischen Importe von Mais im kommenden Jahr um 40 Prozent, von Soja um 8,9 Prozent auf eine Rekordhöhe von 61 Millionen Tonnen steigen.
Seit der Nahrungsmittelpreiskrise 2008 steigen japanische Handelshäuser verstärkt in den globalen Agrarhandel ein, wobei sie bislang vorrangig in Lateinamerika einkauften. Anfang des Jahres vereinbarte Marubeni zudem mit Chinas größtem Hersteller von Viehfutter, der New Hope Group, die Zusammenarbeit in aufstrebenden Märkten in Afrika, dem Nahen Osten, Osteuropa und Südamerika.
Quellen: agrimoney vom 29. Mai 2012; farmlandgrab vom 23. Januar 2012
Milchviehbestand in Neuseeland explodiert
15. Mai 2012: Die Nachfrage nach Milchprodukten in China treibt den Milchviehbestand in Neuseeland nach oben. Nach offiziellen Angaben wuchs er zehn Mal schneller als die Bevölkerung. Damit stieg auch der Futtermittelanbau, auf Kosten des Nahrungsmittelanbaus. Das Genossenschaftsunternehmen Fonterra, der größte Exporteur von Milchprodukten weltweit, baut seine Position in China aus (siehe Nachricht vom 13. April 2012). Umgekehrt gehört Neuseeland neben Australien zu den Ländern, in denen chinesische Unternehmen intensiv versuchen, Milchfarmen zu erwerben.
Quelle: Agrimoney vom 14. Mai 2012
Sind Chinas Agrarprojekte in Afrika 'lebende Tote'?
3. Mai 2012: Die erste Kritik an der ehrgeizigen neuen Datenbank zu ausländischen Investitionen in Agrarland (Land Matrix) hat nicht lange auf sich warten lassen: Nach Auffassung der Afrika-Expertin Deborah Brautigam ("The Dragon's Gift: The Real Story of China in Africa") sind die Angaben, nach denen China in Afrika mit über drei Millionen Hektar neben Indien der größte Land grabber sei, falsch. Großprojekte wie ein Ölpalmenprojekt in der Demokratischen Republik Kongo von 2,8 Millionen Hektar wären "seit Jahren tot", andere würden lediglich von chinesischen Baufirmen im Auftrag anderer Investoren durchgeführt.
Quelle: farmlandgrab vom 30. April 2012. Siehe dazu auch farmlandgrab vom 2. Mai 2012.
Führender Milchexporteur baut Basis in China aus
13. April 2012: Als Teil der Expansion in "aufstrebende Märkte" will die neuseeländische Genossenschaft Fonterra, weltweit führender Exporteur von Milchprodukten, das Geschäft in China ausweiten. Bis 2020 soll die Produktion um das 20fache gesteigert werden. Das Unternehmen betreibt bereits zwei Verarbeitungsbetriebe, drei weitere sind geplant. Alle befinden sich in der Provinz Hebei, um den kaufkräftigen Markt in Beijing zu bedienen. Fonterra will eine integrierte Produktionskette aufbauen, um von der steigenden Nachfrage nach höherwertigen Produkten und dem Image-Bonus, den ausländische Unternehmen angesichts des Melamin-Skandals geniessen, zu profitieren.
Quelle: Agrimoney vom 12. April 2012
Milliarden für die Landwirtschaft
12. März 2012: Mit umgerechnet 195 Milliarden US-Dollar will die Regierung im kommenden Jahr die Agrarindustrie und die ländlichen Gebiete unterstützen, eine Steigerung um fast 18 Prozent. Schwerpunkte sind die Förderung der Getreideproduktion, die in dieser Saison nach Angaben des Agrarministers um acht Prozent niedriger ausfallen könnte als im Vorjahr, eine wirksamere Wassernutzung und um mehr als 50 Prozent höhere Ausgaben für die Agrarforschung, besonders für Saatgut. Um einen Anstieg der Maisimporte zu bremsen, soll die Verwendung für die Äthanolerzeugung eingeschränkt werden.
Quelle: Agrimoney, 5. März 2012