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Oktober 2011: Weniger Antibiotika in Chinas Tierfabriken?

13. Oktober 2011: Seit einigen Jahren wird in China die industrielle Tierhaltung massiv vorangetrieben. Jetzt gibt es möglicherweise ein Umdenken beim massiven und regelmäßigen Einsatz von Antibiotika. Anzeichen dafür ist eine Meldung, dass das Agrarministerium ein Verbot von Antibiotika als Wachstumsbeschleuniger in Viehfutter angekündigt hat. Es wird geschätzt, dass in China im Jahr 97.000 Tonnen Antibiotika als Futtermittelzusatz verwendet werden, mehr als sechsmal so viel wie in den USA. Quelle: Mother Jones

Oktober 2011: Gen-Reis kommt vorerst nicht auf den Acker

6. Oktober 2011: Als im November 2009 zwei gentechnisch veränderte Reis- und eine Maissorte eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhielten (Siehe den Beitrag "Reis aus dem Gentechnik-Labor?"), sahen besorgte Beobachter darin einen Durchbruch für gv-Nahrungsmittel. Jetzt hat das Agrarministerium anscheinend beschlossen, zumindest die Kommerzialisierung von gv-Reis und gv-Weizen vorerst auszusetzen. Gründe dafür können die breite Ablehnung unter Wissenschaftlern und Verbraucherorganisationen, Zweifel an der Unbedenklichkeit und der Wirtschaftlichkeit sein. Dagegen gehen anscheinend die Planungen für eine Zulassung von gv-Mais, der bereits zunehmend als Viehfutter importiert wird, weiter. Quelle: GM Watch

September 2011: Bauern erzwingen Überprüfung von Landtransfers

September 2011: Hunderte Bauern protestierten mehrere Tage lang gegen den Verkauf von Ackerland an Bauunternehmen in der südchinesischen Provinz Guangdong, einem der wichtigsten Industriezentren des Landes. Es gab Zusammenstöße mit der Polizei, ein Regierungsbüro und eine Polizeistation wurden verwüstet. 'Land grabs' sind weit verbreitet, da Unternehmen, Behörden und korrupte Beamte an der Umwandlung in Bauland kräftig profitieren. Proteste werden durch Sicherheitskräfte meist schnell beendet. In diesem Fall griffen sie auf mehrere andere Ortschaften über. Die Bauern forderten die Rückgabe des Landes oder zumindest ausreichende Entschädigung. Nach Verhandlungen versprachen Regierungsvertreter unter anderem, zurückliegende Landtransfers zu überprüfen.

Quelle: Reuters, 24.9.2011. Siehe dazu auch den Beitrag in New York Review vom 22.12.2011.

August 2011: Chinesische Agrarexperten schlagen Alarm

8. August 2011: Wissenschaftler der Chinese Academy of Agricultural Sciences, die Daten des Agrarministeriums ausgewertet haben, berichten, dass Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in der Wintersaison brach liegen, weil Arbeitskräfte wegen besserer Verdienstmöglichkeiten in die Städte gehen. Dadurch würde die Reisernte um rund 10 Prozent niedriger ausfallen, schätzen sie. In jüngster Zeit hat China verstärkt Getreide wie Mais und Weizen eingeführt. Agrarminister Han Changfu gekräftigte jedoch in einem Interview, dass "China nicht beabsichtigt, zur Versorgung seiner Bevölkerung auf Importe angewiesen zu sein." Quelle: Xinhua, August 8, 2011

Juli 2011: China steigert Agrarinvestitionen in Brasilien

28. Juli 2011: Da Landerwerb durch ausländische Unternehmen in Brasilien erschwert worden ist, investieren chinesische Firmen zunehmend in Infrastrukturprojekte,  im Austausch gegen Agrarprodukte, und in Agrarunternehmen. Die beiden Länder ergänzen sich ideal, da Brasilien Soja und Mais, die China dringend benötigt, in großen Mengen liefern kann und zudem als das Land mit den größten ungenutzten Landreserven gilt. Durch seine Investitionen wolle China nicht nur seine langfristige Versorgung sichern, schreibt die niederländische Rabobank in einer neuen Studie, sondern angesichts der Schuldenprobleme der USA auch sein Anlagen-Portfolio diversifizieren. Quelle: farmlandgrab, July 28, 2011

Februar 2011: Trockenheit in China stellt die Agrarfrage

9. Februar 2011: Eine Trockenheit von historischem Ausmaß bedroht die Ernte von Getreide in Chinas wichtigsten Anbauregionen. Obwohl Aussagen über den tatsächlichen Ernteausfall noch verfrüht sind und das Land über erhebliche Reserven verfügen dürfte, könnte dadurch die Spekulation die Getreidepreise weiter in die Höhe treiben, die nach Angaben der UN-Ernährungsorganisation FAO nur noch 11 Prozent unter dem Höchststand im April 2008 liegen. Und sie wirft erneut ein Schlaglicht auf die Agrarkrise, die sich in China zusammenbraut, und könnte der in Gang gekommenen Debatte über die Agrarpolitik weiteren Auftrieb geben. Siehe dazu die aktuelle Broschüre "Landwirtschaft in China".

Januar 2011: Das Recht auf Nahrung in China

14. Januar 2011: "Beeindruckt" zeigt sich der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, von der Ernährungssicherheit in China. Gleichzeitig warnt er in seinem Bericht davor, dass sie durch den Rückgang landwirtschaftlicher Nutzfläche und die Vertreibung von Bauern gefährdet sein könnte und spricht sich für eine stärkere Förderung nachhaltiger Anbaumethoden aus. Außerdem weist er auf die Benachteiligung der ländlichen Gebiete gegenüber den Städten und die prekäre Situation der Millionen Arbeitsmigranten hin. Mehr. Siehe auch globe-spotting-Thema 'Landwirtschaft China'

August 2010: Coca-Cola reinigt den Yangtze

18. August 2010: Gemeinsam mit der Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) will Coca-Cola die Wasserqualität im Yangtze verbessern. Zum Beispiel sollen Bauern Dung anstatt in den Fluss in Biogasanlagen leiten. Die Initiative des Konzerns, der in China 39 Abfüllanlagen für Flaschenwasser betreibt und bereits mehr als die Hälfte des Marktes für Softdrinks beherrscht, ist Teil einer umfassenden Expansionsstrategie. Rückschläge wie im südindischen Plachimada, wo die Firma 2004 ihre Anlage schließen musste, weil sie die lokale Wasserversorgung beeinträchtigte, haben dazu geführt, dass sie verstärkt mit Umweltinitiativen ihrem Image aufzuhelfen versucht.

Quelle: Knowledge(at)Wharton. Siehe auch "Privatisierung der Wasserversorgung in China"

Dezember 2009: Gentech-Reis in China

9. Dezember 2009: Nach der Unbedenklichkeitsbescheinigung durch das zuständige Komitee des Landwirtschaftsministeriums befürchtet Greenpeace China, dass der kommerzielle Einsatz von gentechnisch verändertem Reis und Mais näher rückt. Für Genforschung und Agrokonzerne wäre das ein lange ersehnter Durchbruch in den Anbau von Nahrungsmitteln.

Mehr dazu im taz-blog Save our Seeds

Dezember 2009: China und Weltbank gemeinsam in Afrika

4. Dezember 2009: In einem Interview mit der Financial Times berichtet Weltbank-Präsident Robert Zoellick von Plänen, dass China und die Weltbank gemeinsam die Ansiedlung von arbeitsintensiven Produktionsbetrieben, etwa für Spielzeug und Schuhe, in Afrika vorantreiben wollen. China, das sich erstmalig an der Finanzierung von Weltbank-Programmen für die ärmsten Länder beteiligt und vor einem Monat 10 Milliarden US-Dollar für zinsgünstige Kredite für Afrika versprach, könnte damit dem Vorwurf begegnen, es sei nur an Afrikas Ressourcen, nicht aber an Entwicklung interessiert.

Quelle: Financial Times

November 2009: Monsanto-Forschungszentrum in China

4. November 2009: Das US-Unternehmen Monsanto, weltweit führend in Agro-Gentechnologie, eröffnet in Beijing ein Forschungszentrum. Dadurch soll die Zusammenarbeit mit einheimischen Forschungsinstitutionen intensiviert werden. Nach Brasilien und Indien ist dies das dritte Zentrum ausserhalb der USA. Das Unternehmen arbeitet bereits mit verschiedenen chinesischen Einrichtungen wie der Chinese Academy of Agricultural Science (CAAS) und Universitäten wie der Huazhong Agricultural University unter anderem bei der Entwicklung von Saatgut zusammen und ist seit 2001 an einem Gemeinschaftsunternehmen mit der China National Seed Group Corp., einer Tochter der Sinochem Corp., beteiligt.

Quelle: www.monsanto.com

Juli 2009: Wasserprivatisierung in China

Juli 2009: Wenig ist bekannt darüber, was die Wasserkonzerne Suez/Ondeo, Veolia, RWE/Thames Water oder BerlinWasser in China treiben. Proteste wie in Manila, geschweige denn wie in Cochabamba gibt es anscheinend nicht. Zumindest einen ersten Einblick bietet jetzt eine Studie der chinesischen Nichtregierungsorganisation Xinjiang Conservation Fund.

Eine Besprechung gibt es hier