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Archiv: Tausend Alternativen - News

 

Alternativen: News 2011

September 2011: Ausgezeichneter Kampf gegen Agrarinvestoren

29. September 2011: Die Organisation GRAIN, die soziale Bewegungen bei ihrem Kampf für ein Agrarsystem auf der Basis von gemeinschaftlicher Kontrolle und gegen die Gentechnologie und den Verlust von biologischer Vielfalt unterstützt, wird mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren hat sie vor allem die Diskussion um den Landkauf durch Finanzinvestoren publik gemacht und mit dem Aufbau einer Internet-Datenbank (farmlandgrab.org) dokumentiert.

Oktober 2011: Konkurrenz der Afrika-Philanthropen

25. Oktober 2011: Howard G. Buffet, Sohn des Finanzmagnaten Warren Buffet, und dessen gleichnamige Stiftung rufen zu einer "Braunen Revolution" in Afrika auf. Sie setzen sich damit ab von der Unterstützung der Bill&Melinda Gates Foundation für eine neue "Grüne Revolution" (AGRA). Beide wollen vorangig Afrikas kleinbäuerlicher Landwirtschaft helfen, doch Buffet rückt dabei das Problem der ausgelaugten landwirtschaftlichen Böden in den Mittelpunkt. Statt moderner Inputs wie Chemiedünger, wie sie die Grüne Revolution favorisiert, soll die Bodenfruchtbarkeit durch innovative und nachhaltige "biologische landwirtschaftliche Systeme" und durch Conservation Agriculture verbessert werden. Die "kühne neue Aktionsrichtung" wird in dem BuchThe Hungry Continent: African Agriculture and Food Insecurity vorgestellt.

Juni 2011: Oxfam-Kampagne für eine Agrarwende

1. Juni 2011: Angesichts steigender Nahrungsmittelpreise startet Oxfam eine internationale Kampagne für eine "zukunftsfähige Landwirtschaft, ein neues ökologisches Zeitalter und mehr Verteilungsgerechtigkeit bei Nahrungsmitteln". Regierungen sollten dafür unter anderem die Marktransparenz verbessern, Nahrungsmittelreserven anlegen, Finanzspekulation regulieren, die Förderung von Agrartreibstoffen beenden und den Wandel zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft unterstützen, unter anderem indem Frauen Zugang zu Land und anderen Ressourcen erhalten. Freiwillige Leitlinien sollen helfen, Land grabbing zu verhindern. Der Bericht "Growing a Better Future" liefert Hintergrundinformationen (Link), eine deutsche Kurzfassung auf der Website der Kampagne "Mahlzeit".

Siehe dazu auch die Kampagne "Meine Landwirtschaft": Link

Mai 2011: Olivier De Schutter fordert Systemwechsel

2. Mai 2011: Zum Auftakt seiner zweiten Amtszeit als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung hat Olivier De Schutter eine Erklärung veröffentlicht, in der er eine Bilanz der vergangenen drei Jahre zieht und zukünftige Schwerpunkte anreisst. Darin warnt er nicht nur - zum wiederholten Male - davor, dass die Nahrungsmittelkrise dazu genutzt wird, die industrielle Landwirtschaft voranzutreiben anstatt die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken. Er kündigt auch an, stärker Themen aufzugreifen, die bislang eher randständig sind wie die Rechte von Frauen, die Fischerei und die Auswirkungen der Förderung von Agrartreibstoffen auf das Recht auf Nahrung. Um den Druck auf Regierungen, den notwendigen Systemwechsel in der Agrarproduktion herbeizuführen, zu erhöhen, setzt er auf breite soziale Bewegungen weltweit.

April 2011: Beratung über die Land-Leitlinien der FAO

18. April 2011: Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO lädt dazu ein, bis zum 16. Mai in einere-consultation die "Nullnummer" der unter ihrer Leitung erarbeiteten "Freiwilligen Richtlinien" für die Landbesitzpolitik (Fischgründe und Wälder eingeschlossen) zu kommentieren. Inzwischen liegen auch die gesammelten Anmerkungen zivilgesellschaftlicher Organisationen vor: Download (pdf-Datei 199 kb).

April 2011: Bolivien: 'Mutter Erde' wird Rechtssubjekt

11. April 2011: In Bolivien gibt es eine breite Zustimmung in Regierungspartei und sozialen Bewegungen, durch eine Verfassungsänderung der Natur die gleichen Rechte einzuräumen wie Menschen. Neben dem Recht auf Leben, auf sauberes Wasser und Luft würde das auch ein Verbot genetischer Veränderungen von Pflanzen und Tieren und einen Schutz gegen große Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte beinhalten. Auf dieser Grundlage soll die lokale Bevölkerung das Recht bekommen, Umweltzerstörungen, wie sie zum Beispiel der Bergbau verursacht, zu kontrollieren. Die neuen Gesetze würden die Industrie "transparenter machen", verspricht Undarico Pinto vom einflussreichen Kleinbauernverband, und "die Menschen in die Lage versetzen, die Industrie auf der nationalen, regionalen und lokalen Ebene zu regulieren". Quelle:Guardian

Februar 2011: WSF-Erklärung zu "Land grabbing"

13. Februar 2011: Beim jüngsten Weltsozialforum, das in der zweiten Februarwoche in Dakar, Senegal, stattfand, wurde eine Erklärung verabschiedet, in der unter anderem die lokalen Behörden und Regierungen im Süden aufgefordert werden, die Rechte der Landnutzer zu verteidigen, anstatt einseitig die Exportlandwirtschaft zu fördern. Vorerst liegt diese Erklärung "Appel de Dakar contre les accaparements de terres"anscheinend nur in französich vor.

Februar 2011: Recht auf Nahrung - Forderungen an die G-20

5. Februar 2011: In einem Kommentar für den BlogProject Syndicate formuliert der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, acht Forderungen an die G-20, um der Ernährungskrise dauerhaft zu begegnen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die Stärkung von bäuerlichen Organisationen und ein gesicherter Zugang zu Land. Eine Übersetzung des Textes bei Weltwirtschaft&Entwicklung 

Januar 2011: Mobilisierung für eine andere Agrarpolitik

25. Januar 2011: Mit einer neuen Kampagne "Meine Landwirtschaft - Unsere Wahl" wollen zahlreiche Organisationen aus dem Agrar-, Umwelt- und Entwicklungsbereich die erfolgreiche Mobilisierung für die Demonstration "Wir haben es satt" am 22. Januar in Berlin fortsetzen und den Druck für eine Agrarwende in Europa bis zur Entscheidung über die EU-Agrarreform im Jahr 2012 verstärken. Die Website bietet aktuelle Informationen, Dokumente und Stellungnahmen zur EU-Agrarpolitik sowie Mitmach-Aktionen.

Januar 2011: Das Recht auf Nahrung in China

14. Januar 2011: "Beeindruckt" zeigt sich der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, von der Ernährungssicherheit in China. Gleichzeitig warnt er in seinem Bericht davor, dass sie durch den Rückgang landwirtschaftlicher Nutzfläche und die Vertreibung von Bauern gefährdet sein könnte und spricht sich für eine stärkere Förderung nachhaltiger Anbaumethoden aus. Außerdem weist er auf die Benachteiligung der ländlichen Gebiete gegenüber den Städten und die prekäre Situation der Millionen Arbeitsmigranten hin. Mehr. Siehe auch globe-spotting-Thema 'Landwirtschaft China'News

 

Alternativen: News 1010

Dezember 2010: Zulassungsstop für Genpflanzen gefordert

9. Dezember 2010: In einer Petition, initiiert von Greenpeace und Avaaz, fordern eine Million Europäerinnen und Europäer von der EU-Kommission ein Moratorium auf die Zulassung von Genpflanzen, bis eine unabhängige und wissenschaftliche Institution zur Risikobewertung solcher Pflanzen eingerichtet ist. In Deutschland unterschrieben über 124.000 Menschen den Aufruf gegen Genpflanzen - in Frankreich war die Beteiligung an dieser ersten europäischen Bürgerinitiative, die der Lissabon-Vertrag vorsieht, sogar noch höher. Siehe dazu auch Gentechnikfreie Regionen

November 2010: Wiedergeburt der ländlichen Regionen

17. November 2010: Wie sähe die europäische Agrarpolitik wohl aus, wenn sie von zivilgesellschaftlichen Organisationen bestimmt würde? Einen Tag bevor die EU-Kommission die Eckpunkte ihrer Road Map für eine neue Gemeinsame Agrarpolitik (Common Agriculture Policy, CAP) vorstellen will, legt die Agricultural and Rural Convention 2020 (arc2020), ein Netzwerk zahlreicher europäischer Gruppen, ihre eigenen Vorstellungen für eine neue Politik zu Ernährung, Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung vor. Ihre zentrale Forderung nach "nachhaltiger Landwirtschaft überall" gilt sowohl für Europa selbst wie auch für die Exportstrategie und Entwicklungspolitik der EU. Notwendig sei eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung der ländlichen Regionen, an der sich auch die Politik in anderen Bereich der EU orientieren sollte. Text des Reformvorschlags und eine deutsche Kurzfassung.

Juni 2010: NGO-Dialogforum für Ernährungssicherheit

28. Juni 2010: Ein neues Internet-Forum soll zivilgesellschaftlichen Organisationen helfen, Informationen auszutauschen, politische Positionen und Kampagnenstrategien abzustimmen, um die Arbeit des Committee on World Food Security (CFS), das Mitte Oktober in Rom tagen wird (siehe Veranstaltungen), und des Global Agriculture and Food Security Programme (GAFSP) mit seinem von der Weltbank verwalteten Treuhandfonds zu beeinflussen.

Anmeldung bei http://foodnutgov.ning.com

Mai 2010: Ökologischer Anbau bringt höhere Erträge

9. Mai 2010: In einer Langzeitstudie haben Forscher der Iowa State University nachgewiesen, dass Erträge von Mais und Soja in ökologischem Anbau den herkömmlichen Anbau übertreffen können. Die Untersuchungen, die gemeinsam mit Bauern und nach kommerziellen Kriterien durchgeführt wurden, zeigten zudem, dass aufgrund niedrigerer Kosten die Éinnahmen im Schnitt doppelt so hoch waren.

Quelle:Third World Network

März 2010: Globale Aktionstage gegen "Monsantosierung"

8. März 2010: Mit unterschiedlichen Aktionen will die Kampagne "Kein Patent auf Leben" in den kommenden Monaten auf das Ansteigen der Patentanmeldungen auf Saatgut aufmerksam machen. So wird am 21. Juli eine Grundsatzentscheidung des Europäischen Patentamtes in München über ein Patent auf die konventionelle Züchtung von Brokkoli erwartet. Zahlreiche Organisationen unterstützen einen globalen Aufruf gegen die fortschreitende Monopolisierung von Saatgut, Tieren, Lebensmitteln und Genen.

Februar 2010: Frauen bearbeiten das Land, aber es gehört ihnen nicht

17. Februar 2010: Eine neue Datenbank liefert Informationen über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Zugang zu Land in 78 Staaten. Sie erfasst dabei sowohl staatliche als auch traditionelle Regelungen von Nutzungsbefugnissen, Eigentums- und Erbrechte, internationale Abkommen sowie Institutionen und zivilgesellschaftliche Gruppen, die zu Landbesitz arbeiten.

Bereitgestellt wird die Gender and Land Rights Database von der FAO, der UN-Organisation für Ernährungs und Landwirtschaft

Januar 2010: 'Faire Milch' - Aus deutschen Landen

20. Januar 2010: Bislang waren 'fair' gehandelte Produkte ein Kennzeichen für Versuche, der globalen Marktmacht der Handelskonzerne etwas entgegen zu setzen. Jetzt wehren sich Milchbauern gegen die hiesige lokale Marktmacht der Groß-Molkereien: Seit heute finden Verbraucher in (teilnehmenden) Tegut- und Rewe-Filialen "Die faire Milch" - ohne Gentechnik im Futter, das vorwiegend aus Südamerika eingeführt werden muss, und zu fairen Preisen für die Milchbauern. "Andere Molkereien sollten dem Beispiel folgen und Gen-Futter aufgeben", meint Greenpeace.

 

Alternativen: News 1009

November 2009: Die Botschaft des 'Weltagrarrats'

19. November 2009: In einer 40-seitigen Zusammenfassung werden die wesentlichen Ergebnisse des sogenannten Weltagrarberichts vorgestellt, der eine grundlegende Wende zugunsten bäuerlicher Landwirtschaft empfiehlt. Ausserdem geht heute die Internetseite zum Bericht online, mit Hintergrundinformationen zu Themen des Berichts und Vorschlägen zum Handeln. Siehe dazu den globe-spotting-Beitrag 'Vergebliche Liebesmüh'? (Download)

Oktober 2009: Aufruf gegen "Monsantisierung"

21.Oktober 2009: Unterstützt von Bauernverbänden in Europa, Asien und Südamerika startet die Koalition "Keine Patente auf Saatgut" einen globalen Appell an Regierungen und Patentämter, Patente auf Tiere und Pflanzen zu verbieten und dadurch zu verhindern, das Landwirte immer abhängiger werden von Konzernen wie Monsanto. Gleichzeitig stellt der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, einen Bericht vor, in dem er davor warnt, dass Patente auf Saatgut Hungerkrisen verstärken können.

Oktober 2009: Tansania stoppt Agrartreibstoffe - vorläufig

5. Oktober 2009: Nach heftigen Protesten von Bauern, die von ihrem Land vertrieben wurden, kündigt die Regierung an, keine neuen Projekte für Agrartreibstoffe zuzulassen, bis neue Regelungen ausgearbeitet sind. Von Schweden und Norwegen erhielt die Regierung bereits 3,1 Millionen US-Dollar für die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine "nachhaltige Biotreibstoff-Industrie". Das Tanzania Investment Centre hat 2,5 Millionen Hektar Land identifiziert, die für Investmentprojekte "geeignet" seien.

Quelle:The East African, 5. Oktober 2009

Oktober 2009: Weltagrarbericht kompakt

1. Oktober 2009: Der im April 2008 veröffentlichte Weltagrarbericht (IAASTD) fordert einen grundlegenden Wandel in landwirtschaftlicher Forschung, Entwicklung und Praxis, um Hunger und Armut zu bekämpfen. Die wesentlichen Aussagen über nachhaltige Landnutzung und ökologischen Landbau wurden jetzt auf Deutsch vorgelegt -"kompakt und verständlich".

Die Studie als Download (pdf-Datei, 797 kb). Zum Weltagrarrat auch ein Kommentar: "Vergebliche Liebesmüh'?"

 

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