Globe Spotting

Themendienst

Reportagen & Analysen

 

Archiv: Tausend Alternativen - Literatur

ActionAid: Argumente für Ökolandbau in China und anderswo (2012)

Nachdem die Regierung in Peking 1994 das White Paper zu ökologischer Landwirtschaft vorgelegt hat, wurden "Öko-Gemeinden" mit mehreren Millionen Hektar Land gefördert. Auf der anderen Seite verursacht der anhaltende massive Einsatz von Chemiedünger und Pestiziden schwere Umweltschäden, obwohl Modellrechnungen zeigen, dass eine Umstellung auf organischen Dünger die Erträge nicht beeinträchtigen würde. Das steht in der Studie "Asia at the Crossroads" von ActionAid, in der konventionelle und nachhaltige Landwirtschaft in der Autonomen Provinz Guangxi in China, ferner in Kambodscha, Myanmar, Thailand und Vietnam verglichen werden. Schlussfolgerung und Empfehlung: Organischer Landbau sollte weitaus stärker als bislang gefördert werden.

Asia at the Crossroads.Prioritising Conventional Farming or Sustainable Agriculture? (pdf-Datei 1,1mb) February 2012 (ActionAid

African Centre for Biosafety: Saatgut und Ernährungssouveränität in Südafrika (2012)

Kleinbauern brauchen einen besseren Zugang zu geeignetem Saatgut, zu dessen Produktion und Verteilung. Diese 'Saatgut-Souveränität' ist zentral für Ernährungssouveränität. Um sie unterstützen, bietet die Studie einen Überblick über die Strukturen des Saatgutsystems in Südafrika, die Vor- und Nachteile des verfügbaren Saatguts, die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Rolle des öffentlichen Sektors bei Herstellung und Verteilung. Damit sollen zugleich Ansatzpunkte für politische Intervention aufgezeigt werden.

African Centre for Biosafety, South Africa's Seed Systems: Challenges for food sovereignty. May 2012. Link

Alternativen aus dem Süden zur EU-Handelspolitik (2012)

Die Bestandsaufnahme "Southern Alternatives to EU Trade Policy" ist entstanden im Rahmen der Alternative Trade Mandate Alliance, einer Allianz von Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften, Menschenrechts-, Bauern- und Migrantengruppen. Die Beiträge, die von Autorinnen und Autoren aus Ländern des globalen Südens verfasst wurden, analysieren neben den Auswirkungen der EU-Politik vor allem Ansätze für Alternativen, unter anderem im Agrarbereich, im Wassersektor, im Bergbau und für Landnutzungsrechte. Dabei entstehen anschaulich die Umrisse von Entwicklungsperspektiven, die sich an den Rechten und Anforderungen der Menschen, besonders der ärmeren Bevölkerungsgruppen, und der Erhaltung der natürlichen Umwelt orientieren.

Southern Alternatives to EU Trade Policy. July 2012. Link 

Aoel: Fair zum Boden (2011)

Der Verlust der fruchtbaren Böden und damit die Gefährdung von Landwirtschaft und Ernährung hat in den vergangenen Jahren trotz der UN Convention to Combat Desertification (UNCCD) nur geringe öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Mit dem steigenden Interesse von Agrarinvestoren ändert sich das jetzt. Erst kürzlich hat die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) auf den alarmierenden Zustand der Böden weltweit hingewiesen (State of the World's Land and Water Resources for Food and Agriculture, SOLAW). Das Themenheft 2011 der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) stellt die Bedeutung, die der Schutz der Böden hat, heraus und zeigt auf, welchen Beitrag der Bio-Landbau dabei leistet. Mit weiterführenden Informationen.

Fair zum Boden. Herausgegeben von Aoel, Mai 2011. Link (pdf-Datei, 4,5 MB)

Siehe dazu auch den globe-spotting-Beitrag "Die Quadratur des Kreises" über den FAO-Bericht.

Barilla Center: Rettet die Pasta vor der Tonne! (2012)

26. Dezember 2012: Verschwendung und Verluste von Nahrungsmitteln bewegen auch weiterhin die Ernährungs-Diskussion. Jetzt hat auch das Barilla Center for Food & Nutrition des italienischen Pasta-Herstellers einen Text ("Food waste: Causes, impacts and proposals") erstellen lassen, der sich (selbst)kritisch mit dem Nahrungsmittelsystem auseinandersetzt und Initiativen vorstellt, wie den Verlusten begegnet werden könnte. Siehe dazu auch die FDCL-Publikation "Verlorene Ernte".

Barilla Center for Food & Nutrition, Food waste: Causes, impacts and proposals. 2012

Gérard Choplin, u.a., Ernährungssouveränität für Europa (2011)

März 2011: Die Diskussion um die Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik (GAP) ist in vollem Gange (Siehe die Kampagnenseite deutscher Organisationen). Einer der zivilgesellschaftlichen Beiträge dazu ist das Konzept der Ernährungssouveränität, das vom internationalen Bauernnetzwerk Via Campesina entwickelt wurde und inzwischen breite Akzeptanz hat. Für eine hochindustrialisierte, global stark integrierte Landwirtschaft wie die europäische würde seine Durchsetzung eine radikale Wende erfordern. Ausserdem bietet das Büchlein eine knappe Einführung in die europäische Landwirtschaftspolitik.

Gérard Choplin, u.a., Ernährungssouveränität. Für eine andere Agrar- und Lebensmittelpolitik. Wien 2011 (Mandelbaum Verlag)

Der kritische Agrarbericht 2012: Argumente für eine andere Landwirtschaft

Obwohl die deutsche und europäische Agrarpolitik jeden und jede in vielfältiger Weise und auch sehr unmittelbar, in wesentlichen Lebensbereichen, betreffen, sind sie doch für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Die Hintergrundberichte im Kritischen Agrarbericht, die zusammenfassenden Jahresrückblicke zu den einzelnen Themenbereichen und die dezidierten Positionen, die in den zahlreichen Einzelbeiträgen zu dem umfassenden Themenspektrum bezogen werden, helfen, die vielen Aspekte des Agrarsystems, seiner Auswirkungen auf Umwelt, Ernährung, Produktionsbedingungen der Landwirtschaft und Interessen unterschiedlicher Akteure sowie seiner weltwirtschaftlichen Verflechtungen und Einflüsse auf andere Regionen zu sortieren. Seit 20 Jahren veröffentlicht das AgrarBündnis, ein Zusammenschluss von Verbänden der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, des Tierschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Kirchen jetzt schon diese agrar- und umweltpolitische Bestandsaufnahme. Der Schwerpunkt der Ausgabe 2012 reflektiert den Aufschwung, den alternative Konzepte und Bewegungen angesichts der Problematik der konventionellen Landwirtschaft, die sich in Nahrungsmittel-Skandalen, Land grabbing und den gegenwärtigen Reformbemühungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zeigt, haben: "Zusammen arbeiten - für eine andere Landwirtschaft". Dabei stehen die kritische Auseinanderung mit der Agrarentwicklung und der Politik in Europa sowie die Forderungen an ihre Umorientierung im Vordergrund  - und es eröffnen sich Ansatzpunkte, wo für die Umsetzung alternativer Konzepte und einer nachhaltigen Landwirtschaft angesetzt werden kann.

Landwirtschaft 2012. Der kritische Agrarbericht. Hintergrundberichte und Positionen zur Agrardebatte. Herausgegeben vom AgrarBündnis, Januar 2012 (ABL Verlag). Bis auf die Jahresrückblicke ist die aktuelle Ausgabe auch Online zugänglich, ebenso wie die früheren Berichte.

DITSL: Ökologischer Landbau und Fairer Handel (2009)

Im Auftrag des Weltladen-Dachverbandes und des Ökoverbandes Naturland haben Wissenschaftler zahlreiche Studien zum Thema 'Fairer Handel und ökologischer Landbau' ausgewertet. Die Literaturstudie zeigt die positiven wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wirkungen. Gerade für Kleinbauern, die trotz schwieriger Bedingungen oft sehr produktiv sind, sind demnach Öko-Landbau und Fairer Handel eine überzeugende Perspektive. Die Studie ist Teil einer zweijährigen Kampagne, die die beiden Verbände seit Oktober 2009 durchführen.

Deutsches Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (Hg.), Ökologischer Landbau und Fairer Handel in Entwicklungsländern. Möglichkeiten nachhaltiger Ertragssteigerung und Beitrag zu Ernährungssicherung und Entwicklung. Status quo und Potenzialanalyse. Witzenhausen, Juli 2009. Bezug als pdf-Datei (Download) bei Naturland oder Weltladen-Dachverband

Joyce D'Silva/John Webster, Krisenfaktor Fleischindustrie (2010)

August 2010: Auch wenn der Titel etwas irreführend suggeriert, die Fleischindustrie befände sich in einer Krise, so ist doch unübersehbar, dass die industrielle Fleischproduktion ins Gerede gekommen ist - nach BSE, Gammelfleisch oder Käfighaltung ist es jetzt ihr Beitrag zum Klimawandel. "The Meat Crisis" stellt diese und weitere schädliche Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von Tierfarmen dar, zeigt aber auch alternative Haltungsmethoden und Handlungsmöglichkeiten auf und diskutiert ethische und religiöse Auseinandersetzungen mit tierischen Nahrungsmitteln.

Joyce D'Silva and John Webster (eds.), The Meat Crisis. Developing More Sustainable Production and Consumption. London (Earthscan) August 2010

Dyttrich/Wuhrer, (Land)wirtschaft zum Glück (2012)

2. Oktober 2012: Publikationen über Solidarische Ökonomie haben Konjunktur. Darüber, wie eine neue, solidarische Landwirtschaft aussehen kann, die Erhaltung der Umwelt und wirtschaftlichen Erfolg vereint, kommen die meisten Beispiele bislang aus den Ländern des globalen Südens. So auch in diesem Buch mit Projekten aus Indien, Philippinen und Nicaragua. Projekte aus der Schweiz zeigen aber, dass auch in Industrieländern eine andere Landwirtschaft möglich ist. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Texte zu Selbstverwaltung und Genossenschaften in der Schweiz und Deutschland in anderen Bereichen wie Industrie, (Finanz)dienstleistungen und Medien (Die Wochenzeitung, Rotpunktverlag).

Bettina Dyttrich, Pit Wuhrer (Hrsg.), Wirtschaft zum Glück. Solidarisch arbeiten heute, weltweit. Zürich (Rotpunktverlag) 2012. Leseprobe

Engels/Brandes, Stichproben: Soziale Bewegungen in Afrika (2011)

Im Unterschied zu Asien und Lateinamerika gibt es für Afrika, abgesehen vom Südlichen Afrika, relativ wenig wissenschaftliche Forschung über Gewerkschaften, Bewegungen von Landarbeitern oder feministische Organisationen. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Umbrüche werden soziale Bewegungen jedoch immer wichtiger, indem sie neue Kräfteverhältnisse konstituieren. Alle Beiträge der Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien sind auch als pdf-Dateien zugänglich.

Stichproben 20/2011, Social Movements in Africa, edited by Bettina Engels und Nikolai Brandes. Link

Siehe dazu auch den Informationsdienst Pambazuka

Simon Fairlie, Fleisch, ja bitte .... (2010)

September 2010: .... aber anders erzeugt. Simon Fairlie zeigt an zahlreichen Beispielen die Vorzüge einer angepassten Tierhaltung: Schweine als Resteverwerter, grasende Rinder, zusätzlich mit Stroh gefüttert, würden nicht nur Abfälle verringern, sondern auch mehr Getreide für die Ernährung übrig lassen. Fairlie nimmt auch die Berechnungen über den Beitrag der Fleischproduktion zum Klimawandel auseinander, eine Ehrenrettung für die extensive Viehhaltung. Nicht der Mensch als Fleischesser sei das Problem, so die Schlußfolgerung seiner faktenreichen Auseinandersetzung unter anderem mit Argumenten für einen völligen Verzicht, sondern die Industrie.

Simon Fairlie, Meat: a Benign Extravagance. (Hyden House) September 2010

GM Watch: Bahnbrechende Züchtungserfolge - ohne Gentechnik (2011)

Oktober 2011: Um die Akzeptanz der Agro-Gentechnologie zu verbessern, melden die Life Sciences-Unternehmen regelmäßig neue 'Wunderpflanzen'. Damit betreiben sie politische Lobbyarbeit, um die Gentechnologie als Lösung für die vielfältigen Probleme der Landwirtschaft - von geringen Erträgen über Krankheitsanfälligkeit bis hin zum Klimawandel - zu etablieren. Erfolgsgeschichten mit anderen Züchtungsverfahren werden dagegen kaum bekannt, ihre breite Anwendung kaum gefördert.

Der Informationsdienst GM Watch stellt solche bahnbrechenden Züchtungserfolge auf Non-GM Successes vor.

Silke Helfrich/Heinrich Böll Stiftung, Die Rückkehr der Commons (2012)

Die akuten Krisen des globalen Systems haben zu einer Wiederentdeckung der Allmende, der Gemeingüter beziehungsweise der Commons geführt, gemeinschaftlich genutzten Ressourcen, die im Zuge der privaten Aneignungen seit dem 17. Jahrhundert mehr und mehr zurückgedrängt wurden. Diese Wiederbelebung erfolgt zudem in einer Situation, in der als Lösungsstrategie für die Krisen gerade eine neue Welle der "Einhegungen" und privaten Inbesitznahme natürlicher Ressourcen erfolgt, gleichzeitig die Konstruktion neuer Ressourcen wie des Internets und ihrer Kontrolle heftig umkämpft sind. Die eindrucksvolle Textsammlung mit Beiträgen aus rund 30 Ländern zeigt an vielen Beispielen, wo es überall auch heute noch ähnliche Formen gibt, aber auch wodurch sie bedroht sind. Vor allem aber zeigt sie, dass die Idee sich als anregende Triebkraft erweist, um neue innovative Ansätze und Projekte sozialer Beziehungen, der Selbstorganisation, der Zusammenarbeit und kollektiver Eigentumsformen zu denken und auszuprobieren, die - so die Hoffnung - das Potenzial haben, die dominate gesellschaftliche Form zu werden. Die Beiträge geben damit zugleich Einblick in die vielfältigen Ansätze, die Commons-Theorie weiterzuentwickeln, ihre politische Begründung zu vertiefen und die Bedingungen, zu denen beispielsweise die ambivalente Rolle des Staates gehört, zu reflektieren, wie die breit gefächerten Initiativen zu einer gesellschaftlichen Transformation beitragen könnten.

Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.), Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat. Bielefeld (transcript Verlag) 2012.

Siehe dazu auch den deutschen commonsblog und seine internationale Version, sowie den historischen Gastbeitrag anlässlich der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises an Elinor Ostrom für ihre Forschungen zu Allmende (Commons)

Uwe Hoering, Agrar-Kolonialismus in Afrika (2007)

Uwe Hoering, Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich. Hamburg (VSA-Verlag) 2007

Selbstbestimmte Lösungen können die Probleme von Afrikas Landwirtschaft überwinden - das zeigen viele Beispiele. Doch sie sind gefährdet, wenn es dem Machtkartell von Wirtschaft, Regierungen und internationalen Entwicklungsorganisationen gelingen sollte, seine Vorstellungen einer "Grünen Revolution" durchzusetzen.Download (pdf-Datei 0,9 MB)

Anita Idel, Die Kuh als Sündenbock (2010)

Dezember 2010: Das Bild der Kuh als Sündenbock ist zwar schief, drückt aber aus, was Anita Idel mit ihrem Buch zeigen will: Die Schuldzuweisungen an Rinder als Verursacher von Desertifikation, von Klimawandel oder von Hunger, weil sie Getreide fressen anstatt Gras, sind gefälscht. Nicht die Weidehaltung von Rindern verursacht Probleme, sondern die industriellen Fleischfabriken der Agrarindustrie, die die Ernährungsindustrie und die Supermarkt-Theken beliefern. Dem setzt Idel die Alternative von Rindern und ihrer Halter als "Landschaftsgärtner" gegenüber.

Anita Idel, Die Kuh ist kein Klima-Killer! Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können. Marburg (Metropolis) 2010

Al Imfeld, Agrargeschichten aus Afrika (2009)

Dezember 2010: Afrikas Geschichte wurde seit Jahrhunderten von unterschiedlichen Kolonialherrschaften zugerichtet. Die negativen Auswirkungen wie Armut, Abhängigkeit und die Verdrängung kultureller Vielfalt und Eigenständigkeit zeigen sich bis heute. Al Imfeld versucht, die Agrarkultur vor dieser politischen, materiellen und wissenschaftlichen Kolonialisierung zu rekonstruieren, bevor sie durch die gewaltsamen Einflüsse weitgehend verdrängt wurde. Dafür setzt er erzählerisch viele Geschichten zu einem Bild der Agrargeschichte Afrikas zusammen, das, obwohl es sich um Puzzlesteine handelt, den indigenen Reichtum zumindest erahnen lässt. Wie viel davon heute noch für eine Rückkehr zu einer eigenen, selbst bestimmten Agrargeschichte, etwa unter dem Stichwort der "Ernährungssouveränität", tragfähig ist, bleibt offen. Hintergrundmaterial "Decolonizing African Agricultural History" (pdf-Datei 2,13 MB) auf der Website von Imfeld.

Al Imfeld, Elefanten in der Sahara. Agrargeschichten aus Afrika. Zürich 2009 (Rotpunktverlag)

Iowa State University: Höhere Erträge durch organischen Anbau

Die Untersuchung mit Mais und Soja durch Forscher der Iowa State University ist eine der wenigen vergleichenden Langzeitstudien. Sie wurde gemeinsam mit Bauern und nach kommerziellen Kriterien durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Erträge im Anbau nach den Standards des National Organic Program der US-Landwirtschaftsbehörde USDA den herkömmlichen Anbau übertreffen können. Der Verzicht auf Chemiedünger und Pestizide bedeutete auch niedrigere Produktionskosten und damit Éinnahmen, die im Schnitt doppelt so hoch waren.

Kurzfassung der Studie "Organic vs. Conventional Farming Systems"

Journal of Agrarian Change: 'Agribusiness for Development': Who Really Gains? (2009)

Im April 2009 organisierte das Journal of Agrarian Change ein Symposium, das sich kritisch mit dem Weltentwicklungsbericht 2008 der Weltbank, 'Agribusiness for Development', auseinandersetzte. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Auswirkungen der Weltbank-Politik auf kleinbäuerliche Betriebe in Afrika (Kojo S. Amanor), mit den Reaktionen zivilgesellschaftlicher Organisationen auf den Bericht (Matteo Rizzo) und mit Lösungen für Produktivitätsprobleme der Landwirtschaft in Afrika (Philip Woodhouse).

Eine Zusammenfassung von Hannah Bargawi und Carlos Oya: Development Viewpoint, Number 36, September 2009 (pdf-Datei 187 kb).

Die Beiträge können als pdf-Dateien heruntergeladen werden (Wiley InterScience): Journal of Agrarian Change, Volume 9 Issue 2, Pages 155-313 (April 2009)

Gregor Kaiser, (Wieder-)Aneignung genetischer Ressourcen (2012)

Das Buch, eine überarbeitete Doktorarbeit, bietet weit mehr, als Titel und Untertitel versprechen: eine umfassende Darstellung der Enteignung genetischer Ressourcen und ihrer privaten Aneignung durch die Industrie, unterstützt durch die internationale Biodiversitätspolitik. Dem werden Ansätze wie gemeinsame Eigentumsrechte, Commons oder der internationale Saatgutvertrag gegenübergestellt, die versuchen, auch andere gesellschaftliche Gruppen, die mit Fug und Recht als die eigentlichen Eigentümer gelten können, an der Nutzung genetischer Ressourcen zu beteiligen. Zwei Fallstudien  – aus Deutschland und Kenia – vertiefen die Fragestellung, wie alternative Eigentumsrechte umgesetzt werden können.

Gregor Kaiser, Eigentum und Allmende. Alternativen zu geistigen Eigentumsrechten an genetischen Ressourcen. München (oekom) 2012. Leseprobe

Literaturschau, Frauen in der Landwirtschaft (2011)

11. April 2011: Frauen leisten mindestens die Hälfte der Arbeiten, die in den Ländern des globalen Südens in der Landwirtschaft anfallen. Doch lediglich zwischen drei und 20 Prozent der Landbesitzer sind weiblich, eine Folge von Traditionen, Erbrecht und gesetzlichen Regelungen, die Frauen benachteiligen. Gesicherte Landnutzungsrechte für Frauen, zusammen mit besserem Zugang zu Produktionsmitteln und Krediten, könnte die landwirtschaftliche Produktion um 20 bis 30 Prozent steigern, schätzt die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO in ihrem Bericht über die Situation der Landwirtschaft 2011. Dass der Zugang zu Krediten allerdings ein zweischneidiges Schwert ist, zeigt Christa Wichterich am indischen Mikrofinanzsystem auf, durch das besonders Bäuerinnen in die Schuldenfalle geraten sind.

Auch in der Studie von ActionAid steht der unzureichende Zugang von Frauen zu Land als wesentliche Ursache für Ernährungsunsicherheit im Mittelpunkt. Darüber hinaus bietet sie einen Überblick über Frauenarbeit in ländlichen Gebieten. "Land grabbing" und der großflächige Anbau von Agrartreibstoffen würde zu ihrer weiteren Marginalisierung führen, warnt sie. Wie sowohl die Ernährung als auch der Schutz der Wasserressourcen auf der Grundlage herkömmlicher Praktiken gesichert werden kann, beschreibt Shiney Varghese von IATP am Beispiel der indischen Frauenorganisation Tamilnadu Women's Collective.

FAO, The State of Food and Agriculture 2011. Rome 2011. Link

Christa Wichterich, Schuldenfalle in der Landwirtschaft. In: Rundbrief 1/2011, Forum Umwelt und Entwicklung. Download (pdf-Datei 113 kb)

ActionAid, Her Mile. Women's Rights and Access to Land. March 2010. Link

Shiney Varghese, Women at the Center of Climate-friendly Approaches to Agriculture and Water Use. February 2011 (Institute for Agriculture and Trade Policy). Link

Siehe auch die FAO-Datenbank "Gender and Land Rights": Link

Felix zu Löwenstein, Food Crash oder ökologische Invensivierung (2011)

November 2011: Der reisserische Titel passt so gar nicht zur Darstellungsweise dieses Buch. Aus persönlicher Sicht, anschaulich und geradezu erdverbunden beschreibt der Verfasser, der selbst einen Biobetrieb besitzt,  die Probleme und Gefahren der intensiven, chemiebasierten Landwirtschaft, die er dafür verantwortlich macht, dass trotz aller Produktionssteigerung verbreitet Ernährungsunsicherheit und Hunger herrschen, und die - deshalb der Titel - in den Zusammenbruch führe. Als Alternative wirbt er für den "neuen Weg", die Intensivierung der ökologischen Landwirtschaft, und veranschaulicht das mit zahlreichen Beispielen, aber auch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und wirtschaftlichen Argumenten. Dass er dabei als Funktionär mehrerer ökologischer Verbände auch pro domo spricht, tut der sachlichen Argumentation keinen Abbruch. Eher trägt es dazu bei, Informationen und Sachverhalte, die zum Teil so oder ähnlich auch anderswo zu lesen sind, in ein neues Licht und einen größeren, praxisorientierten Zusammenhang zu stellen.

Felix zu Löwenstein, Food Crash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr. (Pattloch Verlag) 2011

Christa Müller, Die Rückkehr der Gärten in die Stadt (2011)

März 2011: Sollten einst die "Schrebergärten" vor allem der städtischen Arbeiterklasse ein nahrhaftes Zubrot bringen, so wollen die Aktivisten des Urban Gardening heute sehr viel mehr: Gemeinschaftsgärten gelten ihnen als Sozialräume neuen Typs, als Orte des Widerstands gegen die neoliberale Ordnung, bieten Antworten auf vielfältige Wachstumskrisen und die Unwirtlichkeit der Städte, und sollen über die Idylle grüner Oasen hinaus Konzepte individueller und städtischer Selbstversorgung entwickeln. Ob sie das Zeug haben, "neue Wohlstandsmodelle" und "neue Formen der Politik" zu schaffen, bleibt abzuwarten. Einen Anstoß zur Neuorientierung von Städteplanung, kommunaler Politik und der Nutzung öffentlicher Räume bieten sie allemal.

Christa Müller (Hg.), Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt. München 2011 (oekom). Die Website zum Buch. Siehe auch den Beitrag "Landwirtschaft in den Städten"

Jeffry K.O'Hara, Bauernmärkte bringen Einkommen und Arbeitsplätze (2011)

August 2011: Obwohl diese Studie der Union of Concerned Scientists die Situation von Bauernmärkten in den USA, wo sich deren Zahl seit 2000 auf über 6000 mehr als verdoppelt hat, analysiert und Empfehlungen für ihre stärkere Unterstützung durch den Staat macht, enthält sie zahlreiche Einsichten und Anregungen, die auch für die Entwicklung lokaler und regionaler Ernährungssysteme in Europa oder in Ländern des Südens hilfreich sind.

Market Forces: Creating Jobs through Public Investment in Local and Regional Food Systems, by Jeffry K.O'Hara. August 2011

Politics of agroecology alternatives (2011)

In March 2011, Olivier De Schutter, the UN Rapporteur for the Right to Food, released a report: "Agroecology and the right to food" before the UN Human Rights Council in Geneva. Based on an extensive review of recent scientific literature, the report demonstrates that agroecology, if sufficiently supported, can double food production in entire regions within 10 years whilie mitigating climate change and alleviating rural poverty. The report therefore calls States for a fundamental shift towards agroecology as a way for countries to feed themselves while addressing climate- and poverty challenges. The Journal of Peasant Studies (JPS 38:1)) offer contribution to this debate in the form of two articles on agroecology co-authored by two of the most important scholars on this topic. Both papers are available free in the JPS website.

The agroecological revolution in Latin America: rescuing nature, ensuring food sovereignty and empowering peasants. By Miguel Altieri and Victor Manuel Toledo. JPS 38:1, 161-191. Download (pdf)

The Campesino-to-Campesino agroecology movement of ANAP in Cuba: social process methodology in the construction of sustainable peasant agriculture and food sovereignty. By Peter Michael Rosset et al. JPS 38:3, 587-612. Download (pdf)

Colin Poulton, Agrarpolitik und Demokratie in Afrika (2012)

Es ist eine Binsenweisheit, dass der Agrarsektor insgesamt und die bäuerliche Landwirtschaft insbesondere von Regierungen und Entwicklungsorganisationen vernachlässigt wurden. Dafür gibt es eine Reihe unterschiedlicher Gründe, darunter das wirtschaftliche Gewicht der Agrarindustrie und das geringe Steueraufkommen durch Subsistenzlandwirtschaft. Trotzdem ist es verwunderlich, da in vielen Ländern die Bevölkerungsmehrheit immer noch in ländlichen Regionen lebt, also für Mehrheiten bei Wahlen politisch entscheidend sein sollte. Welche Zusammenhängen zwischen Demokratie, Agrarpolitik und ländlicher Entwicklung bestehen, dieser Frage geht diese Publikation anhand von Fallstudien über Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Malawi, Mosambik, Ruanda und Tansania nach: Unter welchen Umständen investiert die Politik in die Landwirtschaft?

Colin Poulton, Democratisation and the Political Economy of Agricultural Policy in Africa. July 2012(pdf-Datei, 975kb)

Geplant sind weitere Veröffentlichungen zu diesen Fragestellungen. Siehe dazu die Website und die Konferenz im März 2013.

Jorgen Randers, Prognose 2052: Optimistisch, trotz Katastrophe (2012)

Die "Grenzen des Wachstums", die im gleichnamigen Bericht des Club of Rome von 1972 beschworen wurden, sind überschritten, jetzt ist die Frage, welche Folgen und Auswirkungen das haben wird. So prognostiziert Randers beispielsweise für die Ernährungssituation, dass es in 40 Jahren "genug Getreide und Hühnerfleisch sowie etwas Fisch geben wird - außer für die Armen". In anderen Kapiteln wird versucht, die Folgen für Bevölkerungsentwicklung und Konsum, für Energie und CO2-Emissionen, für die "nicht-materielle Zukunft" und für den "Zeitgeist" zu erfassen. Prognosen für die unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Regionen, darunter die USA, China und die anderen großen Schwellenländer, runden das Bild ab. Insgesamt, so die Zusammenfassung des Blicks in die Glaskugel, wird es weniger Wachstum geben - von Bevölkerung, Wirtschaft, Produktivität und Konsum. Millionen Menschen und ganze Regionen werden weiterhin im Elend leben, soziale Konflikte und Kämpfe um Ressourcen zunehmen. Das Erklärungsgrundmuster hierfür, das von einer Fülle von Informationen, Einschätzungen und Vermutungen umrankt wird, besteht aus Klimawandel, Weltbevölkerung sowie Kapitalismus und Demokratie mit ihrem kurzfristigen Zeithorizont, die dazu führen, dass erste Ansätze für ein Umsteuern nicht reichen werden, um die Katastrophe noch abzuwenden.

Jorgen Randers, Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre. München (oekom) 2012. Leseprobe 

Peter M. Rosset, Via Campesina - eine transnationale soziale Bewegung (2010)

Der Beitrag analysiert den Ursprung und die Entwícklung des Netzwerks von Bauernorganisationen. Entstanden zunächst in Lateinamerika in den 1980er Jahren, als sich der Staat aus den ländlichen Regionen weitgehend zurückzog und sich damit Spielräume für selbständigere Organisierung eröffneten, beteiligte sich Via Campesina in den 1990er Jahren zunehmend an der internationen Diskussion. Dadurch rückte es zunehmend in eine Führungsposition bei den Kämpfen. In jüngster Zeit gewinnen Gender-Themen und der Widerstand gegen transnationale Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Zentrale Themen der Entwicklung waren der Kampf um die Anerkennung des Konzepts der Ernährungssouveränität, die Stärkung der internen Strukturen und die Bemühungen, eine gemeinsame Identität zu entwickelt und dadurch einen "Bauern-Internationalismus" zu begründen.

Maria Elena Martinez-Torres & Peter M. Rosset, La Via Campesina: the birth and evolution of a transnational social movement. In: The Journal of Peasant Studies, Vol. 37, No. 1, January 2010, 149-175. Als Download (pdf) bei Landaction

Rural21: Der Genossenschafts-Gedanke lebt! (2012)

Genossenschaften haben keinen guten Ruf, und doch sind sie nicht tot zu kriegen. Das liegt wohl auch daran, dass sie für bäuerliche Landwirtschaft unabdingbar sind, vorausgesetzt, sie werden richtig, das heisst unter anderem: demokratisch organisiert. Der Themenschwerpunkt der Zeitschrift Rural21 gibt einen Überblick über die Diskussion und aktuelle Beispiele, darunter auch die neuen Genossenschaften in China. Alle Texte können als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Suman Sahai, Indiens Saatgutrecht als Modell? (2008)

Indien gehört zu den Ländern, die versuchen, die Freiräume, die die Welthandelsorganisation WTO bei der Ausgestaltung von Patentrechten lässt, mit eigenen Saatgutrechtssystemen auszufüllen. Das indische Gesetz erkennt die wichtige Rolle der Bauern als Züchter an und beschränkt die Rechte kommerzieller Züchter an ihren Sorten auf zertifiziertes Saatgut. Damit läuft es den Intentionen der internationalen Saatgutbranche zuwider und steht daher unter enormen Druck von Kräften, die es zu Fall bringen wollen.

Suman Sahai, Die Rechte der Bauern am Saatgut - das indische Saatgutrecht als Modell für die Entwicklungsländer? Hrsg. Forum Umwelt & Entwicklung; Evangelischer Entwicklungsdienst, Bonn 2008. Bestellung oder Download (pdf-Datei 5,9 MB): EED

Rita Schäfer, Gender und ländliche Entwicklung in Afrika (2012)

Die kommentierte Bibliographie bietet einen Überblick über die Geschlechterforschung und Entwicklungszusammenarbeit in ländlichen Regionen. Ein breites Themenspektrum - von Ressourcenmanagement über Landrechte, Landreformen und Land Grabbing, agrar-ökologisches Wissen, die Folgen des Klimawandels und Ernährungssicherung bis hin zu Wanderarbeit und HIV/AIDS - wird im Hinblick auf Gender-Aspekte behandelt. Einen besonderen Stellenwert hat die Dokumentation der Studien und Diskussionspapiere internationaler Forschungseinrichtungen sowie afrikanischer WissenschaftlerInnen und EntwicklungsexpertInnen.

Rita Schäfer, Gender und ländliche Entwicklung in Afrika. Münster (Lit-Verlag) 2012

unfairtobacco: Alternativen zum Tabakanbau (2012)

8. August 2012: Die Gesundheitsgefährdung durch Rauchen ist hinlänglich bekannt. Doch die Lebens- und Arbeitssituation im Tabakanbau bleibt weitgehend ausgeblendet. Dabei sind Menschenrechtsverletzungen in der überwiegend kleinbäuerlichen Vertragslandwirtschaft verbreitet - Kinderarbeit beispielsweise und Ernährungsunsicherheit. Dazu kommen eine wirtschaftlich häufig prekäre Situation durch die extreme Abhängigkeit von den industriellen Abnehmern und erhebliche Umweltschäden. Die Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) der Weltgesundheitsorganisation WHO strebt unter anderem an, wirtschaftlich tragfähige Alternativen zum Tabakanbau zu unterstützen. Einige solcher Ansätze in Brasilien, Kenia und Bangladesh analysiert jetzt die Studie "Alternative Livelihoods to Tobacco" der Initiative unfairtobacco.

Alternative Livelihoods to Tobacco. Approaches and Experiences. Herausgegeben von Sonja von Eichborn und Laure Norger. Berlin(FDCL) 2012. Download (pdf-Datei 1mb. Bezug: info (at) unfairtobacco.org (5 Euro)

Worldwatch Institute: Architektur einer weltweiten grünen Politik (2012)

Mai 2012: Der diesjährige Bericht "Zur Lage der Welt" des Worldwatch Institute in Washington nimmt die UN-Konferenz Rio+20 Mitte Juni zum Anlass, um sehr umfassend "neue Ideen und Maßnahmen" für einen "geteilten Wohlstand für alle" und die "Architektur einer weltweiten grünen Politik" vorzustellen. Neben einer Auseinandersetzung mit der Wachstumskritik und dem Leitbild der Rio-Konferenz, dem Konzept der Green Economy, werden in den dichten, informativen Texten Lösungsvorschläge für ein breites Spektrum von Problemfeldern vorgestellt - von Stadt- und Verkehrsentwicklung als einem starken Schwerpunkt über Landwirtschaft, Ernährung und Konsumverhalten bis hin zu kommunaler Demokratie und Umverteilung von Arbeit. Umsetzungsvorstellungen bleiben allerdings häufig vage.

Worldwatch Institute (Hg.), Zur Lage der Welt 2012. München (oekom) 2012. Leseprobe über Green Economy

Siehe auch die Studie Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt. Frankfurt (Fischer) 2008 (Kurzfassung, pdf-Datei 1,2 MB)

Worldwatch Institute, Innovativ gegen Hunger und Armut (2011)

20. März 2011: Kern des Berichts sind 25 Fallstudien in Afrika, wie kleinbäuerliche Landwirtschaft zur Beseitigung von Hunger, Armut und Umweltschäden, den drohenden Klimawandel eingeschlossen, beitragen könnte. Ähnliche Einsichten werden inzwischen auch von zahlreichen Regierungen und multilateralen Institutionen verkündet. Die Kernfrage ist allerdings, wie solche optimistisch stimmenden Ansätze verbreitert und verallgemeinert werden können. Die Forderung nach mehr Unterstützung durch den Staat und die Vorschläge für "Innovationen" für die EU-Agrarpolitik, für Institutionen, Governance und politische Reformen bleiben allerdings vage und verengt, da sie sowohl die Macht der Agrarindustrie als auch die Rolle bäuerlicher Organisationen und Bewegungen weitgehend ausblenden.

Worldwatch Institute (Hrsg.), Hunger im Überfluss. Neue Strategien gegen Unterernährung und Armut. Zur Lage der Welt 2011. München (oekom) 2011

Siehe dazu auch: Wer ernährt die Welt? Bäuerliche Landwirtschaft hat Zukunft. Bonn (eed) Mai 2008. Download (pdf-Datei 2,34 MB)

Weitere Texte zum Thema Landwirtschaft - siehe auch Veröffentlichungen