Tausend Alternativen

In vielen Ländern finden sich Beispiele, dass die bäuerliche Landwirtschaft nicht "arm" sein muss. Wenn sie entsprechend gefördert und unterstützt würde, hat sie ein erhebliches Potenzial für Produktionssteigerungen und höhere Einkommen. Bei geringeren Kosten für die Umwelt und die Menschen.

Reisanbau in China: Uphoffs Hoffnung

Nie Fu-qui verstößt gegen so ziemlich alle Regeln des Reisanbaus. Beim Auspflanzen setzt der Bauer aus dem Dorf Bu Tou in der Provinz Zhejiang nicht jeweils ganze Büschel, sondern immer nur einzelne und sehr junge Setzlinge, zudem im Abstand von 40 Zentimetern und exakt in Reihe. Das Feld wird auch nicht geflutet, sondern nur spärlich bewässert. Und Nie Fu-qui verzichtet weitgehend auf Industriedünger, ganz auf Chemie gegen Unkraut und Schädlinge. Da er dennoch höhere Erträge hat, überzeugte die neue, unorthodoxe Methode auch viele seiner Nachbarn.

Der vollständige Text als Download (pdf-Datei 99 kb)

Siehe dazu auch: Reiche Ernte. Eine Erfolgsgeschichte aus Kambodscha. Broschüre 16 Seiten, herausgegeben vom EED: Download (pdf-Datei 1,92 MB), auch in englisch

Tansania: Die Verrückten von Dodoma

„Die Leute bezeichneten mich als verrückt“, sagt Raphael Chinolo und lächelt dabei wie jemand, der es besser weiß. Zwar auf andere Art verrückt als die Gruppe von Europäern, die kurz zuvor mit ihren Mountain Bikes durch das Dorf Chamkoroma gekommen war auf ihrem Weg von Kairo nach Kapstadt, mit Schlamm bedeckt, ausgemergelt und mit von Sonne und Anstrengungen geröteten Gesichtern. Aber auf jeden Fall hielten seine Nachbarn ihn und seine Frau Jessica für durchgeknallt, als sie vor zehn Jahren begannen, auf ihrer Shamba, ihrem Feld, einen drei Meter tiefen Gully zu „verschließen“, eine dieser zahlreichen Erosionsrinnen, die sich während der Regenzeit in reißende Wildwasser verwandeln und die Felder wegfressen.

Text: Bäuerliche Landwirtschaft in Tansania: Download (pdf-Datei 141 kb)

Indonesien: Ölpalmen und Kakao

Das Dorf Marlaung im östlichen Tiefland von Sumatra liegt inmitten eines grünen, wogenden Ozeans von Ölpalmen, der bis an den Horizont reicht und scheinbar endlos darüber hinaus. Ein Meer von Geld, doch die Einwohner von Marlaung haben wenig davon. Dabei gehörte das ganze Land früher ihrer Volksgruppe, den Batak. Doch dann kamen die Plantagen - erst Kautschuk, Tabak und im Hochland Kaffee, seit den 1970er Jahren dann die Ölpalmen. Und da die Batak keine Grundbucheintragungen, Urkunden oder Grundsteuerbescheinigungen vorweisen konnten, erhielten staatliche und private Unternehmen, viele davon in ausländischem Besitz, von der Regierung in Jakarta Konzessionen für zigtausende von Hektar Land.

Text: Bäuerliche Landwirtschaft in Indonesien: Download (pdf-Datei 120 kb)

Brasilien: Der Wert der Landwirtschaft

Die Aufnahme ins Supermarktsortiment gilt auch in Brasilien als ein wichtiger Erfolg für Bio- und FairTrade-Produkte. Der Schritt „raus aus der Nische, rein in die Regale“ signalisiert Akzeptanz und eröffnet die Hoffnung auf höheren Absatz und neue Käufergruppen. Zahlreiche Produkte haben diesen Sprung bereits geschafft: Im Angebot brasilianischer Supermarktketten wie Guanabara und Master finden sich Rohrzucker, Kekse und Süßigkeiten, Wein und Cachaca, der Schnaps für den Caipirinha, ebenso wie organisch angebautes Gemüse, Obstsäfte, Brotaufstrich, Reis, „pommersche“ Bohnen, Naturheilmittel, Mehl, Mate, der traditionelle Tee, Honig und vieles mehr.

Text: Bäuerliche Landwirtschaft in Brasilien: Download (pdf-Datei 134 kb)

Kambodscha: Reisanbau ganz anders

Immer mehr kambodschanische Bauern bauen ihren Reis mit einer neuen Methode an, dem sogenannten "System of Rice Intensification". Sie erzielen mit weniger Saatgut und Wasser und geringerem Arbeitsaufwand höhere Erträge. Anstatt in die Hauptstadt Phnom Penh abzuwandern, bleibt die Landwirtschaft so für sie eine sichere Lebensgrundlage. In der Reportage berichten die Bäuerinnen und Bauern von ihren Erfahrungen, aber auch Wissenschaftler kommen zu Wort, von denen einige die neue Anbaumethode ablehnen.

Broschüre 16 Seiten, herausgegeben vom EED: Download (pdf-Datei 1,92 MB), auch in englisch

Indien: Früchte der Vielfalt

Das richtige Saatgut ist eine entscheidende Voraussetzung für eine gesicherte Ernährung, neben fruchtbarem Boden und ausreichend Wasser. Das gilt erst recht für den Regenfeldbau im zentralindischen Deccan-Hochland. Die Böden sind meist karg, ausgelaugt und steinig. Die Regenzeit ist kurz, heftig und unzuverlässig. Gegen die Launen der Wettergötter lässt sich nichts machen. Doch wie sie das Risiko eines Ernteausfalls verringern können, das wissen die Bäuerinnen - zum Beispiel durch "Satyam Pantalu", die "Pflanzen der Wahrheit".

Broschüre 20 Seiten, herausgegeben vom EED: Download (pdf-Datei 645 kb), auch in englisch

Indien: Wiederaneignung der Agrarkultur

 „Indem die großen Unternehmen und die Marktkräfte den Agrarbereich übernahmen, drängten sie die Hirse, die Felder, auf denen sie wuchs, und die Produzierenden mit ihren Kenntnissen und Fertigkeiten an den Rand“, fasst P.V.Satheesh, Direktor der Deccan Development Society (DDS), die Auswirkungen der „Grünen Revolution“ zusammen. Diese Verdrängung traf insbesondere die Kleinbäuerinnen, die traditionelle Landwirtschaft. Doch die Frauen haben begonnen, das Wissen über die alten, ausgefeilten und lokal angepassten Nutzungssysteme in den Regenfeldbauregionen des indischen Deccan-Hochlandes zurückzugewinnen – und sich den standortgerechten, an Lebens- und Umweltbedingungen angepassten Landbau wieder anzueignen.

Text: Indien - Rückgewinnung der Autonomie: Download (pdf-Datei 112 kb)

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