Who's who?

Selbst wenn man sich auf den Bereich der Alternativen in der Landwirtschaft beschränkt, ist die Zahl der Institutionen, Verbände und Organisationen unüberschaubar. Diese Auswahl listet vor allem zivilgesellschaftliche, bäuerliche und kritische wissenschaftliche Organisationen auf.

African Center for Biosafety

Die unabhängige Organisation mit Sitz in Johannesburg, Südafrika, stellt Informationen, Studien und politische Analysen zu Gentechnologie, biologischer Sicherheit, Biopiraterie, Agrartreibstoffen und der sogenannten Grünen Revolution in Afrika bereit.  Kontakt

Publikationen (Auswahl):

Water Efficient Maize for Africa: Pushing GMO Crops onto Africa. July 2011. Link

The Gates Foundation and Cargill push Soya onto Africa. September 2010. Link

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

Die AbL wurde Ende der 1970er Jahre als Interessenvertretung überwiegend kleiner und mittlerer bäuerlicher Betriebe gegründet, die für eine nachhaltige Landwirtschaft eintreten und sich durch den Deutschen Bauernverband (DBV), der stark von Großbetrieben und der Agrarindustrie dominiert wird, nicht vertreten sahen. Die Entscheidungsstrukturen erlauben einen starken Einfluss der Mitglieder auf die Politik des Verbandes. Außerdem strebt die AbL eine enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen an. In einem kleinen Verlag werden unter anderem die Monatszeitung "Unabhängige Bauernstimme", die über aktuelle Agrarpolitik, Alternativen und Bauernbewegungen in aller Welt berichtet, und das Jahrbuch "Der Kritische Agrarbericht" herausgegeben.

Commons - die Rückgewinnung der Gemeingüter

Die akuten Krisen des globalen Systems haben zu einer Wiederentdeckung der Allmende, der Gemeingüter beziehungsweise der Commons geführt, gemeinschaftlich genutzten Ressourcen, die im Zuge der privaten Aneignungen seit dem 17. Jahrhundert mehr und mehr zurückgedrängt wurden. Diese Wiederbelebung erfolgt zudem in einer Situation, in der als Lösungsstrategie für die Krisen gerade eine neue Welle der "Einhegungen" und privaten Inbesitznahme natürlicher Ressourcen erfolgt, gleichzeitig die Konstruktion neuer Ressourcen wie des Internets und ihrer Kontrolle heftig umkämpft sind. Die Idee erweist sich als anregende Triebkraft, um neue innovative Ansätze und Projekte sozialer Beziehungen, der Selbstorganisation, der Zusammenarbeit und kollektiver Eigentumsformen zu denken und auszuprobieren, die - so die Hoffnung - das Potenzial haben, die dominate gesellschaftliche Form zu werden. Die Websites CommonsBlog und ihr internationales Pendant On the Commons bieten Zugang zu den vielfältigen Ansätzen, die Commons-Theorie weiterzuentwickeln, ihre politische Begründung zu vertiefen und die Bedingungen, zu denen beispielsweise die ambivalente Rolle des Staates gehört, zu reflektieren, wie die breit gefächerten Initiativen zu einer gesellschaftlichen Transformation beitragen könnten.

Siehe dazu: Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.), Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat. Bielefeld (transcript Verlag) 2012.

Siehe dazu auch den historischen Gastbeitrag anlässlich der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises an Elinor Ostrom für ihre Forschungen zu Allmende (Commons)

ETC: Unermüdliche Mahner vor Technologiegefahren

Die Action Group on Erosion, Technology und Concentration mit ihrem Spiritus rector Pat Mooney ist in vielen Bereichen wie pflanzengenetischen Ressourcen, biologische Vielfalt und Klimawandel aktiv, wobei stets die sozial verantwortungsbewusste Entwicklung von Technologien zugunsten der Armen und Marginalisierten und Fragen internationaler Governance und Kontrolle wirtschaftlicher Macht im Vordergrund stehen. Neben der Bereitstellung von Informationen und Analysen über kontroverse Themen wie Gen- und Nanotechnologien erarbeitet sie auch strategische Handlungsalternativen angesichts der negativen sozio-ökonomischen Auswirkungen neuer Technologien. Link

Publikationen (Auswahl):

The Greed Revolution: Mega Foundations, Agribusiness Muscle In On Public Goods. ETC Group Communiqué #108, January/February 2012. Link

Who will control the Green Economy? December 2011 (pdf-Datei 1,6 MB). Link

The Big Downturn? Nanogeopolitics. December 2010 (pdf-Datei 6,5 MB). Link

Geopiracy. The Case Against Geoengineering. October 2010 (pdf-Datei 1,1 MB) Link

Who will feed us? Questions for the Food and Climate Crises. November 2009 (pdf-Datei 4,5 MB) Link

Europäische Koordination für die Erhaltung der Saatgutvielfalt

Die European Coordination for Farmers' Seeds ist ein Netzwerk von Gruppen, die sich für die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt unter der Kontrolle der Bauern und Bäuerinnen einsetzen. Aus dem Informationsaustausch haben sich gemeinsame Positionen entwickelt, auf deren Grundlage versucht wird, die Saatgutgesetzgebung der Europäischen Kommission und internationaler Institutionen zu beeinflussen und die weitere Privatisierung von Saatgut durch Agrarkonzerne zu stoppen. Link

Fahamu und Pambazuka News

Fahamu unterstützt Bewegungen für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit durch Informationen, Diskussionen und Analysen sowie Bildungsangebote. Der wöchentliche Online-Newsletter Pambazuka News bietet ein Gegengewicht gegen die Informationsmacht der kommerziellen Medien. Momentan ist ein Schwerpunkthema die Rolle von China und anderen Schwellenländern in Afrika.

Publikationen (Auswahl): Food Rebellions! Crisis and the Hunger for Justice, by Eric Holt-Giménez and Raj Patel. Link

FIAN

FoodFirst Information and Action Network (www.fian.org) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung einsetzt. Bezugspunkte sind u.a. das Internationale Abkommen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen und die Richtlinien zum Recht auf Nahrung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Das Netzwerk hat Mitglieder in über 50 Ländern, darunter in Deutschland (www.fian.de). Zu den Aktivitäten gehören die Dokumentation von Verstößen, etwa durch Fact Finding Missions, Kampagnen gegen die Vertreibung von Menschen von ihrem Land (Urgent Actions) und Öffentlichkeitsarbeit, um Regierungen, internationale Institutionen und private Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

Publikationen (Auswahl):

Zugang zu Land und das Recht auf Nahrung. Ein Beitrag zur Klärung menschenrechtlicher Anforderungen in Zusammenhang mit dem Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen. März 2011. Als pdf-Datei (1,84 MB) bei FIAN Deutschland

Land Grabbing in Kenya and Mozambique. A report on two research missions - and a human rights analysis of land grabbing. April 2010. Als pdf-Datei bei FIAN

Future Agricultures Consortium

Wie der Name sagt, befasst sich das Konsortium mit den verschiedenen Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft. Angesiedelt beim Institute for Development Studies (IDS), initiiert es Studien und Diskussionen, zum Beispiel die e-Debatte über die Auseinandersetzung, ob große kommerzielle Betriebe stärker gefördert werden sollten.

link zur Website: www.future-agricultures.org

GMWatch

Die Internetseite www.gmwatch.org liefert Nachrichten, Analysen und Materialien über die Auswirkungen genmanipulierter Pflanzen und die Entwicklungen in der Bio- und Gentechnologie. Sie versteht sich mit ihrer "investigativen Arbeit" explizit als kritisches Gegengewicht gegen die Macht und die Propaganda der Biotech-Industrie und ihrer Unterstützer in Wissenschaft, Verbänden und Politik und ist auch an Kampagnen beteiligt. Eine Datenbank und Newsletter, auch auf Deutsch, bieten umfassende Informationen. 

GRAIN

Die internationalen Nichtregierungsorganisation, deren Koordinierungsbüro in Barcelona ist, wurde 1990 gegründet, um eine breite Kampagne gegen den Verlust der biologischen Vielfalt durchzuführen. Für eine nachhaltige Agrarwirtschaft, so die Überzeugung, müssen die Menschen selbst die genetischen Ressourcen und lokales Wissen kontrollieren. Landwirtschaft und ländliche Entwicklung können nicht der Wissenschaft, der Politik oder den Unternehmen allein überlassen werden. Vielmehr müssen die bäuerlichen Gemeinschaften, die die Biodiversität über Jahrhunderte entwickelt und erhalten haben, beteiligt sein. Besondere Besorgnis weckt die moderne Bio- und Gentechnologie mit ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft, insbesondere in Ländern des Südens.

link: www.grain.org

Publikationen (Auswahl):

Seized: The 2008 land grab for food and financial security: download (pdf-Datei 207 kb)

A new Green Revolution for Africa? (December 2007): Download (pdf-Datei 153 kb)

INKOTA-Netzwerk

Ein Themen- und Kampagnenschwerpunkt des ökumenischen Netzwerks entwicklungspolitischer Basisgruppen, Weltläden, Kirchengemeinden und engagierter Einzelpersonen, das sich als Teil der weltweiten globalisierungskritischen Bewegung versteht, ist Welternährung und Landwirtschaft. INKOTA informiert über Hintergründe der Ursachen von Hunger und Themen wie Land Grabbing, Gentechnik und Agrartreibstoffe, versucht, mit Kampagnen und Aktionen Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben und fordert die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Kontakt

Aktuelle Publikationen (Auswahl):

Ernährung global. Unsere Welt zwischen Hunger und Überfluss. südlink 158, Dezember 2011.

UN Special Rapporteur: Anwalt für das Recht auf Nahrung

Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung soll sich unter anderem für dessen vollständige Verwirklichung einsetzen, nach Wegen suchen, wie Hindernisse überwunden werden können und Vorschläge erarbeiten, wie das Millenniumsziel, den Anteil der Hungernden zu halbieren, erreicht werden kann. Am 26. März 2008 folgte der Jurist Olivier De Schutter dem Schweizer Soziologen und Politiker Jean Ziegler auf diesem Posten und hat seither unter anderem zu den Auswirkungen von Agroindustrie, Land grabbing und Vertragslandwirtschaft auf das Recht auf Nahrung Stellung bezogen. Link

Publikationen (Auswahl):

Olivier De Schutter, Gaetan Vanloqueren, The New Green Revolution: How Twenty-First-Century Science Can Feed the World. In: Solutions, Volume 2, Issue 4, p 33-44, August 18, 2011

 

International Land Coalition

Die internationale Allianz (ILC) von über 80 zivilgesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Organisationen setzt sich für den Zugang zu und die Kontrolle über Land für Angehörige ärmerer Bevölkerungsgruppen ein. Zu den Mitgliedern gehören nationale und  internationale nichtstaatliche Organisationen, Bauernverbände, Forschungszentren und Gewerkschaften. Gegenwärtig sammelt sie unter anderem Informationen zur kommerziellen Landnahme, zum Landzugang von Frauen indigenen Völkern und nomadischen Viehhaltern. Im April 2011 startete sie The Land Portal, eine Online-Plattform, um Informationen und Aktivitäten zu Landfragen zusammen zu führen. Zur Website

La Via Campesina

... ist die wichtigste transnationale Bauernorganisation, mit Mitgliedsorganisationen in annähernd 60 Ländern in Asien, Afrika, Europa und Amerika, die Millionen kleinbäuerliche Familienbetriebe, aber auch Landlose, Indigene und Landarbeiter repräsentieren. Gegründet im Mai 1993, hielt sie im Oktober 2008 in Maputo ihre fünfte Internationale Konferenz ab. Durch Solidarität über Grenzen hinweg sollen Geschlechtergleichheit und faire wirtschaftliche Bedingungen gefördert, Land, Wasser, Saatgut und andere natürliche Ressourcen geschützt und eine dezentrale, nachhaltige Agrarwirtschaft geschaffen werden, die vorrangig für die Eigenversorgung und den einheimischen Markt produziert. Mit dem Konzept der "Ernährungssouveränität" hat sie die Definition von "Ernährungssicherheit" um wesentliche Elemente wie Produktionsbedingungen, demokratische Mitbestimmung und staatliche Verantwortung für das Recht auf Nahrung erweitert. Siehe auch Literaturhinweise

Link: www.viacampesina.org, siehe auch European Coordination Via Campesina

Land Deal Politics Initiative (LDPI)

Diese Forschungsinitiative wurde von WissenschaftlerInnen des International Institute of Social Studies (ISS) in Den Haag, dem Institute for Development Studies (IDS) an der Universität Sussex, dem Institute for Poverty, Land and Agrarian Studies (PLAAS) at the Western Cape-Universität in Südafrika und dem Polson Institute for Global Development an der Cornell-Universität in New York ins Leben gerufen. Als ein breites Netzwerk will sie die grundlegenden sozialen und politischen Dynamiken von Landnahmen und Landnutzungsänderungen - besonders von Erwerb, Pacht und Vertragslandwirschaft - untersuchen und damit zu den Debatten um Ursachen und Auswirkungen von 'Land grabbing' beitragen. Sie versteht sich dabei auch als Bindeglied zwischen und kritische Ergänzung zu der Arbeit von politisch orientierten Geberinstitutionen, nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen und politischer Basisarbeit. Dementsprechend wird ein Austausch mit sozialen Bewegungen, AktivistInnen, politischen Entscheidungsträgern und engagierten AkademikerInnen angestrebt. LDPI gehörte zu den Organisatorinnen der wichtigen Konferenz zu 'Land grabbing' im April 2011. Link

Im April 2011 erschienen: Maura Andrew & Hilde Van Vlaenderen, Commercial Biofuel Land Deals & Environment and Social Impact Assessments in Africa: Three case studies in Mozambique and Sierra Leone. Cape Town (LDPI Working Paper 1)

LRAN: Aktionsorientierte Forschung zu Landfragen

Im Land Research Action Network (LRAN) haben sich ForscherInnen zusammengeschlossen, die eng mit Basisbewegungen zu Land und anderen Ressourcenfragen zusammenarbeiten. Sie wollen damit ein kritisches Gegengewicht gegen markt-orientierte Landreform-Konzepte, wie sie zum Beispiel die Weltbank vorantreibt, schaffen und treten für eine umfassende Agrarreform ein. Koordiniert wird die Arbeit unter anderem von Food First in den USA und Focus on the Global South in Thailand.

Publikationen (Auswahl):

Defending the commons, territories and the right to food and water. LRAN Briefing Paper Series, October 2010. Download von farmlandgrab

NaNie NANO

Im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich bislang nur wenige Organisationen kontinuierlich kritisch mit den möglichen Auswirkungen der Nanotechnologie auf die Landwirtschaft. Eine davon ist diese Website, die allerdings zuletzt am 30. Mai 2010 aktualisiert wurde (Stand Juni 2011). Sie stellt einführende Texte und eine recht umfassende Link-Liste bereit, um die kritische Auseinandersetzung mit und den Widerstand gegen die "weitere Drehung der Spirale der Monopolisierung und Chemisierung der landwirtschaftlichen Produktion", die sie durch einen Einsatz der Nanotechnologie erwartet, anzustoßen. Link

Siehe zu Nanotechnologie auch ETC Group und Nanoforum (European Nanotechnology Gateway)

Nyeleni: Manifest für Ernährungssouveränität

Im Februar 2007 verabschiedeten im Dorf Nyéléni in Mali mehr als 500 Vertreter und Vertreterinnen von Bauern-, Fischer- und Hirtenorganisationen, von indigenen Völkern, Landarbeitern, Jugend- und Verbrauchergruppen, Frauen- und Umweltbewegungen aus mehr als 80 Ländern eine Erklärung, die seither die Magna Charta der globalen Bewegung für Ernährungssouveränität ist. Sie definiert Ernährungssouveränität unter anderem als das Recht auf Nahrung, die durch ökologisch verträgliche und nachhaltige Methoden erzeugt wird, und als das Recht auf Selbstbestimmung über Ernährungs- und Agrarsysteme. Sie stellt diejenigen in den Mittelpunkt des Ernährungssystems, die Nahrung erzeugen, verteilen und konsumieren, an Stelle der Dominanz von Märkten und Konzernen. Mehr siehe Nyéléni Declaration und die Abschlusserklärung des Forums Nyéléni Europe 2011. Newsletter

RAPDA: Afrikanisches Netzwerk zum Recht auf Nahrung

Das Netzwerk RAPDA (Réseau africain pour la promotion du droit à l'alimentation) wurde 2008 in Cotonou, Benin, von nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen und Bauernorganisationen aus 18 Ländern Afrikas gegründet. Eines seiner Ziele ist die Umsetzung der FAO-Leitlinien zum Recht auf Nahrung. RAPDA führt zusammen mit Bauernnetzwerken und zivilgesellschaftlichen Organisationen Trainings- und Advocacy-Aktivitäten durch. Website

ROPPA - Netzwerk westafrikanischer Bauernorganisationen

Das Netzwerk Reseau des organisations paysannes et des producteurs agricoles de l'Afrique de l'Quest (ROPPA) wurde im Juli 2000 gegründet. Hintergrund war die voranschreitende regionale Integration in Westafrika, die regionale Märkte schafft, die Dezentralisierung in vielen Ländern, die Spielräume für Akteure wie Bauernorganisationen eröffnet, und die Globalisierung, die die Produzenten unter Konkurrenzdruck setzt. ROPPA möchte in diesem Rahmen eine wettbewerbsfähige und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft erhalten und stärken, um Ernährungssouveränität zu sichern.

SRI: "Reis ist keine Wasserpflanze"

In den 1980er Jahren wurde das 'System zur Intensivierung des Reisanbaus" (System of Rice Intensification, SRI) im Hochland von Madagaskar entwickelt, eine Anbaumethode, die mit weniger Setzlingen und Wasser auskommt und die Abhängigkeit von teuren Produktionsmitteln wie Saatgut, Dünger, Agrochemie oder Maschinen verringern und dennoch hohe Erträge bringen kann. Anfangs von der etablierten Agrarwissenschaft polemisch kritisiert, wird sie heute von vielen Entwicklungsorganisationen ignoriert, trotz ihres Beitrags zur Armutsminderung. Dennoch wird sie zunehmend in immer mehr Ländern praktiziert, darunter Kambodscha, Indien, Äthiopien und ansatzweise auch China. Inzwischen wird sie auch auf Weizen, Zuckerrohr, Mais und traditionelle Nutzpflanzen wie Hirse, Teff oder Linsen angewendet. Zentrale Anlaufstelle für Informationen über diese alternative Anbaumethode ist das SRI International Network and Resources Center am Cornell International Institute for Food, Agriculture and Development (CIIFAD). Link

Siehe dazu den Bericht: Reiche Ernte. Eine Erfolgsgeschichte aus Kambodscha (September 2008, auch in englisch), als Download (pdf-Datei 1,97 MB) von der Website des Evangelischen Entwicklungsdienstes (eed)

Der Weltagrarrat ....

.....wurde 2002 beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) im südafrikanischen Johannesburg angeregt und begann zwei Jahre später mit einer Bestandsaufnahme, welchen Beitrag Wissenschaft und Technologie zu einer ökologisch und sozial verträglichen Weiterentwicklung der Landwirtschaft leisten könnten. Eingesetzt durch die Weltbank, die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO und andere UN-Organisationen, beteiligten sich an dem International Assessment of Agricultural Science and Technology for Development (IAASTD) Vertreter von rund 60 Regierungen, Wissenschaftler, Unternehmen der Agrarindustrie und zivilgesellschaftliche Organisationen. Der Abschlussbericht wurde im April 2008 von annähernd 60 Ländern angenommen. Mit dem Vorwurf, einseitig die industrielle Landwirtschaft und insbesondere die Gentechnologie zu kritisieren, hatten sich zuvor jedoch der Agrarkonzern Syngenta und der Industrieverband CropLife International aus den Beratungen zurückgezogen. Die USA, Australien und Kanada, die lange Zeit im Rat mitgearbeitet und Einfluss auf die Beratungen und Ergebnisse genommen hatten, verweigerten am Ende ihre Unterschrift. Auch Deutschland und die EU haben den Bericht bislang nicht anerkannt.

Siehe dazu den Kommentar: "Verlorene Liebesmüh'? (pdf-Datei 94 kb)

Zur Website des Weltagrarrats

Zur Website der „Freunde des IAASTD“ mit viel Material

Zur Website 'Weltagrarbericht' der 'Zukunftsstiftung Landwirtschaft'