Landbesetzung in Jedlersdorf geräumt

27. April 2012: Gestern ließ das Rektorat der Universität für Bodenkultur (Boku)die Besetzung des von ihr nicht mehr genutzten Versuchsgartens in Jedlersdorf, einem Vorort von Wien, durch eine private Sicherheitsfirma räumen. Das Land war am 17. April, dem "Tag des kleinbäuerlichen Widerstands", besetzt worden, aus Protest gegen Bebauungspläne. Die Felder wurden bereits vorher von Initiativen solidarischer Landwirtschaft genutzt. "Land ist öffentliches Gut", erklären die Besetzer, und "die solidarische und nachhaltige Bewirtschaftung eine zentrale Zukunftsperspektive". Info 

"Agrar-Kolonialismus" jetzt als pdf-Datei

9. Januar 2012: Das Buch "Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich" von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei erhältlich: Download (0,9 MB)

Konkurrenz der Afrika-Philanthropen

25. Oktober 2011: Howard G. Buffet, Sohn des Finanzmagnaten Warren Buffet, und dessen gleichnamige Stiftung rufen zu einer "Braunen Revolution" in Afrika auf. Sie setzen sich damit ab von der Unterstützung der Bill&Melinda Gates Foundation für eine neue "Grüne Revolution" (AGRA). Beide wollen vorangig Afrikas kleinbäuerlicher Landwirtschaft helfen, doch Buffet rückt dabei das Problem der ausgelaugten landwirtschaftlichen Böden in den Mittelpunkt. Statt moderner Inputs wie Chemiedünger, wie sie die Grüne Revolution favorisiert, soll die Bodenfruchtbarkeit durch innovative und nachhaltige "biologische landwirtschaftliche Systeme" und durch Conservation Agriculture verbessert werden. Die "kühne neue Aktionsrichtung" wird in dem Buch The Hungry Continent: African Agriculture and Food Insecurity vorgestellt.

Oxfam-Kampagne für eine Agrarwende

1. Juni 2011: Angesichts steigender Nahrungsmittelpreise startet Oxfam eine internationale Kampagne für eine "zukunftsfähige Landwirtschaft, ein neues ökologisches Zeitalter und mehr Verteilungsgerechtigkeit bei Nahrungsmitteln". Regierungen sollten dafür unter anderem die Marktransparenz verbessern, Nahrungsmittelreserven anlegen, Finanzspekulation regulieren, die Förderung von Agrartreibstoffen beenden und den Wandel zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft unterstützen, unter anderem indem Frauen Zugang zu Land und anderen Ressourcen erhalten. Freiwillige Leitlinien sollen helfen, Land grabbing zu verhindern. Der Bericht "Growing a Better Future" liefert Hintergrundinformationen (Link), eine deutsche Kurzfassung auf der Website der Kampagne "Mahlzeit".

Siehe dazu auch die Kampagne "Meine Landwirtschaft": Link

Olivier De Schutter fordert Systemwechsel

2. Mai 2011: Zum Auftakt seiner zweiten Amtszeit als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung hat Olivier De Schutter eine Erklärung veröffentlicht, in der er eine Bilanz der vergangenen drei Jahre zieht und zukünftige Schwerpunkte anreisst. Darin warnt er nicht nur - zum wiederholten Male - davor, dass die Nahrungsmittelkrise dazu genutzt wird, die industrielle Landwirtschaft voranzutreiben anstatt die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken. Er kündigt auch an, stärker Themen aufzugreifen, die bislang eher randständig sind wie die Rechte von Frauen, die Fischerei und die Auswirkungen der Förderung von Agrartreibstoffen auf das Recht auf Nahrung. Um den Druck auf Regierungen, den notwendigen Systemwechsel in der Agrarproduktion herbeizuführen, zu erhöhen, setzt er auf breite soziale Bewegungen weltweit.

Weitere Nachrichten 2011:

April 2011: Beratung über die Land-Leitlinien der FAO

18. April 2011: Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO lädt dazu ein, bis zum 16. Mai in einer e-consultation die "Nullnummer" der unter ihrer Leitung erarbeiteten "Freiwilligen Richtlinien" für die Landbesitzpolitik (Fischgründe und Wälder eingeschlossen) zu kommentieren. Inzwischen liegen auch die gesammelten Anmerkungen zivilgesellschaftlicher Organisationen vor: Download (pdf-Datei 199 kb).

April 2011: Bolivien: 'Mutter Erde' wird Rechtssubjekt

11. April 2011: In Bolivien gibt es eine breite Zustimmung in Regierungspartei und sozialen Bewegungen, durch eine Verfassungsänderung der Natur die gleichen Rechte einzuräumen wie Menschen. Neben dem Recht auf Leben, auf sauberes Wasser und Luft würde das auch ein Verbot genetischer Veränderungen von Pflanzen und Tieren und einen Schutz gegen große Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte beinhalten. Auf dieser Grundlage soll die lokale Bevölkerung das Recht bekommen, Umweltzerstörungen, wie sie zum Beispiel der Bergbau verursacht, zu kontrollieren. Die neuen Gesetze würden die Industrie "transparenter machen", verspricht Undarico Pinto vom einflussreichen Kleinbauernverband, und "die Menschen in die Lage versetzen, die Industrie auf der nationalen, regionalen und lokalen Ebene zu regulieren". Quelle: Guardian

Februar 2011: WSF-Erklärung zu "Land grabbing"

13. Februar 2011: Beim jüngsten Weltsozialforum, das in der zweiten Februarwoche in Dakar, Senegal, stattfand, wurde eine Erklärung verabschiedet, in der unter anderem die lokalen Behörden und Regierungen im Süden aufgefordert werden, die Rechte der Landnutzer zu verteidigen, anstatt einseitig die Exportlandwirtschaft zu fördern. Vorerst liegt diese Erklärung "Appel de Dakar contre les accaparements de terres" anscheinend nur in französich vor.

Februar 2011: Recht auf Nahrung - Forderungen an die G-20

5. Februar 2011: In einem Kommentar für den Blog Project Syndicate formuliert der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, acht Forderungen an die G-20, um der Ernährungskrise dauerhaft zu begegnen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die Stärkung von bäuerlichen Organisationen und ein gesicherter Zugang zu Land. Eine Übersetzung des Textes bei Weltwirtschaft&Entwicklung 

Januar 2011: Mobilisierung für eine andere Agrarpolitik

25. Januar 2011: Mit einer neuen Kampagne "Meine Landwirtschaft - Unsere Wahl" wollen zahlreiche Organisationen aus dem Agrar-, Umwelt- und Entwicklungsbereich die erfolgreiche Mobilisierung für die Demonstration "Wir haben es satt" am 22. Januar in Berlin fortsetzen und den Druck für eine Agrarwende in Europa bis zur Entscheidung über die EU-Agrarreform im Jahr 2012 verstärken. Die Website bietet aktuelle Informationen, Dokumente und Stellungnahmen zur EU-Agrarpolitik sowie Mitmach-Aktionen.

Januar 2011: Das Recht auf Nahrung in China

14. Januar 2011: "Beeindruckt" zeigt sich der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, von der Ernährungssicherheit in China. Gleichzeitig warnt er in seinem Bericht davor, dass sie durch den Rückgang landwirtschaftlicher Nutzfläche und die Vertreibung von Bauern gefährdet sein könnte und spricht sich für eine stärkere Förderung nachhaltiger Anbaumethoden aus. Außerdem weist er auf die Benachteiligung der ländlichen Gebiete gegenüber den Städten und die prekäre Situation der Millionen Arbeitsmigranten hin. Mehr. Siehe auch globe-spotting-Thema 'Landwirtschaft China' News