Organisationen

Selbst wenn man sich auf den Bereich der Alternativen in der Landwirtschaft beschränkt, ist die Zahl der Institutionen, Verbände und Organisationen unüberschaubar. Diese Auswahl listet vor allem zivilgesellschaftliche, bäuerliche und kritische wissenschaftliche Organisationen auf.

ROPPA - Netzwerk westafrikanischer Bauernorganisationen

Das Netzwerk Reseau des organisations paysannes et des producteurs agricoles de l'Afrique de l'Quest (ROPPA) wurde im Juli 2000 gegründet. Hintergrund war die voranschreitende regionale Integration in Westafrika, die regionale Märkte schafft, die Dezentralisierung in vielen Ländern, die Spielräume für Akteure wie Bauernorganisationen eröffnet, und die Globalisierung, die die Produzenten unter Konkurrenzdruck setzt. ROPPA möchte in diesem Rahmen eine wettbewerbsfähige und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft erhalten und stärken, um Ernährungssouveränität zu sichern.

La Via Campesina

... ist die wichtigste transnationale Bauernorganisation, mit Mitgliedsorganisationen in annähernd 60 Ländern in Asien, Afrika, Europa und Amerika, die Millionen kleinbäuerliche Familienbetriebe, aber auch Landlose, Indigene und Landarbeiter repräsentieren. Gegründet im Mai 1993, hielt sie im Oktober 2008 in Maputo ihre fünfte Internationale Konferenz ab. Durch Solidarität über Grenzen hinweg sollen Geschlechtergleichheit und faire wirtschaftliche Bedingungen gefördert, Land, Wasser, Saatgut und andere natürliche Ressourcen geschützt und eine dezentrale, nachhaltige Agrarwirtschaft geschaffen werden, die vorrangig für die Eigenversorgung und den einheimischen Markt produziert. Mit dem Konzept der "Ernährungssouveränität" hat sie die Definition von "Ernährungssicherheit" um wesentliche Elemente wie Produktionsbedingungen, demokratische Mitbestimmung und staatliche Verantwortung für das Recht auf Nahrung erweitert. Siehe auch Literaturhinweise

Link: www.viacampesina.org

Aktuelle Publikationen

Free Trade Agreement in South East Asia and East Asia (September 2009): download (517 kb)

Food Sovereignty for Africa: A Challenge at Fingertips (January 2008)Download (pdf-Datei 1,5 MB) 

FIAN

FoodFirst Information and Action Network (www.fian.org) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung einsetzt. Bezugspunkte sind u.a. das Internationale Abkommen über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen und die Richtlinien zum Recht auf Nahrung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Das Netzwerk hat Mitglieder in über 50 Ländern, darunter in Deutschland (www.fian.de). Zu den Aktivitäten gehören die Dokumentation von Verstößen, etwa durch Fact Finding Missions, Kampagnen gegen die Vertreibung von Menschen von ihrem Land (Urgent Actions) und Öffentlichkeitsarbeit, um Regierungen, internationale Institutionen und private Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

Aktuelle Publikation:

Land Grabbing in Kenya and Mozambique. A report on two research missions - and a human rights analysis of land grabbing. April 2010. Als pdf-Datei bei FIAN

GRAIN

Die internationalen Nichtregierungsorganisation, deren Koordinierungsbüro in Barcelona ist, wurde 1990 gegründet, um eine breite Kampagne gegen den Verlust der biologischen Vielfalt durchzuführen. Für eine nachhaltige Agrarwirtschaft, so die Überzeugung, müssen die Menschen selbst die genetischen Ressourcen und lokales Wissen kontrollieren. Landwirtschaft und ländliche Entwicklung können nicht der Wissenschaft, der Politik oder den Unternehmen allein überlassen werden. Vielmehr müssen die bäuerlichen Gemeinschaften, die die Biodiversität über Jahrhunderte entwickelt und erhalten haben, beteiligt sein. Besondere Besorgnis weckt die moderne Bio- und Gentechnologie mit ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft, insbesondere in Ländern des Südens.

link: www.grain.org

Aktuelle Publikationen:

Seized: The 2008 land grab for food and financial security: download (pdf-Datei 207 kb)

A new Green Revolution for Africa? (December 2007): Download (pdf-Datei 153 kb)

Weitere Organisationen:

  

Nyéléni: Manifest für Ernährungssouveränität

Future Agricultures Consortium